Der eiserne Trojaner

von Christian Rakow

Berlin, 15. März 2014. Die großen Ablenkungsmanöver der Menschheit: das trojanische Pferd, ganz sicher. Oder Hermann der Cherusker alias Arminius. Der hatte auch einige Finten drauf, um die römischen Legionen von Varus anno 9. n. Chr. im Teutoburger Wald zu übertölpeln. Und die US-Regenten natürlich. Die machen schon mal Shakehands mit Angela Merkel am Strand von Heiligendamm und lauschen hinten rum ihr Handy ab.

prinz von daenemark musical harald schmidt stuttgart c cecilia glaesker uBestens erprobt: Harald Schmidt als Polonius
im Musical "Der Prinz von Dänemark" 2008
am Schauspiel Stuttgart © Cecilia Gläsker
In die Reihe der großen Finten-Schläger darf jetzt auch Claus Peymann gerechnet werden. Am Mittwoch schickte der Intendant des Berliner Ensembles und Ex-Intendant des Wiener Burgtheaters noch ein Fax (E-Mail ist nicht so seines) an Late-Night-Talker a.D. Harald Schmidt und trug ihm darin die Intendanz des Burgtheaters an. Einen "Hamlet" mit Schmidt in der Titelrolle und Peymann am Regiepult hätte es obendrein geben sollen. Ein guter Lacher? Nein, ein handfestes Ablenkungsmanöver.

Wo Harald drauf steht, ist Hermann drin. Soll heißen: Peymann hat sein trojanisches Pferd gesattelt und seinen Getreuen Hermann Beil (Hermann den Wiener, nicht den Cherusker) ans Burgtheater geschickt, so wird gerade vermeldet. Was den "Hamlet"-Plan natürlich nicht obsolet macht. Eher noch wahrscheinlicher. Der letzte Wiener "Hamlet" von Andrea Breth war auch nicht so der Kracher. Was man so liest. Jedenfalls geht wieder was. Peymann und Beil forever. Harald, äh, Hermann, hol' schon mal den "Hamlet"!

 

Mehr dazu:

Meldung vom 15. März 2014: Hermann Beil soll Interimsdirektor des Wiener Burgtheaters werden

Blog vom 13. März 2014: Was Claus Peymann seinem Idol Harald Schmidt anlässlich dessen letzter Sendung im Fernsehen vorschug

 
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