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Was aus den Menschen spricht

19. November 2011. Wie unter anderem die Frankfurter Rundschau meldet, wird die Autorin Kathrin Röggla mit dem Mainzer Stadtschreiberpreis 2012 ausgezeichnet. Röggla erhalte den mit 12.500 Euro dotierten Literaturpreis für ihr ungewöhnlich vielseitiges und reiches Werk, gaben die Stadt Mainz, das ZDF und 3sat bekannt.

Desweiteren ist der Preis mit einem Aufenthalt in der Stadtschreiberwohnung im Mainzer Gutenberg-Museum verbunden und der Möglichkeit, zusammen mit dem ZDF eine Dokumentation zu produzieren. In der Begründung heißt es, dass sie sich "temperamentvoll und wütend, lustvoll und sich kunstvoll auf die gegenwärtige Sprache einlasse" und den "Seelenzustand einer Welt im Alarmzustand" beschreibe.

Röggla wurde 1971 in Salzburg geboren, studierte erst dort und ab 1992 in Berlin Germanistik und Publizistik. Ihr erster Erzählband "Niemand lacht rückwärts" erschien im Jahr 1995, zwei Jahre später folgte der Roman "Abrauschen". Im September 2001 lebte sie aufgrund eines Literaturstipendiums in New York und berichtete für die taz über 9/11. Auf Grundlage dieser mit "really ground zero" überschriebenen Texte entstand Rögglas erstes Theaterstück "fake reports" über die Beschreibung einer Wirklichkeit, die sich nach den Anschlägen ihrer selbst neu versichern muss.

Mittlerweile sind mehr als ein Dutzend Theatertexte uraufgeführt. "Die Beteiligten" machte das aus Funk und Fernsehen bekannte Entführungsopfer Natascha Kampusch zugleich zum Zentrum und zur Leerstelle in einem konzertanten Echo von Meinungen und Sprechen, dem großen Rauschen aus öffentlicher Meinung und Recht auf Privatheit. Stefan Bachmanns Inszenierung wurde 2011 zum Theatertreffen eingeladen. Der Stadtschreiberpreis wird im März 2012 verliehen, Preisträger 2011 war Ingo Schulze.

(sik)


 
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