Bürgerbühne

Berlin, 24. April 2009. In Dresden gibt es den Zwinger, die Elbe und ziemlich viele Nazis im Landtag. nachtkritik gibt es zur Zeit nicht in Dresden. Nur nachtkritik-Ohren und nachtkritik-Augen. Die studierten das Vorwort im Spielzeitheft 2009/2010 des neuen Sächsischen Staatsschauspiel-Vormannes Wilfried Schulz, bisher Intendant in Hannover, vormals Chefdramaturg von Frank Baumbauer am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und noch früher Dramaturgus in Basel. In seinem Geleit- und Programmwort schreibt Schulz:

"Viele Künstler haben sich für das Staatsschauspiel und Dresden gewinnen lassen. Schauspielerinnen und Schauspieler aus Düsseldorf, Weimar, Stuttgart, Leipzig, Wien, Berlin, Hannover und Frankfurt werden neben Darstellern auf der Bühne stehen, die Sie bereits kennen und schätzen.

Julia Hölscher und Tilmann Köhler binden sich als Hausregisseure an das Staatsschauspiel. Andere, wie Friederike Heller, Sebastian Baumgarten, Franz Wittenbrink, Nuran David Calis, Barbara Bürk, Roger Vontobel und Burkhard C. Kosminski (um nur einige zu nennen), werden kontinuierlich in Dresden arbeiten. Mit dem Berliner Maxim Gorki Theater verbindet uns fortan eine enge Kooperation. Der dortige Intendant Armin Petras wird in Dresden einen Dürrenmatt bearbeiten und inszenieren. Nach der Premiere in Dresden wird seine Inszenierung in beiden Städten gezeigt werden.

Eine Reihe von Gastspielen, vom Deutschen Theater Berlin bis zum Hamburger Thalia Theater, ergänzt den Spielplan und soll signalisieren, dass man sehr wohl und bewusst für und in einer Stadt arbeitet, genauso aber Teil eines künstlerischen Suchens und Ausprobierens im gesamten deutschsprachigen Theater ist, sich vergleichbar macht und den Zuschauern einen kleinen Überblick über aktuelle Theaterentwicklungen gibt.

(...) Mit dem Projekt 'Vùng biên gió’i' der Gruppe Rimini Protokoll überschreiten wir die Grenze nach Tschechien und suchen die Zusammenarbeit mit dem Prager Festival des deutschsprachigen Theaters und dem Nationaltheater Prag.

Die Grenzen in der Kunst sind fließend, und Dresden ist eine offene, tolerante und einladende Stadt in der Mitte Europas.

Gerne möchten wir auch das Theater für die Dresdner weiter öffnen und sie nicht nur einladen, als Zuschauer eine andere Welt auf der Bühne zu erleben, sondern auch ihre eigene Welt auf die Bühne zu tragen. Im Kleinen Haus wird 'Die Bürgerbühne' den jungen und den alten und allen anderen Dresdnern die Möglichkeit bieten, die Bühne mit bekannten und neuen, literarischen und eigenen Texten, mit Inszenierungen und Performances zu erobern."

Hier geht's zum neuen Dresdner Ensemble und zum Spielplan 2009/2010.

 
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