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Intendant und Schauspiel-Dozent Felix T. Müller ist tot

18. November 2022. Felix T. Müller, früherer Intendant und langjähriger Leiter des Studiengangs Schauspiel an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HMDK) Stuttgart, ist am 10. November 2022 im Alter von 91 Jahren verstorben. Das geht aus einer in mehreren Zeitungen (u.a. in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung) erschienenen Traueranzeige hervor.

Prof. Dr. Felix T. Müller (geboren am 21.6.1932 in Siegen) war von 1965 bis 1971 Intendant der Landesbühne Rhein-Main und des aus ihr hervorgegangenen Frankfurter Theaters am Turm (TAT) und verantwortete in dieser Zeit unter anderem die legendäre, avantgardistische Uraufführung der "Publikumsbeschimpfung" von Peter Handke, inszeniert von Claus Peymann. Mit insgesamt drei Handke-Uraufführungen habe Müller dem TAT einen "überregionalen Ruf und ein progressives Profil" verpasst und "eine Alternative zu den müden Städtischen Bühnen Frankfurts angeboten und auf Gastspielreisen auch auswärtigen Ruhm geerntet", schrieb der Spiegel seinerzeit beim Ausscheiden Müllers.

Von 1974 bis 1998 war Müller Leiter des Studiengangs Schauspiel und Intendant des Wilhelma Theaters, der Lehr- und Lernbühne der HMDK Stuttgart. Zu seinen Absolvent:innen gehörten zahllose namhafte Schauspieler:innen und Theatermacher:innen wie Marie Bues oder Christian Brey.

"Von André Jung und Ulrich Tukur über Stefan Hunstein, Harald Schmidt, Rupert Seidel, Stephan Schad, Luc Feit, Jasmin Tabatabai bis Katja Bürkle war Felix Müller prägend für Generationen", sagt der Intendant der Württembergischen Landesbühne Esslingen, Marcus Grube, der selbst im Schauspielfach an der HMDK Stuttgart studiert hat, gegenüber nachtkritik.de.

Von Jung ist Müllers Ausspruch überliefert: "Es sind nicht unbedingt die besten Schauspieler, die ein Leben lang am Theater bleiben. André zum Beispiel wird bleiben, er liebt die Theaterkantinen."

Brey erinnerte sich anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Schauspielschule mit ähnlichem Augenzwinkern an Müllers Bonmot nach einem Rollenvorspiel: "Für Ulm reicht's", und Brey fügt hinzu: "Im Grunde hatte er recht".

(faz.net / spiegel.de / stuttgarter-zeitung.de / stuttgarter-nachrichten.de / chr)

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