Nachwuchspreis

15. Januar 2010. Wie das Deutsche Theater heute mitteilt, wird der mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Otto Kasten Förderpreis für junge Theaterkünstler in diesem Jahr zu gleichen Teilen an die Schauspielerin Melanie Straub und den Regisseur Marc Prätsch verliehen. Die Preisträger:

Melanie Straub studierte nach ihrer Ausbildung zur Physiotherapeutin von 2000 bis 2003 an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin. Seit Anfang 2004 war sie Ensemblemitglied am Schauspiel Magdeburg. Sie spielte u. a. die Titelrolle in "Effi Briest" von Theodor Fontane (Regie Matthias Brenner), Heavenly in "Süßer Vogel Jugend" von Tennessee Williams (Regie Tobias Wellemeyer), sowie die Lady Macbeth in "Macbeth" von William Shakespeare (Regie Sebastian Hartmann). Sie war als Maria in Friedrich Schillers "Maria Stuart" (Regie Katka Schroth), als Juli in Molnars "Liliom" (Regie Angelika Waller) sowie in den Titelrollen der Aufführungen "Iphigenie auf Tauris" (Regie Annette Pullen) und "Emilia Galotti" (Regie Andreas Kriegenburg) zu erleben. Seit Sommer 2009 ist sie Ensemblemitglied am Hans Otto Theater in Potsdam.

Marc Prätsch arbeitet als Regisseur und Schauspieler. Nach der Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Theater Hannover wurde er 1998 ans Schauspiel Hannover engagiert. 2003 wurde Marc Prätsch Bundessieger des Wettbewerbs "Jugend kulturell" der Vereins- und Westbank. Am Schauspiel Hannover wirkte er u.a. mit in "Irre" (Regie Jossi Wieler), "Woyzeck" und "Antigone" (beide in der Regie von Johann Kresnik. Neben seiner Arbeit als Schauspieler inszenierte Marc Prätsch u.a. am Theater Freiburg und am Stadttheater Hildesheim. Im Rahmen des gemeinsamen Projektes von enercity network und Schauspiel Hannover leitete Marc Prätsch 2003 den Workshop "create! acting: in love shakespeare" mit Jugendlichen. 2005/06 inszenierte er in Zusammenarbeit mit dem Studiengang Schauspiel der Hochschule für Musik und Theater Hannover "Wir im Finale" von Marc Becker. Seit 2006 hat er einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Am jungen Schauspiel Hannover erarbeitete er regelmäßig mit Jugendlichen Projekte und Stücke, u.a. "Romeo und Julia". 2006 entstand "Die Räuber", ein Projekt mit Hildesheimer Berufsschülern, aus der die Spiegel TV-Dokumentation "Alles Schiller oder was?" hervorging. Ab 6. Februar 2010 hat er Premiere mit "Frühlings Erwachen" nach Friedrich Schiller, einem Projekt des Jungen DT mit 18 jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren in den Kammerspielen des Deutschen Theaters.

Der 1962 begründete Preis war ursprünglich dazu bestimmt, bedürftigen, notleidenden, kranken oder im Alter unterversorgten Theaterleitern und deren Angehörigen finanzielle Hilfe zu leisten. Seit 1985 wurde er auf Vorschlag der Intendantengruppe zu einem Förderpreis für den künstlerischen Nachwuchs und geht an junge Theaterschaffende aus allen künstlerischen Sparten, die nicht älter als 35 Jahre sind. Die Vorschläge kommen vom Vorstand der Intendantengruppe, die Entscheidung wird vom Stiftungsvorstand gefällt. Aus dem Plan einer wohltätigen Stiftung für notleidende Kollegen ist so mit der Zeit ein Forum für die Vergabe des - neben dem Iffland-Ring und dem Faust-Preis - wohl bedeutendsten Preises des deutschen Theaters geworden.

Die Preisverleihung findet am Donnerstag, 21. Januar 2010 im Rahmen der Tagung der Intendantengruppe um 17 Uhr im Saal des Deutschen Theaters statt. Peter Kasten, der Vorsitzende der Dr. Otto Kasten-Stiftung spricht das Grußwort; die Laudatoren sind: Intendant Wilfried Schulz, Dresden, für Marc Prätsch und Intendant Tobias Wellemeyer (Potsdam) für Melanie Straub. Die Veranstaltung ist öffentlich.

 

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