Heureka!

27. Februar 2012. Wie u.a. der Kölner Stadtanzeiger meldet, soll Bernhard Helmich, zurzeit Generalintendant am Theater Chemnitz, neuer Generalintendant am Theater Bonn werden. Dies schlage die Stadtverwaltung dem Rat vor, der in seiner Sitzung am 1. März darüber entscheiden solle, zitiert der Kölner Stadtanzeiger eine Mitteilung der Stadt Bonn. Der 49-Jährige könnte dem Blatt zufolge die Leitung der Bonner Theater vom 1. August 2013 an für zunächst fünf Jahre übernehmen.

"Ich würde mich sehr freuen, wenn ich gewählt würde", sagt Bernhard Helmich dazu im Gespräch mit nachtkritik.de und bestätigt den Stand der Verhandlungen. 2009 hatte er seinen Vertrag mit der Stadt Chemnitz bis 2016 verlängert. Er habe die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig schon über seine Bonner Absichten informiert und werde die Stadt im Falle seiner Wahl bitten, seinen Vertrag aufzulösen.

Der amtierende Bonner Intendant Klaus Weise hatte am 1. Juli 2011 bekanntgegeben, nicht für eine Vertragsverlängerung über die Spielzeit 2012/2013 hinaus zur Verfügung zu stehen – Grund: "Die von der Stadt Bonn beabsichtigte Reduktion des Zuschusses an das Theater in Höhe von 3,5 Millionen Euro ab der Spielzeit 2013/14 erachte ich für desaströs." In den Vorverhandlungen sei natürlich über Geld gesprochen worden, aber er werde sich zu diesem Zeitpunkt nicht zu diesem Thema äußern, so Bernhard Helmich zu nachtkritik.de. Erfahrung im Kompromisse Schmieden mit einer sparwilligen Kulturpolitik hat er in Chemnitz bereits gesammelt – dort entwickelte er 2008 "kurzfristige Sparvorschläge und ein längerfristiges Entwicklungsprogramm" zur Einsparung von bis zu 1,5 Millionen Euro pro Jahr.

Der Bonner Kulturdezernent Martin Schumacher äußert sich in der vom Kölner Stadtanzeiger zitierten Mitteilung der Stadt Bonn überzeugt, "mit Bernhard Helmich einen Theatermann von Format zu gewinnen, der auf Grund seiner bisherigen Erfahrungen und künstlerischen Tätigkeiten in der Lage ist, das Theater Bonn zu leiten und neu auszurichten, und dies auch vor dem Hintergrund eines in Stufen verminderten städtischen Betriebsmittelzuschusses".

Bevor er 2006 die Leitung der Städtischen Theater Chemnitz übernahm, war Bernhard Helmich als Dramaturg u.a. am Nationaltheater Taipeh (Taiwan), am Theater Trier, an den Bühnen der Stadt Bielefeld und am Theater Dortmund beschäftigt. Von 2001-2005 war er Chefdramaturg und persönlicher Referent des Intendanten an der Oper Leipzig, von 2003-2005 zusätzlich Direktor der Musikalischen Komödie, des Operetten- und Musicaltheaters der Oper Leipzig. Von 1981–87 studierte er Literaturwissenschaften, Musikwissenschaften und Theaterwissenschaften in Köln und Hamburg und Musiktheater–Regie bei Götz Friedrich in Hamburg.

Die Stadt Bonn hatte auf ihrer Suche nach einem neuen Intendanten bereits mehrere Absagen erhalten – zuletzt von der Saarbrücker Intendantin Dagmar Schlingmann. Das Haus ist dieses Jahr zum ersten Mal seit 1999 mit Lukas Langhoffs Ibsen-Inszenierung "Der Volksfeind" zum Berliner Theatertreffen eingeladen.

(Kölner Stadtanzeiger / sd)

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