So schnell kann's gehen

Berlin, 22. Dezember 2008. Noch letzte Woche hatte Jürgen Flimm in der Wochenzeitung Die Zeit behauptet, erst an Weihnachten zu entscheiden, welchen Posten er nach Ablauf seines Vertrages als Intendant der Salzburger Festspiele übernehmen werde. Kurz vorher hatte er bekannt gegeben, diesen Vertrag über 2011 hinaus nicht zu verlängern (hier unsere Meldung).

Jetzt wissen wir schon vor Weihnachten Bescheid: Professor Dr. Jürgen Flimm übernimmt zum 1. September 2010 die Leitung der Berliner Staatsoper unter den Linden. Das gab der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, heute auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz bekannt. Bereits ab 1. Januar 2009 wird er dem Haus beratend zur Verfügung stehen und gemeinsam mit dem derzeitigen kommissarischen Intendanten, Roland H. Adler, die Zukunft des Hauses planen und mitgestalten.

Aus Salzburg ist allerdings lauter Protest zu vernehmen, wie Spiegel online (22.12.) meldet. Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden, der gleichzeitig Mitglied im Kuratorium der Festspiele sitzt, sagte: "Das kann er sich abschminken!" Dass Flimm bereits 2010 Leiter eines Konkurrenzunternehmens werde, sei absolut unakzeptabel. "Flimm hat einen gültigen Vertrag bis Ende des Festspielsommers 2011. Wenn er den nicht erfüllt, muss er sich rechtlich mit uns auseinandersetzen", zitiert Spiegel online den erbosten Heinz Schaden.

Der 67-jährige Flimm hatte – auch mit Blick auf den sanierungsbedingten Umzug des Opernhauses in das Schillertheater – von einer "sehr aufregenden Situation" gesprochen. Generalmusikdirektor Daniel Barenboim wiederum erklärte, er freue sich aus persönlichen und beruflichen Gründen über diese Regelung der Nachfolge von Peter Mussbach.

Der Berliner Intendantenvertrag von Jürgen Flimm soll eine Laufzeit von 5 Jahren haben, und damit die 2010 beginnende Phase der Sanierung und den Wiedereinzug in die renovierte Staatsoper zur Spielzeit 2013/14 umfassen.

(dip)


 
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