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Das Interim als Chance

7. Oktober 2011. Er habe in den letzten Jahren immer wieder mit Intendanzen "hier und dort" geflirtet, sagt der designierte Karin-Beier-Nachfolger Stefan Bachmann im Interview mit der Kölnischen Rundschau (7.10. 2011) "aber erst jetzt in Köln hat mir der Bauch gesagt: Hier stimmt es." Für den Sommer 2012 sei der Umzug mit der fünfköpfigen Familie nach Köln geplant. In seinem Vetrag stehe auch, dass er keine Schulden erben würde. Die Debatte um das Millionendefinzit der Bühnen der Stadt Köln läßt am Rhein derzeit allseits die Nerven blank liegen.

Ob er Angst vor dem großen Schatten seiner Vorgängerin habe, will die Kölnische Rundschau außerdem von Stefan Bachmann wissen. Bachmann: "Natürlich lässt sich immer leicht punkten, wenn ein Theater am Boden liegt – das war so, als ich 1998 Schauspielchef in Basel wurde. Andererseits macht es ein exzellent aufgestelltes Haus, wie ich es hier vorfinde, auch leicht, gute Leute zu holen. Und da sich die Wege von Karin Beier und mir immer mal gekreuzt haben, wird die Übergabe sehr kollegial verlaufen."

Natürlich wolle er als Intendant das Haus durch seine Regiehandschrift prägen, so Stefan Bachmann, "wobei ich ja einem erzählerischen Theater vertraue. Andererseits habe ich mich bemüht, das Theater für jeden Stoff gewissermaßen wieder neu zu erfinden. Als Sklave einer bestimmten Form würde ich mich langweilen und will auch andere spannende Ansätze zulassen. Ich glaube, alles ist gut, wenn der Kerngedanke standhält."

Er starte seine Intendanz bereits im Umbau-Interim. Ein Problem? Bachmann: "Das Interim selbst kann eine Chance sein. Aber ich möchte nicht ausschließlich durch die Stadt tingeln. Ich bin seit Sommer dabei, ein neues Hauptquartier zu finden, eventuell in einem nicht so an Theater gewöhnten Bezirk. Es sieht so aus, als ob das etwas sehr Schönes werden könnte."

(sle)