Medienschau: SRF – Künstlerischer Widerstand gegen Putin

Botschaften gegen das System der Angst

Botschaften gegen das System der Angst

27. Oktober 2022. Aus dem inneren Kreis des kunstaktivistischen Widerstands gegen das System Putin berichtet Roman Schell für den Schweizer Rundfunk SRF.

Schell begleitete die St. Petersburger Künstlergruppe "YAV", die mit Graffitis auf Dächern und an verlassenen Fabrikhallen auf den Krieg in der Ukraine und die Repressionen des polizeistaatlichen Apparats aufmerksam macht: "Die richten sich mal mehr, mal weniger subtil gegen das russische System der Angst. In der Hoffnung, auch ihre Mitmenschen zum Protest zu bewegen", schreibt Schell. Die Bilder würden von der Polizei inzwischen sehr schnell entfernt: "Die Botschaft ist deutlich: Der Staat kontrolliert die Strassen."

Der Autor stattete auch dem Moskauer Theater "DOC" einen Besuch ab, wo er eine geheime Aufführung zum Ukraine-Kritik von Regsisseurin Irina Wolkowa verfolgte: Die Inszenierung "Messenger" basiere "auf Gesprächen, die verschiedene Menschen aus der Ukraine und aus Russland in den ersten Tagen des Ukraine-Kriegs auf sozialen Netzwerken geführt haben. Gedanken, die sich in Russland inzwischen kaum noch jemand auszusprechen traut. Jeden Satz könnten die russischen Behörden als 'Diskreditierung der russischen Armee' deuten. Dafür droht eine Geld- oder gar Haftstrafe." Das Stück sei seit September abgesetzt, da das Theater "Drohungen von Sicherheitsbehörden" erhalten habe.

Wie einige der kontaktierten Künstler:innen musste auch der Autor des SRF-Berichts Roman Schell inzwischen in die EU fliehen, wie er im Text angibt.

(srf.ch / chr)

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