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Bestechende Konsequenz

10. April 2014. Die Regisseurin Susanne Kennedy erhält für ihre Inszenierung Fegefeuer in Ingolstadt den diesjährigen 3sat-Preis beim Berliner Theatertreffen. Das geht aus einer Mitteilung der Berliner Festspiele hervor, die das Theatertreffen veranstalten. Die prämierte Arbeit ist 2013 an den Münchner Kammerspielen entstanden.

susannekennedy 140 .carlihermes xjpgSusanne Kennedy
® Carli Hèrmes
Marieluise Fleißers Drama "Fegefeuer in Ingolstadt" von 1924, sprachlich ebenso archaisch wie poetisch, werde nur selten gespielt, schreiben die Berliner Festspiele in ihrer Mitteilung. Doch in der Inszenierung der jungen Regisseurin Susanne Kennedy zeige sich, "wie allgemeingültig die Geschichte vom Erwachsenwerden in der Provinz doch ist."

In seiner Konsequenz sei der Abend bestechend, zitiert die Pressemitteilung die Begründung der Jury, die in diesem Jahr aus dem Theaterkritiker und Mitglied der Theatertreffen-Jury Christoph Leibold, der Leiterin des Theatertreffens Yvonne Büdenhölzer und Wolfgang Horn, Redakteur bei 3sat, bestand. "Eine kühle Installation von kleinbürgerlicher Enge und religiösem Wahn, die mit ihren verstörend schönen Bildern lange nachwirkt."

Susanne Kennedy wurde 1977 in Friedrichshafen geboren. Seit zehn Jahren lebt und arbeitet sie in Amsterdam, wo sie Regie an der Hogeschool voor de Kunsten studierte.

Der Preis des TV-Senders 3sat zeichnet seit 1997 einen oder mehrere Künstlerinnen und Künstler aus dem Kreis der zum Berliner Theatertreffen eingeladenen Ensembles "für eine richtungsweisende, künstlerisch-innovative Leistung aus" und ist mit 10.000 Euro dotiert. Unter den Preisträgern der Vorjahre sind Christoph Schlingensief, die Regisseure Stephan Kimmig und Dimiter Gotscheff, Bühnenbildner wie Katja Haß und Olaf Altmann sowie die Schauspielerinnen Susanne Wolf, Birgit Minichmayr und Sandra Hüller.

(Berliner Festspiele / sle)