Damals auf der Firmenfeier

von Jan Fischer

Göttingen, 30. November 2019. Es ist diese Geschichte, die man aus viel zu vielen Tweets kennt, eine #metoo-Geschichte. Und der Satz, der am härtesten trifft, ist dieser: "Gesetzt ist: Eine Vergewaltigung ist geschehen." Niemand, weder Vergewaltiger noch Vergewaltigte, bestreitet das. Eine Firmenfeier, beide sind betrunken, beide sind befreundet, sie verschüttet ein Getränk auf seinem Hemd, er zieht es aus, sie aus lustig-betrunkener Solidarität ihre Bluse auch, er vergewaltigt sie.

Hohler Kern der Macht

von Kai Bremer

Göttingen, 13. April 2019. Zusammen mit der Bühnenbildnerin Jennifer Hörr hat Christoph Mehler mit  "Macbeth" eine Art optische Inversion seiner "Peer Gynt"-Inszenierung vorgelegt, die Anfang des Jahres in Darmstadt herauskam. Während damals ein leichter, die Schneelandschaften andeutender Vorhang die Bühne mal rahmte, mal ihren Boden auskleidete, bildet in Göttingen nun ein roter, die blutige Tyrannis symbolisierender Vorhang den Hintergrund. Immer wieder wird er exorbitant aufgebläht – zur gewaltigen Geschwulst, die den ansonsten schwarzen Bühnenraum ausfüllt, die ungezügelte Ausweitung der Schreckensherrschaft hervorragend versinnbildlicht und zugleich die Frage aufwirft, ob ihr Zentrum tatsächlich derart substanzlos ist, wie das der ballonartige Vorhang, der die Bühne überwölbt, nahelegt.

Tanz die Depression

von Jan Fischer

Göttingen, 7. Dezember 2018. Ein paar Klaviertöne begleiten das Publikum, als es, über die kleine Bühne des Deutschen Theater Göttingen hinweg, seine Plätze einnimmt. Außer dem Klavier, an dem Christina Jung eine leicht lustlose und traurige Melodie spielt, ist die Bühne karg ausgestattet. Die Gerippe dreier großer Kästen aus Metall stehen noch da, ein paar Stühle, und darauf, apathisch wie vergessene Möbelstücke, der Rest des Ensembles: Sebastian Gisl, Benjamin Kempf, Rebecca Klingenberg und Mirjam Sommer.

Die Welt, frisch aufgeknackt

von Jan Fischer

Göttingen, 18. August 2018. Der Eingang des Kaninchenbaus ist videoüberwacht und wird eine halbe Stunde nach der Vorstellung geschlossen. Jedenfalls steht das auf großen Schildern über dem guten Dutzend weißer Kaninchen, die Kopfhörer und rote Aufkleber mit der Aufschrift "Ich bin Alice" an das Publikum verteilen. Beinahe zu realistisch scheint diese Ankündigung, gemessen an der Welt, die sich jenseits des Eingangs eröffnet.

Keine Erfüllung. Nirgends

von Michael Laages

Göttingen, 6. April 2018. Türöffner ins hiesige Theater-Repertoire ist für den norwegischen Autor Arne Lygre vielleicht tatsächlich die Inszenierung gewesen, mit der das Berliner Ensemble im vorigen Herbst in die erste Saison unter Oliver Reese startete. Aber auch schon lange vor "Nichts von mir" waren an deutschsprachigen Theatern erste Arbeiten zu sehen gewesen; allerdings ohne nachhaltigen Erfolg – in Karlsruhe, Dresden oder bei Erich Sidler, dem damaligen Berner Schauspielchef und jetzigen Göttinger Intendanten. Ans Deutsche Theater in Göttingen hat Sidler nun auch Lygre mitgebracht. Und "Schatten eines Jungen", der Text von 2006, hat durchaus das Zeug, den mittlerweile 50jährigen Dramatiker aus Bergen endlich durchzusetzen fürs Repertoire.

Goldregen über verlorenen Existenzen

von Jan Fischer

Göttingen, 24. November 2017. Kate Tempests Texte hört man am besten von der Spoken-Word-Künstlerin selbst. Diese tiefe Stimme, die diese spielerischen Texte voller Wut und emphatischer Klugheit in schnoddrigem Nordlondoner Akzent dahinflowen lässt. Andererseits kann Tempest ja auch nicht überall sein. Von daher ist es den drei Darstellern in ihrem Stück "Wasted", das im Deutschen Theater Göttingen erstmals übersetzt aufgeführt wird, hoch anzurechnen, dass sie es versuchen.

Die Möglichkeit eines Happy Ends

von Jan Fischer

Göttingen, 24. Februar 2017. Eurydike, die Demagogin, tritt in den Raum, den kleinen Saal des Deutschen Theaters Göttingen. Sie hat ihre Familie im Schlepptau, Kreon, Haimon und die anderen Kinder. Sie wühlen sich durch das noch stehende Publikum, lächeln, schütteln Hände. Dann betritt Eurydike in ihrem wollenen Machtmenschenköstum das Rednerpult, die Familie ist fotogen um sie herum drapiert. In einer flammenden Rede verkündet sie ihre Executive Order: Polyneikes soll nicht bestattet werden. Man klatscht. Antigone und ihre Schwester verlassen wutentbrannt den Saal. Es werden Häppchen und Getränke gereicht.

1+1 = Revolution

von Cornelia Fiedler

Göttingen, 22. Dezember 2016. Von der "gläsernen Decke", an der sich hochqualifizierte Frauen heute kurz vor der obersten Führungsetage den Schädel blutig stoßen, können Sofja, Anjuta und Julija nur träumen. In ihrer Welt ist die Decke aus Stein, eine Karriere jenseits von Brautkleid und Babybauch nicht vorgesehen und Denken ein überflüssiger Luxus im hübschen Köpfchen. Und doch spuken 1868 unerhörte revolutionäre Hirngespinste durch diese Welt, bis hinein in die tiefste russische Provinz. Wirre Ideen von sogenannter, äh, individueller Freiheit und von der Gleichheit aller Menschen, aller, ja, sogar dieser, naja, dieser weiblichen! Folglich bildet sich die gerade mal 17-jährige Sofja doch tatsächlich ein, studieren zu wollen, nur weil sie von klein auf eine geradezu nerdige mathematische Begabung aufwies. Autorin Anne Jelena Schulte und Regisseurin Antje Thoms finden am Deutschen Theater Göttingen lässige, patinafreie Bilder für die Geschichte der weltweit erste Professorin für Mathematik: Sofja Kowalewskaja.

Hinter jeder Tür eine Intrige

von Jan Fischer

Göttingen, 19. November 2016. Man möchte ihn schütteln, den Infanten. Um ihn herum explodiert ein buntes Feuerwerk höfischer Intrigen. Und er? Don Karlos, Kronprinz des spanischen Weltreiches? Sitzt träge in der Ecke, während traurige Singer-Songwriter Musik läuft und er sich in seiner unglücklichen Liebe zu seiner angeheirateten Mutter wälzt. Aber Liebe macht nun einmal blind, und Liebeskummer offenbar auch. Dem leidenden Emo-Prinzen stellt Maik Priebe in seiner Inszenierung des Don Karlos am Deutschen Theater in Göttingen einen Marquis von Posa zur Seite, der von Typ her ein wenig wie ein abenteuerlustiger Backpacker wirkt. Die Bromance der beiden ist stark, auch wenn sie im Laufe der Inszenierung ein wenig bröckelt. Die Tragödie jedenfalls beginnt mit ihr, und trauriger Musik.

 Die letzten der weißen Männer

 von Jan Fischer

Göttingen, 30. September 2016. Wir befinden uns in einer nahen Zukunft. Die letzten der weißen Männer, Akteure des "letzten deutschen Volksaufstands" rollen auf elektrischen Rollstühlen durch einen klinisch weißen Raum. Hin und wieder krakeelen sie durch den Nebel ihrer Altersdemenz "Deutschland erwache!", oder murmeln etwas davon, dass sie Reichsbürger seien.

"Das ganze Unglück kommt von den Fremden"

von Andreas Wicke

Göttingen, 4. Juni 2016. "Polen. Russen. Rumänen. Es werden täglich mehr. Die wollen unser Deutschland zerstören. Die wollen uns Deutschland wegnehmen. Wenn wir nicht aufpassen." Die Ideologie der Figuren in Klaus Pohls "Die schöne Fremde" passt auf einen Bierdeckel, ist parolenhaft und stammtischkompatibel. Schnell ist man sich einig in jenem Kleinstadthotel in irgendeinem Provinznest. Die Männer, die sich hier betrinken, sind hasserfüllt, gewaltbereit und dauergeil, solange es nicht um die eigene Frau geht. Die Brüder Maul nennen die Hundezucht ihr Hobby, können "das Wort sozial nicht mehr hören" und kümmern sich darum, dass Falschparker getötet werden, zumindest wenn sie den eigenen Wagen zuparken und aus Polen stammen.

Lasst stumme Hühner um mich sein!

von Elisabeth Michelbach

Göttingen, 23. Januar 2016. Lange bevor die Germanen kommen, ist das Landhaus des letzten römischen Kaisers eine Ruine: ein in sich zusammengesacktes Häusergerippe im Kunstnebel, dessen Strohdach über den Boden fließt. Am höchsten Punkt thront noch die stolze Fahne mit dem goldenen Lorbeerkranz, der Kranz des Kaisers Romulus hat indes schon sehr gelitten: Nur noch vier Blätter sind dem Taugenichts geblieben, der sich der Hühnerzucht verschrieben hat, die Ratschläge seiner Minister konsequent ignoriert und in seiner 20-jährigen Amtszeit Rom kein einziges Mal betreten hat. Nun sind die Germanen weit in sein Reich vorgerückt, doch er weigert sich, Schritte gegen die drohende Übernahme einzuleiten oder auch nur den Boten mit den neuesten Nachrichten von der Front anzuhören.

Auf der Suche nach dem endgültigen Geschlechtsakt

von Andreas Wicke

Göttingen, 20. November 2015. Die Phallen? Die Phalli? Die Phalusse? Alle drei Pluralbildungen lässt der Duden zu, und bereits zur Beschreibung des Plakats, mit dem das Deutsche Theater Göttingen für Rebekka Kricheldorfs "In der Fremde" einlädt, braucht man eine dieser Formen. Apropos Formen, auf den zweiten Blick erkennt man dann auch noch umgedrehte Herzchen. Liebe oder Sex? Während die Dichter der Romantik unter dem Titel "In der Fremde" die grundsätzliche Unbehaustheit des Menschen diskutieren, erkundet Rebekka Kricheldorf die Fremde als einen Ort, an dem sich sexuelle Identitäten und Hierarchien neu definieren und dechiffrieren, aber auch neu perspektivieren lassen.

Werktätige Zombies

von Elisabeth Michelbach

Göttingen, 13. Juni 2015. Mit Pauken hebt sich der Vorhang zum "heißen Herz der Erde", wo am "offenen Donnerstag" einmal pro Monat alle Armen, Ausgestoßenen und Aussätzigen auf die Hilfe des freigebigen Milliardärs hoffen können. Mit Klavier- und Geigenklängen, unzähligen Perkussionsgeräuschen und gar dem Katzenjammer eines Theremins (das ist, wie mir ein kundiger Sitznachbar zuflüstert, ein Instrument, das ohne Berührung eines Klangkörpers gespielt würde und welches durch die "StarTrek"-Serie einige Berühmtheit erlangt habe) geht es weiter – und um die Musik für einmal gleich zu Beginn zu ihrem Recht kommen zu lassen: Was der Theatermusiker und Multiinstrumentalist Martin Engelbach aus seinem Ein-Mann-Orchestergraben in Maik Priebes Inszenierung von Georg Kaisers Gas-Triptychon in Göttingen hören lässt, ist unglaublich!

Der explosive Duft der Freiheit

von Jan Fischer

Göttingen, 18. April 2015. Schon wenn das Publikum den Saal betritt, steht er da, Gottlieb Biedermann, in seiner spakeligen Pracht. "Der beste der Menschen" würde dort präsentiert, sagt eine Stimme aus dem Off auf Englisch. Der beste der Menschen steht auf einer gigantischen Parfumflasche, mit hohen Absätzen, ganz in rosa, und betreibt Tai-Chi. Zwei Brandstifter schleichen sich von hinten an ihn heran und äffen seine Bewegungen nach. Biedermann bemerkt es nicht. Sobald das Publikum sitzt, mündet die Elegie auf den "besten der Menschen" nahtlos in eine Parfumwerbung: "Freedom. The New Frangrance by Gottlieb Biedermann."

Unterm Bett liegt der digitale Strand

von Jan Fischer

Göttingen, 7. März 2015. Was du hörst, wenn du das Ohr dicht an den Router legst, ist keine Fehlfunktion. Was du hörst ist das Rauschen der gescheiterten Revolutionen. Derjenigen damals auf dem Tahrir-Platz. Das, was von Julian Assanges Versprechen von Transparenz übrig geblieben ist. Die leisen Echos von Edward Snowdens Enhüllungen. Die Reste der Versprechen der europäischen Piratenparteien, die mittlerweile mehr Splittergruppen gebildet haben, als es Mitglieder gibt.

Fegefeuer der Euphemismen

von Jan Fischer

Göttingen, 3. Oktober 2014. Die Göttinger Innenstadt ist plakatiert: "Neu" steht da, nur dieses eine Wort, in leicht runder, angeschrägter Schrift, die wie dahingepinselt wirkt, darunter, etwas kleiner, das Logo des Deutschen Theaters Göttingen.

Lustig, das Zigeunerleben

von Stephanie Drees

Göttingen, 20. Juni 2014. Carmen wirft das Haar in den Nacken. Carmen stampft auf. Carmen springt auf den Tisch. Wie sie ihren roten Rüschenrock in den Händen rafft, wie sie jauchzt, wie sie mit dem Zeigefinger alles Männliche um sich herum heranlockt – diese Frau ist eine wandelnde Geste. "Ja, die Liebe hat bunte Flügel", singt sie im roten Lichtkegel und umkreist ihren Offizier.

Johanna, das heilige Spielkind

von Jan Fischer

Göttingen, 22. März 2014. Spielkinder, allesamt. Die Witzfigur von Karl VII., der versucht, die letzten Schmuckstücke seiner Geliebten Agnes ans Publikum zu verpfänden, um seinen aussichtslosen Krieg gegen die Engländer zu finanzieren ("Aber nur geliehen, die Requisite macht mir sonst die Hölle heiß"). Johannas Vater, der versucht, sie mit jemandem aus dem Publikum zu verheiraten ("Hier, der da hinten hat zwar nicht mehr so viele Haare, aber der lacht so nett").

Goodbye, ihr Normopathen

von Stephanie Drees

Göttingen, 22. Februar 2013. Ein Gespenst geht um in diesem Stück. Es heißt Christopher. Christopher ist eine der Hauptfiguren, eine wahrlich stille, denn kein einziges Mal betritt er die Bühne. Es gibt ihn nicht als körperliche Erscheinung, dafür ist er in den Köpfen der Anwesenden umso präsenter. Er hat ein Schicksal erlitten, das seine Ex-Kollegen fürchten wie der Hedgefonds-Manager den Börsencrash: Aus seiner alten Firma wurde er rausgeworfen. Nun häkelt er Handytaschen oder so was Ähnliches, genau wissen es die Hinterbliebenen seiner Jobexistenz auch nicht.

Liebe, Macht, Geld, Sex

von Jan Fischer

Göttingen, 28. September 2013. "Faust" geht eigentlich immer. Steckt ja alles drin. Lässt sich drehen oder wenden in diese oder jene Richtung. In Göttingen, soviel vielleicht vorweg, entscheidet sich der Regisseur Mark Zurmühle für eine sehr klassische, man könnte auch sagen: bewährt-solide Auslegung des palimpsestischen Über-Dramas: Es geht um den Menschen – exemplarisch gezeigt an, klar, Faust – und wie er sich selbst immer wieder kaputt macht, egal, was er anfasst. Liebe, Macht, Geld, Sex: Alles immer nur ein Zeitvertreib, während wir auf den Tod warten. So ist in Göttingen der Dreh- und Angelpunkt von Zurmühles Inszenierung auch ein Sandsack, der von Mephisto gleich zu Beginn angestochen wird, sich während der folgenden vier Stunden als Sanduhr langsam leert und einen beeindruckenden Haufen auf dem Boden formt, in dem letztlich Fausts Grab geschaufelt wird.

Handzahme Huren

von Jan Fischer

Göttingen, 6. April 2013. "Ich bin eine Hure", sagt Gerda, die zweitälteste aus der Truppe. Sie mag das Wort, sagt sie, sie habe es sich angeeignet, es habe einen schönen Klang. "Manchmal nenne ich mich auch Sexualbegleiterin", sagt sie, dreht sich kurz Richtung Publikum, und dann: "Pah!"

War's das?

von Michael Laages

Göttingen, 9. Februar 2013. Zugegeben – wer, sagen wir mal, kurz vor Mauerfall geboren ist, wird zu Beginn des neuen Historien-Spektakels von andcompany&Co. am Deutschen Theater in Göttingen womöglich einige Schwierigkeiten mit dem Personal bekommen. Klar, John Lennon ist eine der ewigen Ikonen des vorigen Jahrhunderts und auch nach seiner Ermordung vor bald 33 Jahren allemal wiedererkennbar; auch wenn gegen Ende keine Yoko Ono neben ihm sitzt beim friedensfördernden "bed in" anno 1969 in Amsterdam, sondern ein junger Mann, der den ganzen Abend als "Rudi Dutschke" ausgewiesen wird. Rudi who? Klar – die Kino-Schauspielerinnen Brigitte Bardot und Jeanne Moreau leben beide noch, 80 wird Bardot im nächsten Jahr, 85 Moreau in diesem; aber dass Louis Malles Film "Viva Maria" von 1965 Dutschkes Lieblingsfilm war auf dem Weg der deutschen Revolte vor 1968: wer weiß das schon?

Die Stunde der Totentänzer

von Andreas Wicke

Göttingen, 15. Dezember 2012. Laute Beats, vier Stühle, vier Personen auf der kargen Bühne. Vom Seeblick ist nichts geblieben als das leuchtende Wort auf der kahlen, schwarzen Wand. Die zwei Paare unterhalten sich, aber sie können nicht miteinander reden, schauen sich nicht an. Die Kommunikation ist gestört, Sätze werden abgebrochen, Vortragsmodus: staccato. Die Stühle dienen nicht als Sitzmöbel, sondern werden über die Bühne getragen, Gemütlichkeit sieht anders aus.

Im Schlaglicht der Erinnerung

von Stephanie Drees

Göttingen, 17. November 2012. Es ist wirklich unausweichlich: Uns erwartet das Zeitalter der Alten. Dabei hat der demographische Wandel seinen Status als feuilletonistisches Multifunktionswerkzeug längst überschritten und ist zum Quell kreativer Kraft geworden. Die Alten rücken auf, und zwar nicht nur quantitativ. Ihre Lebenswelt ist von Interesse. Also: Schluss mit sozialmoralinsauren Zwangsparolen! Nehmt die Alten ernst! Bereitet ihnen eine Bühne!
Insofern ist das Projekt von Michaela Dicu und Anna Gerhards am Deutschen Theater in Göttingen eine sehr zeitgeistaffine Sache.