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Elisabeth Orth gestern im Wiener Burgtheater © Reinhard Werner

Jenseits der Familienbande

Wien, 8. Februar 2011. Wer in einen der glamourösesten und umstrittensten Schauspielerclans Österreichs hineingeboren wird, muss sich etwas einfallen lassen, wenn sie es selbst ernst meint mit der Bühnenkunst. Um nicht vom magischen Namen Hörbiger vereinnahmt und durch die theaterhistorische Brille betrachtet zu werden, hat Elisabeth Orth früh den Familiennamen ihrer Großmutter mütterlicherseits angenommen.

So entging sie dem Schicksal, immer die Tochter von Paula Wessely und Attila Hörbiger zu sein, oder die Schwester von Christiane und Maresa. Souverän schritt sie die großen Rollen des Repertoires aus, zunächst am Wiener Vokstheater und dem Theater der Courage, von 1968 als Ensemblemitglied des Burgtheaters.

Dort debütierte sie an der Seite von Klausjürgen Wussow 1965 als Luise in Schillers Kabale und Liebe. Bis heute ist die Kammerschauspielerin dem Haus verbunden, vor allem in Inszenierungen von Andrea Breth: Sie war Elisabeth in Maria Stuart, Claudia in Emilia Galotti und der Großinquisitor im Don Carlos. Vor wenigen Tagen erst hatte sie in Breths Zwischenfälle Premiere.

Von 1985 bis 1994 präsentierte Elisabeth Orth die ORF-Sendung "Schatzhaus Österreich", war aber nur in wenigen Filmen, wie der Weihnachtssatire Single Bells, zu sehen.

Wir gratulieren Elisabeth Orth herzlich zum 75. Geburtstag!

(geka)