Erzählen gegen die Vertreibung

von Gabi Hift

Paretz, 31. August 2018. Am Anfang steht die Hoffnung. Wir sind in der Paretzer Scheune, einst Stall, Traktorenlager der LPG, Speicher, jetzt Ort für Dorffeste und Kultur. Die Zuschauer sitzen an den Längsseiten, die Darsteller marschieren ein, zwölf wenden sich zur einen Seite, zwölf zur andern – noch lässt sich nicht unterscheiden, wer Profi ist und wer Mitglied der Bürgerbühne – und singen, ganz leise zuerst: "Ein neuer Frühling wird in die Heimat kommen, schöner noch, wie's einmal war". Da ist Hoffnung in der Luft, die alle teilen: die Bürger von heute, die auf eine neue Art von Heimat hoffen; die Figuren aus dem Stück im Jahr 1938: junge Juden, die auf ein neues Leben in Palästina hoffen, Nazis, auf den Anbruch eines Tausendjährigen Reichs hoffen. Und all diese Hoffnungen fühlen sich womöglich ähnlich an.