Wohnzimmer wird zur Eislaufbahn

Jena, 29. November 2009. Gestern wurde zum 5. Mal der mit 6.000 EUR dotierte Jakob-Michael-Reinhold-Lenz-Preis für Dramatik der Stadt Jena verliehen. Preisträgerin ist die 25jährige Christiane Kalss, sie erhielt die Auszeichnung, für die sich 33 DramatikerInnen beworben hatten, für ihr Stück Drinnen.

"Hier ist alles einfach und überschaubar: Ein Wohnzimmer, ein Eislaufplatz wird zum Nabel von Welt. Nichts bleibt dabei außen vor: weder die Tragik des Lebens, noch die Unmöglichkeit der Liebe, noch die letzte Chance des Überlebens in Zeiten, die wirtschaftlich schwierig sind", sagte der Laudator und Jenaer Schauspielhaus-Chef Markus Heinzelmann. Christiane Kalss habe die Jury in mehrfacher Hinsicht überrascht: "mit einer stilistischen Form, die sich weit entfernt von dem Anspruch einer realistischen Erzählweise", "mit einer inhaltlichen Setzung, die bei aller Einfachheit am treffendsten unsere Sehnsucht nach einem Aufgehobensein oder nach Angstfreiheit beschreibt". Außerdem schaffe Kalss "etwas, das vielen Theaterautoren heute eher fremd ist, aber eigentlich keine Überraschung sein sollte: sie begreift Theater als den Ort, an dem die Wirklichkeit zum Unglaublichen, d.h. das Wohnzimmer tatsächlich zur Eislaufbahn werden kann."

Christiane Kalss ist in Österreich geboren und studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaften in Wien und Szenisches Schreiben bei uni-T in Graz. 2007 wurde sie zu den Autorentagen des Staatstheaters Mainz eingeladen und erhielt 2009 das Dramatikerstipendium des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur in Österreich. Überdies hat sie kürzlich an der Werkstatt stück/für/stück am Schauspielhaus Wien teilgenommen.

(www.theater.de / ape)

 

 
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