Lessings Geist

Wolfenbüttel, 7. Dezember 2011. Regisseur Claus Peymann erhält den mit 20.000 Euro dotierten Lessing-Preis für Kritik 2012, wie u.a. Radio Bremen meldet. Peymanns Theater habe viele Gemeinsamkeiten mit den Theaterprojekten Lessings, begründete die Jury die gestern veröffentlichte Entscheidung.

Seit den 1960er Jahren habe der heutige Chef des Berliner Ensembles gesellschaftliche Themen im Theater reflektiert. Noch immer verstehe er das Theater als moralische Einrichtung und halte am Gedanken der Erziehbarkeit des Menschen durch die Kunst fest. Der Preis im Gedenken an den Aufklärer und Dramatiker Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) soll am 13. Mai 2012 in der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel überreicht werden. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre von der Lessing-Akademie Wolfenbüttel, der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz und der Stiftung Nord/LB-Öffentliche verliehen.

Es gehört zur Besonderheit, dass der Preisträger einen Förderpreisträger eigener Wahl bestimmt, der von den 20.000 Euro Preisgeld 5.000 Euro erhält. Peymann hat sich für das inklusive Berliner Theater RambaZamba entschieden und dabei vor allem die Leistung Nele Winklers gewürdigt.

Die bisherigen Preisträger waren Karl Heinz Bohrer (2000), Alexander Kluge (2002), Elfriede Jelinek (2004), Moshe Zimmermann (2006), Peter Sloterdijk (2008) sowie Kurt Flasch (2010).

(Lessing-Akademie / geka)

 
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