18. Juli 2011. Eine Erinnerung: Heinz Bennent und sein Sohn David waren – es mag zehn Jahre her sein – mit einer Doppellesung unterwegs. David Bennent las Heiner Müllers "Bildbeschreibung", und er machte seine Sache gut, vielleicht ein wenig gespreizt. Dann aber kam Heinz Bennent und machte Hölderlins "Hyperion" so sehr zu seinem eigenen Text, füllte diese ferne, idealistisch begeisterte Prosa so sehr mit gebändigter Erfahrungstiefe, dass es den Zuhörern den Atem verschlug. Diesen greisen Hyperion würde man hinfort nicht mehr aus dem Kopf kriegen. Heute wird Heinz Bennent, dessen Schauspiel Ernst und Narrentum (1992 war er Dieter Dorns Narr im "Lear") immer auf das Glückhafteste verband und der – auch das eine festhaltenswerte Leistung – Peter Zadek in den 60er Jahren das Autofahren lehrte, 90 Jahre alt. Wir gratulieren.

 
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