"Mich interessieren Machtgefälle"

31. Mai 2013. Dass sie in Mülheim gewonnen habe, habe auch mit sehr viel Glück zu tun, sagt die Dramatikerin Katja Brunner zu Linus Schöpfer vom Zürcher Tagesanzeiger (Ausgabe vom 30.5.2013). Was macht sie mit den 15000 Euro Preisgeld? "Den grösseren Teil auf die Seite legen und den kleineren Teil verprassen." Sie werde wohl lange Ferien in der wunderbaren Stadt Odessa machen. Vielleicht werde sie sich auch eine Katze zutun.

Außerdem werde sie natürlich weiter "schreiben, schreiben, schreiben."

Zu ihrem Impetus sagt sie: "Mich interessieren Machtgefälle, Abhängigkeiten und Systeme, die Abhängigkeit erzeugen. Diese versuche ich in starken – in nahen, eventuell zu nahen – Nahaufnahmen kenntlich zu machen."

Und zum preisgekrönten "Von den Beinen zu kurz": "Das Stück hat keinen autobiographischen, sondern einen zeitgeschichtlichen Hintergrund. In der Zeit, als ich den Text verfasst habe, kamen in kurzer Zeit relativ viele Missbrauchsfälle ans Licht – Fritzl war der bekannteste davon." Sie habe die mediale Verwurstung dieser Fälle gestört, diese Verengung auf eine Schwarz-Weiss-Perspektive: "Den Opfern wurde eine Stimme abgesprochen, und die Täter waren Verkörperungen des absolut Bösen, sodass in den eigenen Reihen jede und jeder von der Prüfung der eigenen Lust am Missbräuchlichen schnurstracks enthoben war."

(sd)

 
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