4. Oktober 2011. Soeben ist im Daco-Verlag ein großer, schwerer Prachtband erschienen: "The Watermill Center - A Laboratory for Performance – Robert Wilson's Legacy". Ein schönes Buch, in dem von Laurie Anderson bis Isabelle Huppert lauter Weggefährten Wilsons sein Werk und Wirken würdigen. Ein Buch voller Lob und Bewunderung. So ist das, wenn es die Großen der Zunft zu feiern gilt. Und gefeiert wird mit Wilson einer der einflussreichsten Erneuerer, Umstürzler, Visionäre des Nachkriegstheaters.

Ein Mann, der nicht nur Regisseur, sondern auch Designer, Architekt, Bühnenbildner, Maler ist und seit 20 Jahren auf Long Island das Lern- und Lehrinstitut Watermill Center betreibt. Ein Mann, der in den 60er Jahren ein Genre und Grenzen sprengendes Performancetheater entwarf, mit Tänzern, Musikern und Lichtdesignern gearbeitet und dabei einen eigenen, prägnanten Stil geschaffen hat. Mag sein, dass seine weißgeschminkten, puppenhaften Trippelschrittchenschauspieler auf um Eindruck bemühten Bühnen in den letzten Jahren allerhand an Kraft und Irritationspotential verloren haben, aber dieser Wilson-Kosmos war einmal Avantgarde, ist aus der Theatergeschichte nicht wegzudenken. Heute wird Robert Wilson 70 Jahre alt. Wir gratulieren.

 
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