Evangelium1 280 JU u"Das 1. Evangelium in Stuttgart" © JU Stuttgart, 20. Januar 2018

Jesus im American Diner

Der Erlöser kommt im Wohnwagen zur Welt. Die Drehbühne kreist unaufhörlich, Bilder überfluten Szene und Zuschauerraum. Das Schauspiel Stuttgart hat Besuch vom Dortmunder Intendanten Kay Voges, der hier gewohnt multimediasatt Das 1. Evangelium frei nach Matthäus und Pasolini in Szene setzt. Shirin Sojitrawalla berichtet.

Bamberg, 20. Januar 2018. Brand heißt die BRD-Familiensaga von Bettina Erasmy, deren Uraufführung Cilli Drexel am E.T.A. Hoffmann-Theater inszeniert hat. Mit der berühmten Familie Brandt hat sie nichts zu tun, trotzdem spannend findet sie Christian Muggenthaler.

Berlin, 20. Januar 2018. Am Deutschen Theater hat sich Sebastian Hartmann einen Mammut-Roman vorgenommen: Ulysses von James Joyce. Herrliche Sprache, wenig Handlung. Dem Überforderungsabend hat Elena Philipp sich ausgesetzt.

Erlangen, 20. Januar 2018. In die Geschichte des Internet ist Hans-Werner Kroesinger abgetaucht und hat a lot of data unter dem Titel #Meinungsmacher dokumentarisch arrangiert. Viel gelernt, zuwenige offene Fragen empfangen hat Andreas Thamm.

Dresden, 20. Januar 2018. Maria Stuart sieht aus, als sei sie der Serie "Orange is the new Black" entsprungen. Elisabeth trägt ein disneyhaftes Pailettenkleid. Was sonst noch geschah in Thomas Dannemanns Inszenierung von Schillers Königinnendrama, weiß Kornelius Friz.

Hamburg, 20. Januar 2018. Fiktive Bundestags-Politiker treffen auf reale Geflüchtete in Gernot Grünewalds Performing Embassy of Hope am Thalia Theater. Die einen am Rednerpult, die anderen im Glaskasten. Dialog nicht möglich? Mehr von Falk Schreiber.

Zürich, 19. Januar 2018: Tom Kühnel mit Die Hauptstadt von Robert Menasse

Ein epochales Gemälde des EU-Europas zwischen Holocaust-Vergangenheit und Behörden-Gegenwart hat Robert Menasse in Die Hauptstadt entworfen. Tom Kühnel bringt den buchpreisgekrönten Roman am Zürcher Theater Neumarkt zur Uraufführung. Zur Freude von Maximilian Pahl.

Basel, 19. Januar 2018: Das Recht des Stärkeren von Dominik Busch

Vielversprechend, was Hausautor Dominik Busch am Theater Basel fabriziert! Das Recht des Stärkeren, von Felicitas Brucker uraufgeführt, kreist um westliche Mitschuld an globalen Ausbeutungsprozessen und hat Elisabeth Maier beeindruckt.

Berlin, 19. Januar 2018: Kondek/Kühl mit The Hairs Of Your Head Are Numbered

Erkenne Dich selbst, Mensch, Du bist ein Datenlieferant! Mit biblischem Titel The Hairs Of Your Head Are Numbered und Highend-Technologie treten Chris Kondek/Christiane Kühl am HAU an. Das Cyborg-Theater sah Esther Slevogt.

Hamburg, 19. Januar 2018: Mona Kraushaar inszeniert Maria Stuart

Frauen in Führungsposition, dieses Thema lässt sich auch mit Schillers Königinnen-Drama Maria Stuart verhandeln. Wie sich Mona Kraushaars kühl-schwarze Version des Klassikers im Ernst Deutsch Theater ausnimmt, sagt Katrin Ullmann.

Graz, 18. Januar 2018: Nicoleta Esinencus EU-Grenzerkundung Rest of Europe

Das Schauspielhaus Graz hat Nicoleta Esinencu mit einem Stück über Europa beauftragt. Die moldawische Autorin erzählt von geographischen Grenzbereichen des Kontinents, vor allem aber von den politischen und sozialen. Nina Gühlstorff bringt Rest of Europe zur Uraufführng. Hermann Götz berichtet.

Bern, 18. Januar 2018: Mizgin Bilmen adaptiert Ingeborg Bachmanns Malina

Es sollte Ingeborg Bachmanns einziger Roman bleiben: Malina – die Geschichte einer Frau, deren Leben von Männern und quälenden Erinnerungen dominiert wird. Mizgin Bilmen inszeniert den Stoff am Konzert Theater Bern. Wie war's, Geneva Moser?

Augsburg, 14. Januar 2018. Hanoch Levins Das Kind träumt in Augsburg

Sie können nirgends stranden. Boatpeople stellen das Personal in Hanoch Levins Das Kind träumt, Flüchtende, wie die EU sie heute zu Tausenden im Mittelmeer ertrinken lässt. Das Theater Augsburg hat das Stück von 1993 aus dem Hebräischen übersetzen lassen, Antje Thoms die deutschsprachige Erstaufführung inszeniert. Willibald Spatz ist beeindruckt.

Frankfurt, 14. Januar 2018. Robert Borgmann inszeniert Das Schloss von Kafka

Franz Kafkas Texte treffen offenbar den Nerv der unserer Zeit. Nicht weniger als drei Mal steht Kafka im Schauspiel Frankfurt auf dem Programm. Die jüngste Expedition in den Rätsel-Kosmos Kafka unternahm Robert Borgmann. Seine Inszenierung Das Schloss erlebte Grete Götze.

Berlin, 14. Januar 2018. Hakan Savaş Mican mit Glaube Liebe Hoffnung am Gorki

Glaube Liebe Hoffnung stehen zwar im Titel, haben aber nicht Konjunktur in Ödön von Horváths Stück, das Hakan Savaş Mican im Maxim Gorki Theater mit anderen Horváth Texten und Musik angereichert hat – mehr von Georg Kasch.

München, 14. Januar 2018. Nikolaus Habjan mit Marivaux' Streit am Residenztheater

Mann oder Frau – Wer hat das Unglück in die Welt gebracht? Um diese Frage dreht sich Der Streit von Frühaufklärer Pierre Carlet de Chamblain de Marivaux. Puppenspiel-Star Nikolaus Habjan inszeniert die Komödie am Bayerischen Staatsschauspiel. Sabine Leucht berichtet.

Kassel, 14. Januar 2018. Tankred Dorsts Merlin meets Regietheater

Mit Merlin schrieb Tankred Dorst Ende der 1970er einen Publikumshit. Marco Štorman zerlegt den modernen Klassiker nun mit den Instrumenten des Regietheaters. Michael Laages wird grundsätzlich.

Wilhelmshaven, 14. Januar 2018. Zu 100 Jahre Matrosenaufstand: Feuer aus den Kesseln 

100 Jahre Matrosenaufstand an der Küste. Daran erinnert Michael Uhl mit seiner Neuauflage von Ernst Tollers Revolutionsdrama Feuer aus den Kesseln. Hartmut Krug ging mit an Bord.

Saarbrücken, 13. Januar 2018: Wir sind die Guten von Mark Ravenhill

Ein Loblied auf den Smoothie! Ob man mit der zur Religion erhobenen Vitaminkost dem Horror der Mittelschicht entkommt? Angstbürger in der Wohnanlage inszeniert Bettina Bruinier am Saarländischen Staatstheater, auf Grundlage einiger Kurzdramen aus Mark Ravenhills Zyklus Wir sind die Guten. Wie war’s, Reingart Sauppe?

Graz, 13. Januar 2018: Der Zauberberg bestiegen von Alexander Eisenach

Entrückt erscheinen Hans Castorp und die Kurgäste in Thomas Manns Der Zauberberg. Doch Höhenluft schützt vor Gegenwart nicht – der Krieg holt sie auch dort oben ein. Viele Seiten und viel Stoff: Wie packt Alexander Eisenach in seiner Adaption den Jahrhundertroman, Reinhard Kriechbaum?

St. Gallen, 13. Januar 2018: Friedrich Glausers Alptraum  Matto regiert

Matto heißt auf italienisch Wahnsinn. In einer psychiatrischen Klinik spielt der berühmte Roman Matto regiert von Friedrich Glauser. Oder nur in einem (Alb)Traum? Christina Rast stürzte sich in psychedelische Welten. Elisabeth Maier sah zu.

Oberhausen, 13. Januar 2018: Ein Volksfeind revisited von Florian Fiedler

In unseren populistischen Zeiten erzählt Henrik Ibsens Ein Volksfeind viel über Zusammenhänge von Medien und Macht. Der Oberhausener Intendant Florian Fiedler liefert nun eine spannende Interpretation des Stoffs, sagt Sascha Westphal.

Zürich, 13. Januar 2018: Weltzustand Davos von Rimini Protokoll

Wer hat die Macht: Konzerne oder Staaten? Am Schauspielhaus Zürich zeigen Rimini Protokoll jetzt mit Weltzustand Davos den vierten und letzten Teil ihrer Serie "Staat 1-4". Mehr von Valeria Heintges.

Berlin, 13. Januar 2018: Der Tag, als ich nicht mehr war von Roland Schimmelpfennig

 Der Tag, als ich nicht mehr war heißt das neue Stück von Roland Schimmelpfennig, das Anne Lenk in den Kammerspielen des Deutschen Theaters inszenierte. Idealismus? Gruselmärchen? Boulevard? Sophie Diesselhorst weiß mehr.

Basel, 12. Januar 2018: Julia Hölscher inszeniert Amphitryon

Der größte Lustmolch der Kulturgeschichte heißt Jupiter. In Heinrich Kleists Amphitryon nimmt er die Gestalt des Feldherren an, um dessen Ehefrau Alkmene zu verführen. Das klappt sogar ein bisschen zu gut. Julia Hölscher inszeniert die göttliche Verwechslungskomödie am Theater Basel. Claude Bühler berichtet.

Berlin, 11. Januar 2018: Die Wiederentdeckung der Granteloper am Berliner HAU

Die Gruppe FUX sorgt sich um die Nörgler: Brauchen all die Internet-Shirtstormer, Wutbürger und Onlinepetitionen-Unterschreiber vielleicht ein theatrales Gefäß? In Die Wiederentdeckung der Granteloper reanimieren sie zu diesem Zweck ein volkstümliches Genre, das sich anschickte, die Beschwerden der Plebs zu Gehör zu bringen. Klingeln einem die Ohren, Christian Rakow?

Basel, 10. Januar 2018: Antje Schupps Club-Performance Pink Mon€y

Hier wird mit Umschnalldildos gewedelt, geknutscht, aber auch knallhart aufgeklärt – über die Zusammenhänge von sexueller Orientierung, Geschlecht und "rosa Geld" der LGBTI-Community. Antje Schupps Club-Performance Pink Mon€y an der Kaserne Basel, die sie zusammen mit südafrikanischen Künstler*innen kreiert hat, findet Maximilian Pahl so klug wie verstörend.

Freiburg, 7. Januar 2018: Ewelina Marciniaks feministischer Sommernachtstraum

Ein Sommernachtstraum als Verteidigung der patriarchalen Gesellschaftsordnung: So sieht es Ewelina Marciniak in ihrer Shakespeare-Inszenierung am Theater Freiburg. Liebestrunken sind hier nur die selbstverliebten Väter, deren unterdrückte Töchter sich aber aufzulehnen beginnen. Versöhnung unmöglich. Wer gewinnt? Jürgen Reuß?

Wien, 6. Januar 2018: Heimwärts von Ibrahim Amir am Volkstheater

Vor einem Jahr geriet das Volkstheater Wien in die Kritik, weil es Ibrahim Amirs Komödie "Homohalal" aus Sorge um die Reaktionen nicht zur Premiere freigab. Jetzt wird am Volkstheater wieder Amir gespielt. Pınar Karabulut inszeniert sein neuestes Stück Heimwärts. Veronika Krenn berichtet.

Ulm, 5. Januar 2018: Die lächerliche Finsternis von Wolfram Lotz

Das Stück ist Wolfram Lotz' Expeditionstext für ein unmögliches Theater. In Ulm führt die verschlungene Reise auf die Hinterbühne, wo sich Andreas von Studnitz als Regisseur und Intendant mit einer Achterbahnfahrt von seinem Ulmer Haus verabschiedet. Steffen Becker war dabei.

Wien, 1. Januar 2018: Die Kammeroper Elektra von Suske/Cotten am Schauspielhaus 

Die Geschichte der unglücklichen Kinder von Klytämestra und Agamemnon ist alt, wird aber immer wieder neu erzählt. In der Silvesternacht und am Schauspielhaus nun als elektronische Kammeroper von Jacob Suske und Ann Cotten. Überschrift Elektra – Was ist das für 1 Morgen. Martin Pesl weiß mehr.

Münster, 23. Dezember 2017: Laura Linnenbaum mit Max Frischs Andorra

Fleißig weißeln Max Frischs Figuren ihr Andorra, doch es hilft alles nichts, mit der Farbe bröckelt der schöne Schein, und der Antisemitismus gewinnt noch einmal und noch einmal. Sind wir als Gesellschaft auch gerade auf einer solchen Kippe? fragt nun Laura Linnenbaum am Theater Münster – Kai Bremer sah die Premiere.

Berlin, 22. Dezember 2017: Milan Peschel als Der Hauptmann von Köpenick

Ein Mann hat keine Arbeit, keine Wohnung, keine Papiere und will raus aus diesem Teufelskreis. Das ist die Geschichte, die das berühmte Stück Der Hauptmann von Köpenick von Carl Zuckmayer erzählt. Am Deutschen Theater, wo es 1931 während der Weltwirtschaftskrise schon uraufgeführt wurde, hat jetzt Jan Bosse das Drama inszeniert. Mit Milan Peschel in der Titelrolle. Georg Kasch berichtet.

Bern, 22. Dezember 2017: Uraufführung von Christian Krachts Die Toten

Christian Krachts Roman Die Toten ist eine Zeitreise in die Weimarer Republik, an die Wiege des Kinos und des Faschismus'. Am Theater Bern hat Claudia Meyer den Stoff ebenso aufwändig wie bildmächtig uraufgeführt. Maximilian Pahl war vor Ort.

Wien, 21. Dezember 2017: Vor Sonnenaufgang von Ewald Palmetshofer

Vor Sonnenaufgang, das Gründungswerk des Naturalismus in Deutschland, der Durchbruch für Gerhart Hauptmann. Ewald Palmetshofer hat es – rund hundertdreißig Jahre später – umgeschrieben: als Milieustudie in Zeiten des Populismus. Nach der Basler Uraufführung kommt das Werk nun in Wien heraus. In der Regie von Dušan David Pařízek. Theresa Luise Gindlstrasser war im Akademietheater.

Berlin, 18. Dezember 2017: Die Revue Alles Schwindel am Gorki Theater

Hereinspaziert, hereinspaziert, Mesdames et Messieurs! Anzuschauen und zu hören die einzigartige Wiederentdeckung der Revue Alles Schwindel von Mischa Spoliansky und Marcellus Schiffer aus der Zeit, als in Berlin noch wirklich was los war (#RoaringTwenties). Nur im Maxim Gorki Theater. Regie: Christian Weise. Politische Brisanz im Eintritt mit drinne! Und ––– Elena Philipp?

Dortmund, 17. Dezember 2017: Biedermann und die Brandstifter / Fahrenheit 451

Gleich zwei Klassiker der fünfziger Jahre hat Gordon Kämmerer zu einem Abend montiert: Max Frischs Biedermann und die Brandstifter und Ray Bradburys Fahrenheit 451. Mit dem gemischten Doppel kehrt das Schauspiel Dortmund nach Jahren im Megastore wieder in sein angestammtes Haus zurück. Dabei war Martin Krumbholz.

Freiburg, 17. Dezember 2017: Liliane Brakema inszeniert Strindbergs Totentanz

Ohne Chance auf menschliche Entwicklung hat August Strindberg seinen Totentanz angelegt, es bleibt nur der an- und abschwellende Giftpegel. Auf den setzt Regisseurin Liliane Brakema. Mehr über die Vampire unter sich von Jürgen Reuß.

Nürnberg, 17. Dezember 2017: Klaus Kusenbergs Abschied mit Die Wiedervereinigung...

Nach 18 Jahren wird Schauspielchef Klaus Kusenberg im Sommer das Staatstheater Nürnberg verlassen. Zum Abschied inszeniert er Joël Pommerats Die Wiedervereinigung der beiden Koreas. Mehr von Dieter Stoll.

Rendsburg, 17. Dezember 2017: André Rößler fängt Moby Dick

Herman Melvilles Roman Moby Dick hat schon für vieles herhalten müssen, ein Hohlspiegel, in dem sich jede Zeit des Wahns neu fängt. Wie war es nun auf der Bühne in Rendsburg, wo André Rößler den Stoff inszeniert hat, Melanie Huber?

Rostock, 17. Dezember 2017: Laika von Kollektiv Eins

Das Volkstheater kooperiert jetzt auch mit freien Gruppen. Zum Beispiel mit Kollektiv Eins, das der Hündin Laika in den Orbit folgt. Mit dabei: Frank Schlößer.

Köln, 16. Dezember 2017: Hool von Philipp Winkler

Im Frühsommer brachte Lars-Ole Walburg Philipp Winklers erfolgreichen Debütroman Hool bei den Ruhrfestspielen zur Uraufführung, jetzt packt am Schauspiel Köln Nuran David Calis die Geschichte des Schlägertypen mit der zart-schwartigen Seele Heiko an: mit Boxring, Kunstblut und gleich drei Hauptdarstellern. Sascha Westphal ist berauscht.

Wien, 16. Dezember 2017: Stephan Kimmigs Die Zehn Gebote im Volkstheater

Von den Steintafeln zum Sittengesetz zum Film auf die Bühne: Am Volkstheater inszeniert Stephan Kimmig Die Zehn Gebote nach der Vorlage vom Lieben Gott und dem Drehbuch von Krzysztof Kieslowski – Veronika Krenn?

Mannheim, 16. Dezember 2017: Marie Bues inszeniert paradies spielen von Thomas Köck

In seiner "Klima-Trilogie" rechnet Thomas Köck mit dem Wohlstands-Westen ab. Den letzten Teil paradies spielen (abendland. ein abgesang) hat am Nationaltheater Mannheim Marie Bues zur Uraufführung gebracht, mehr von Alexander Jürgs.

Düsseldorf, 16. Dezember 2017: Die Bürgerbühne spielt Frühlings Erwachen

Wedekind lesen, sich wundern, dass im 100 Jahre alten Drama mehr passiert als im eigenen Smartphone-Leben. Die Bürgerbühne spielt Frühlings Erwachen, Andreas Wilink denkt über die D'haus-Dramaturgie nach.

Mainz, 16. Dezember 2017: Marcus Lobbes' goldsatter Oedipus von Seneca

Das Blattgold leuchtet grell in Marcus Lobbes' Inszenierung des Oedipus am Staatstheater Mainz, auch sein Mantel und die Krone – ein letztes Aufflackern der Macht. Esther Boldt sah ein eigensinniges, schönes, grausames Kammerspiel.

Zürich, 15. Dezember 2017: Mir nämeds uf öis von Christoph Marthaler

Wenn's auf Erden keine Erlösung  gibt, dann vielleicht im Weltall? Christoph Marthaler schickt in Mir nämeds uf öis am Schauspielhaus Zürich auf einen Spacetrip in Richtung andere Welten. Managersprache trifft auf Futurologie, die schönsten Hologramm-Botschaften inklusive. Mehr von Claude Bühler.

München, 15. Dezember 2017: Christopher Rüping reenacts Trommeln in der Nacht

Was tun mit Bertolt Brechts frühem Revolutionsstück Trommeln in der Nacht? An den Münchner Kammerspielen beginnt Regisseur Christopher Rüping mit einem Reenactment der Uraufführung und landet schließlich im Heute. Michael Stadler ist beeindruckt.

Wien, 15. Dezember 2017: Johan Simons inszeniert Roths Radetzkymarsch an der Burg

Bunte Luftballons schweben über die Bühne. Ihre Reibungselektrizität lässt schon einmal die Haare derjenigen fliegen, die am Burgtheater in Johan Simons' Inszenierung von Joseph Roths Radetzkymarsch den k.u.k.-Epochenwechsel schlecht überstehen. Mehr von Leo Lippert.

Berlin, 15. Dezember 2017: Ersan Mondtags Die letzte Station am Berliner Ensemble

Ersan Mondtag inszeniert mit Die letzte Station einen Totentanz um Sterben und Tod, die Schmerzen, den Scham und Einsamkeit. Dirk Pilz sah aber auch ein Theater in Gänsefüßchen.

München, 14. Dezember 2017: Corinne Maiers Children of Tomorrow am Volkstheater

Ach, Kinder! Tina Müller und Corinne Maier zeigen in Children of Tomorrow am Volkstheater Elternschaft und Familie als realdystopischen Stressbetrieb. Ziemlich klug pointiert und frisch gespielt, das Ganze, findet Philipp Bovermann.