Spare, spare – Häusle rette?

Stuttgart, 21. Januar 2010. Die Stadt Stuttgart ruft die Kulturschaffenden zu Vorschlägen für drastische Einsparungen auf. Vorgesehen sind dauerhafte Kürzungen von jährlich 2,6 Millionen Euro, die bereits einzelnen Einrichtungen zugeteilt worden seien, teilte Bürgermeisterin Susanne Eisenmann in einem Schreiben an die Kultureinrichtungen am Mittwoch mit. Zusätzlich müssten ab 2011 dauerhaft weitere 450.000 Euro eingespart werden. Für diese Summe sollten die Stuttgarter Kultureinrichtungen gemeinsam eine Vorschlagsliste erstellen, die im September in einer Kulturausschusssitzung begründet und diskutiert wird.

In den letzten Jahren betrug der Kulturetat für alle Projekte und Einrichtungen ohne feste Finanzierungsverträge wie etwa bei einigen Museen oder dem Staatstheater laut einem Sprecher der Stadt etwa 50 Millionen Euro. Die bereits vom Gemeinderat festgelegten Kürzungen betreffen alle Einrichtungen mit Ausnahme der Theater.

Laut Eisenmann erhöhen sich bis Ende 2011 die derzeit 80 Millionen Euro Schulden der Landeshauptstadt auf rund 500 Millionen Euro. Der Kommune sind wegen der Wirtschaftskrise rund 200 Millionen Euro an Steuereinnahmen weggebrochen. Ein großer Teil davon dauerhaft.

Der Gemeinderat hat den Angaben zufolge trotz der desolaten Finanzlage "dringend erforderliche Investitionen" bei Kinderbetreuung und Schulen beschlossen. Alleine für die Sanierung der städtischen Schulen sei ein Sonderprogramm in Höhe von 100 Millionen Euro aufgelegt worden. Diese Schwerpunktsetzung habe Einsparungen in anderen Bereichen wie im Kulturetat zur Folge.

(ddp via theater.de)

Kommentare  
Sparen in Stuttgart: Kultur als Pflichtaufgabe
mein vorschlag: das 4 milliardengrab stuttgart 21 einstampfen. und mit dem gesparten kultur im haushalt als pflichtaufgabe verankern und nicht wie bisher als freiwillige soziale leistung. denn das passiert, was immer passiert, kindergärten gegen theatersubventionen verrechnet werden.
Sparen in Stuttgart: where do you go?
Liebe Frau Eisenmann, gerade schleppe ich mich leicht ermattet zu meinem Computer. Ich will mal ordentlich hineinschimpfen in das zehn Jahre alte Gerät. Da werden also erhebliche Gelder eingespart werden müssen im Bereich der Kultur Stuttgarts und niemand stört es? Die kleine Nachtkritik-Gemeinde hält still. Ihre Pfründe werden ja nicht berührt. Da hält man gern mal den Stift ruhig. Gott sei Dank trifft es nicht die Schulen und Kindergärten. Denn an der Bildung von Kindern und Heranwachsenden darf man meiner bescheidenen Meinung nach nie sparen. Es wäre mir ein Graus, wenn ich meinem Kind hätte keine gute Schule anbieten können. Aber dann: All die Museen mit ihrer Museumspädagogik und was Sie da nach alles streichen lassen müssen auf Vorschlag hin. Das kann Ihnen doch keine Freude bereiten? Es waren in meiner Jugend die bildenden Künstler, die mich motivierten mich mit Kultur zu beschäftigen. Ein Bild von Oskar Kokoschka: Mann in den Trümmern. Ausgestellt in einem ehemaligen Bunker. Die Honigmaschine von Beuys auf der Dokumenta in Kassel. Ziehe gerade einen ganz alten Band aus meinem Bücherschrank von Caroline Tisdall, Joseph Beuys "WE GO THIS WAY" heraus. Welchen Weg soll Stuttgart denn nun gehen? Kann sich denn nicht ein Stuttgarter "Herr Dürr" erbarmen und die wenigen Gelder zuschissen. Nur zwei, drei Millionen. Das ist doch nicht so schwer. Sind Sie wirklich so arm meine Damen und Herren? Verdienen Sie nicht schon genug an dieser Krise? Geben Sie etwas davon wieder zurück.
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