Wider die Lebensnot

Berlin, 7. Juni 2013. Im Rahmen des Festivals "Autorentheatertage Berlin" des Deutschen Theaters erhielt die Dramatikerin Felicia Zeller am Abend den mit 5.000 EUR dotierten Hermann-Sudermann-Preis für ihr Werk "X-Freunde".

In Kooperation mit dem Deutschen Theater Berlin wurde der Hermann-Sudermann-Preis für Dramatiker in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen. Der mit 5.000 EUR dotierte Preis, der künftig alle zwei Jahre vergeben wird, würdigt herausragende Leistungen im Bereich der deutschen Dramatik. Eine Jury, bestehend aus den beiden Dramaturgen des Deutschen Theaters Berlin, Christa Müller und Prof. Dr. John von Düffel, sowie den Vorstandsmitgliedern der Hermann Sudermann Stiftung, Dr. Karen Bork und Helmut Otten, hatte die Preisträgerin aus dem Kreis der Autoren ausgewählt, die mit Gastspielen ihrer Stücke zu den Autorentheatertagen eingeladen worden waren.

In seiner Laudatio auf Stück und Autorin sagte der Theaterkritiker und Zeit-Autor Gerhard Jörder: "X-Freunde" sei auch deshalb "so stark und bemerkenswert", weil die Autorin den Mut habe, die "Banalität unserer alltäglichen Lebensnot noch einmal aufzutischen". - "Der Wahnsinn ist, dass der Wahnsinn für alle schon Normalität ist", für ihn, so Jörder, sei das der zentrale Satz des Stücks. Es gehe nicht um "aparte Neuigkeiten, sondern ums Grundsätzliche unserer Existenz. Wollen wir, im Ernst, so lachhaft weiterleben, ohne Zeit zu haben für uns und für die Menschen um uns herum, ohne Empathie, ohne Mitleidensfähigkeit für Partner und Freunde, immer nur aufs eigene Fortkommen fixiert ...?"

Felicia Zeller, 1970 in Stuttgart geboren, studierte an der Filmakademie Baden-Württemberg (Diplom 1998). Sie schreibt Theatertexte und Prosa, außerdem ist sie Autorin und Regisseurin vieler Filme und anderer Werke auf dem Gebiet der Neuen Medien.

(Hermann Sudermann Stiftung / jnm)

 

 
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