König des Monologs

Berlin, 5. März 2013. Der Theaterpreis Berlin 2013 geht an den Schauspieler Jürgen Holtz. Das melden die Berliner Festspiele. Im Rahmen des von den Festspielen ausgerichteten Berliner Theatertreffens wird der Preis jährlich vergeben. Geehrt werde mit Jürgen Holtz "ein Grantler, ein feiner Gedankenverfertiger im Sprechen, ein König des Monologs", heißt es in der Jurybegründung.

Holtz sei "gegen die sogenannten Ensembles, die, wie er sagt, heilige Kühe hüten in ungesunden Ställen" seien und "ansteckende Krankheiten pflegen wie Hochmut, Besserwisserei, Selbstgefälligkeit und Fremdenhass". Doch Jürgen Holtz lebe vor, "was Schauspielertheater im noblen Sinne ist: geistvoll, in einer kollektiven Verabredung geborgen und befreit zugleich."

Der Jury gehörten der Intendant der Berliner Festspiele, Dr. Thomas Oberender, die Theaterkritikerin Christine Wahl und der Intendant des Hans-Otto-Theaters Potsdam, Tobias Wellemeyer, sowie mit beratender Stimme die Leiterin des Berliner Theatertreffens, Yvonne Büdenhölzer, an.

Jürgen Holtz wurde 1932 in Berlin geboren und kam 1966 ans Berliner Deutsche Theater. 1974 wechselte er ans Berliner Ensemble. 1983 verließ er die DDR Richtung Bochum, dessen Schauspielhaus damals von Claus Peymann geleitet wurde und ein veritables DDR-Exiltheater war. Später wechselte Holtz ans Schauspiel Frankfurt, dessen Intendant Adolf Dresen hieß. Als Dresens Hamlet hatte Holtz bereits 1964 in Greifswald seinen Durchbruch als Schauspieler erlebt. Auch wenn die Inszenierung später von der Partei abgesetzt wurde. Neben Dresen gehörten Benno Besson und Einar Schleef zu den prägenden Regisseuren im Schauspielerleben von Jürgen Holtz. Zuletzt war Jürgen Holtz u.a. in Inszenierungen von Thomas Langhoff und Robert Wilson (z.B.in der Dreigroschenoper als Peachum) zu sehen.

Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wird am Sonntag, den 5. Mai 2013 um 12.00 Uhr im Haus der Berliner Festspiele vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit an Jürgen Holtz übergeben. Wowereit ist auch Vorsitzender des Rats der Stiftung Preußische Seehandlung, die den Preis 1988 gestiftet hat. Unter den Preisträgern der vergangenen Jahre sind Margit Bendokat, Dimiter Gotscheff und Sophie Rois.

(Berliner Festspiele / sle)

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Kommentare

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#1 Theaterpreis: Außergewöhnlich als NathanAntigone 2013-03-06 22:08
Nathan der Weise

Wie schön! Jürgen Holtz ist eine aussergewöhnliche schauspielerische Erscheinung auf der Bühne.. Insbesondere sein "Nathan" unter der großartigen Regie von Hasko Weber am Nationaltheater Mannheim von 2002 gehört zu diesen Meilensteinen.
Von Herzen Gratulation!

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