RUF DER WILDNIS 4 Ensemble 280 Robert Schittko u 1"Ruf der Wildnis" © Robert SchittkoDarmstadt, 30. April 2017

Revue der wilden Natur

Aus der Sicht eines Hundes schrieb Jack London seinen Abenteuerroman Ruf der Wildnis. Eine Geschichte über die Härte der Natur und die Rohheit der Menschen. Christian Weise hat nun Soeren Voimas Bearbeitung inszeniert. Mit Schauspieler Samuel Koch im Schneewittchensarg. Was erzählt das? Alexander Jürgs berichtet.

Wien, 30. April 2017. Hat Katrin Brack ein Bühnenbild gebaut oder nicht? Um diese und andere Sinn-suchenden Fragen kreist René Polleschs neuer Abend Carol Reed. Eine skurrile Dinnergesellschaft trifft sich, aus der Birgit Minichmayr und Martin Wuttke herausstechen. Der Titel "Carol Reed"? Eine falsche Fährte wie so Vieles. Mehr von Eva Biringer

München, 30. April 2017. Am Freitag begann am Münchner Volkstheater das Festival Radikal jung mit Nathan der Weise in der Regie von Leonie Böhm vom Thalia Theater Hamburg. Alle weiteren Einladungen finden Sie hier.

Essen, 29. April 2017: Forced Entertainment erzählen von Dirty Work auf Pact Zollverein

Die Erzähl-Wettbewerbe von Forced Entertainment sind legendär – immer auf der Suche nach dem Totaltheater und seiner totalen Dekonstruktion. Jetzt haben sich Tim Etchells und Co. wieder eine unmögliche Aufgabe gestellt und fassen die Katastrophe in Worte. Dirty Work (The Late Shift) hatte Premiere im Pact Zollverein, Dorothea Marcus war dabei und bekam Spaß und Kopfschmerzen.

München, 29. April 2017: Christopher Rüping inszeniert Julys Der erste fiese Typ

Mit ihren Short Stories und Filmen ist Miranda July die Ikone des Pop-Feminismus. Ihren ersten Roman hat nun Christopher Rüping auf die Bühne der Kammerspiele gebracht. Miranda Julys Der erste fiese Typ begeisterte Willibald Spatz.

Berlin, 29. April 2017: Falk Richters Verrräter am Maxim Gorki Theater

Sind die schönen Tage in der offenen Gesellschaft nun zu Ende? Fest steht: sie ist unter Druck. In seiner Stückentwicklung Verräter - Die letzten Tage lässt Falk Richter ihre Protagonisten mit der Bedrohung hadern. Und fantasiert einen kommenden Aufstand von rechts. Frauke Adrians berichtet.

Essen, 29. April 2017: Martina Clavadetschers preisgekrönte Umständliche Rettung

2016 gewann Martina Clavadetscher mit Umständliche Rettung die 4. Essener Autorentage "Stück auf!" Jetzt hat Thomas Ladwig das Parabelstück über die biblische Lot-Geschichte daselbst uraufgeführt. Zu welchem Ende, weiß Sascha Westphal.

Chemnitz, 29. April 2017: Azan Garos InnerOuterCity uraufgeführt von Stephan Beer

Der 1985 geborene Azan Garo gewann mit InnerOuterCity den diesjährigen Chemnitzer Preis für Junge Dramatik. Daran ist auch die Uraufführung des Stücks am Theater Chemnitz geknüpft. Stephan Beer inszenierte und Lukas Pohlmann berichtet.

München, 28. April 2017: Oliver Frljić inszeniert Heiner Müllers Mauser am Resi

Wozu das Töten? In seinem Lehrstück Mauser hinterfragt Heiner Müller die Mittel der Revolution. Im Marstall des Münchner Residenztheaters erzählt Regisseur Oliver Frljić das mit Nacktheit und Gewalt. Das gibt fette Bilder zu vollmundigen Dichterworten und einen tollen Schluss. Und was noch, Willibald Spatz?

Berlin, 28. April 2017: Leander Haußmann + Sven Regener mit Die Danksager am BE

Der Abschiedsabend ist gerade, da zwei große Intendanzen enden, ein eigenes Berliner Genre. Leander Haußmann und Sven Regener lassen nun Die Danksager am Berliner Ensemble antreten. Sophie Diesselhorst sah und hörte zu.

Bonn, 28. April 2017: Simon Solbergs Stückentwicklung BND – Big Data is watching you

Was macht eigentlich der Bundesnachrichtendienst? Und wie mitschuldig sind wir selbst an der Datenspionage? Fragen, die Simon Solberg in seiner Stückentwicklung BND – Big Data is watching you stellt. Mit dabei: Gerhard Preußer.

Berlin, 28. April 2017: Laila Solimans Rechercheprojekt Zig Zig im HAU

Es war einmal im Jahr 1919: britische Soldaten überfallen ein ägyptisches Dorf und vergewaltigen die Frauen. Ein historisches Ereignis, das Laila Soliman im HAU mit ihrem neuen Stück Zig Zig exemplarisch umkreist. Mehr von Simone Kaempf.

Dortmund, 24. April 2017: Kay Voges mit Einstein on the Beach von Philipp Glass

"One, two, three, four" singt der Chor, noch 100-mal, aber das Publikum ist längst in Trance. An der Oper Dortmund hat Kay Voges sich Einstein on the Beach angeeignet, die Minimal-Music-Oper von Philip Glass, mit deren Inszenierung Robert Wilson 1976 seine Theaterästhetik begründete. Und Voges hat nun – wie seinerzeit Wilson – einen nahezu perfekten Theaterabend mit hohem Suchtfaktor geschaffen, befindet Martin Krumbholz.

Heidelberg, 24. April 2017: Der blaue Würfel von David Gieselmann uraufgeführt

Eine Wohnungssuche in der Heidelberger Innenstadt (schwierig!) liegt dem neuen Stück von David Gieselmann zugrunde, Der blaue Würfel. Christian Brey hat es in seiner Uraufführungsinszenierung auf Tempo gebracht – kommt man noch mit, Thomas Rothschild?

Hamburg, 23. April 2017: Gernot Grünewald schlägt den Atlas der Angst auf

Alle haben Angst – ob vor Donald Trump oder Kim Jong-uns Raketen, ob vorm Klimawandel oder seiner Leugnung, ob vor rassistischen Übergriffen oder einer Islamisierung des Abendlandes. Wie funktionieren diese Ängste, wie hängen sie zusammen? Armin Smailovic und Dirk Gieselmann haben recherchiert, Gernot Grünewald versammelt ihre Eindrücke am Thalia Theater zu einem Atlas der Angst. Stefan Schmidt hat darin geblättert.

Münster, 23. April 2017: Stefan Otteni inszeniert Revolution #1 von Joël Pommerat

Stefan Otteni verlegt Joël Pommerats derzeit viel gespieltes Stück Revolution #1 – Wir schaffen das schon am Vorabend der französischen Präsidentschaftswahlen in einen Parlamentssaal. Und erntet dafür Standing Ovations, berichtet Kai Bremer.

Dresden, 23. April 2017: Der Scheiterhaufen von György Dragomán, Regie: Armin Petras

Gleich in drei Sprachen inszeniert Armin Petras seine Theaterfassung des Romans Der Scheiterhaufen von György Dragomán. Auf Ungarisch in Budapest, auf Rumänisch in Sibiu, zunächst aber auf Deutsch in Dresden. Dort sah die Inzenierung Kornelius Friz.

Berlin, 23. April 2017: Dagmar Manzel spielt Glückliche Tage am Deutschen Theater

An der Komischen Oper feiert sie Triumphe, jetzt ist die große Schauspielerin Dagmar Manzel an ihr Stammhaus, das Deutsche Theater zurückgekehrt und spielt Beckett. Der Filmregisseur Christian Schwochow hat Glückliche Tage inszeniert, Georg Kasch sah die opening night.

Köln, 22. April 2017: Sprengkörperballade von Magdalena Schrefel uraufgeführt

Drei Frauenpaare lässt die Autorin Magdalena Schrefel in ihrem Stück an Einsamkeit verzweifeln und nennt das Ganze Sprengkörperballade, vielleicht weil es doch noch ein bisschen Hoffnung gibt? Zumindest legt Andrea Imlers Uraufführung am Schauspiel Köln das nah – die Stefan Keim mit einem Sinn für Zwischentöne beeindruckt hat. 

Mülheim an der Ruhr, 22. April 2017: Peur(s) – Angst von Jalila Baccar und Fadhel Jaïbi

Peur(s) - Angst heißt das neue Stück von Jalila Baccar und Fadhel Jaïbi, den international renommierten Theatermacher*innen aus Tunesien. Roberto Ciullis Theater an der Ruhr zeigt das Angststück zum Auftakt seiner Reihe Theaterlandschaft Mittelmeer 2016 / 2017. Sascha Westphal war bei der Premiere.

Graz, 22. April 2017: András Dömötör inszeniert F. Schmalz' Der thermale Widerstand

Der thermale Widerstand, jetzt auch in Österreich. András Dömötör hat das Stück von Ferdinand Schmalz am Schauspiel Graz inszeniert – genial geplanscht oder dumpf verdampft, Reinhard Kriechbaum?

Köln, 22. April 2017: Der siebte Kontinent, eine Müll-Recherche von Jan-Christoph Gockel

Jan-Christoph Gockel ist mit seinem Produktionsteam nach Hawai gereist, zur größten Mülldeponie der Erde. Der siebte Kontinent heißt das Ergebnis, im Theater im Bauturm zu Köln uraufgeführt, Cornelia Fiedler hat es sich angesehen.

Wien, 21. September 2017: Uraufführung von Blei von Ivna Žic am Schauspielhaus

Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs ereignete sich an der österreichisch-slowenischen Grenze ein Massaker. Bleiburg heißt der Ort, und Blei das Stück von Ivna Žic, deren Großvater den Schrecken überlebte, aber nie davon erzählte, weshalb Žic die Geschichte recherchiert hat. Das Ergebnis im Schauspielhaus Wien sah Veronika Krenn.

Hamburg, 21. April 2017: Portrait explosiv von Branko Šimić auf Kampnagel

Im fünften Jahr gibt es das Krass-Festival für postmigrantisches Theater nun schon auf Kampnagel, Kurator Branko Šimić hat es dieses Jahr unter das Motto "Gewalt" gestellt und legt zur Eröffnung selbst vor – über Portrait Explosiv: Falk Schreiber.

Wien, 20. April 2017: Ja, EH! von Stefanie Sargnagel

Stefanie Sargnagel ist das Enfant terrible der österreichischen Gegenwartsliteratur. Ihr Kollege Thomas Glavinic warf ihr vor seine Nacktbilder geklaut zu haben und die konservative Kronen Zeitung beschuldigte sie, auf Staatskosten Tiere zu quälen. Ein Stoff, der nach dem Theater schreit: Ja, EH! Aus dem Wiener Gemeindebautheater Rabenhof berichtet Theresa Luise Gindlstrasser.

Basel, 19. April 2017: Träges Herz von Renata Burckhardt an der Kaserne Basel

Lesbos und Idomeni. Bilder aus diesen kleinen Flecken am Rande des Kontinents stellten in den letzten Sommern die humanistische Idee Europa auf die Probe. An der Kaserne Basel reflektieren Lorenz Nufer und Renata Burckhardt mit Träges Herz nun die Rolle der NGOs und Helfer. Maximilian Pahl berichtet.

Stuttgart, 14. April 2017: Robert Borgmann mit Tschechows Kirschgarten in Stuttgart

Der Kirschgarten zeigt eine Gesellschaft im Abgang. Zumindest sehen das viele Inszenierungen so – man kann aber auch einfach mitschwelgen in der traurigen Dekadenz von Ranjewskaja & Co. wie Robert Borgmann, der als Ranjewskaja allerdings auch Astrid Meyerfeldt zur Verfügung hat. Zum melancholischen Vergnügen von Verena Großkreutz.

Düsseldorf, 14. April 2017: Tilmann Köhler inszeniert Dürrenmatts Das Versprechen

}In Friedrich Dürrenmatts Das Versprechen stellt ein Kommissar einem Mörder eine Falle und wartet ein Leben lang vergeblich auf ihn. Tilmann Köhler inszeniert den Roman am Düsseldorfer Schauspielhaus. Martin Krumbholz hat sich keine Sekunde gelangweilt.

Wien, 14. April 2017: Nestroys Liebesgeschichten und Heiratssachen am Burgtheater

Ein Nestroy ab und an muss sein in Wien – und es war mal wieder Zeit, also hat das Burgtheater Liebesgeschichten und Heiratssachen auf den Spielplan gesetzt und Georg Schmiedleitner für die Regie bestellt. Ob er Angst vorm nassen Fetzen haben muss, weiß Martin Pesl.

Kaiserslautern, 14. April 2017: Maria Milisavljevic' Beben uraufgeführt

Maria Milisavljevic setzt in Beben reale Kriegs-, Gewalt- und Verlusterfahrungen neben Versöhnung und Verstehen, und das mit großer Erzählkraft. Ihr beim Heidelberger Stückemarkt 2016 ausgezeichnetes Stück wurde von Fanny Brunner in Kaiserslautern uraufgeführt. Dorothea Marcus ist angetan.

Meiningen, 14. April 2017: Martina Gredler inszeniert Die Reise nach Petuschki

Dieser Stoff scheint der Stoff der Stunde zu sein. Eben erst feierte Wenedikt Jerofejews Die Reise nach Petuschki an der Volksbühne Berlin Premiere. Nun inszeniert Martina Gredler das Säufer-Poem in Meiningen. Henryk Goldberg blieb nüchtern.

Nürnberg, 14. April 2017: Life is Loading von Mariusz Wiecek/Jerzy Wójcicki

Der Dramatiker-Wettbewerb "Talking about Borders" hat vor allem Osteuropa im Blick, im vergangenen Jahr gewann Life is Loading des polnischen Duos Mariusz Wiecek/Jerzy Wójcicki, jetzt uraufgeführt von Julia Prechsl. Dieter Stoll sah auch ein bisschen Mahnmal gegen den virtuellen Super-GAU.