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Alexander Lang als Prinz von Homburg, 1975 am Deutschen Theater in Berlin. © Deutsches Theater

24. September 2011. Eine der berühmtesten Rollen, die er als Schauspieler gespielt hat, war die Titelrolle in Adolf Dresens epochalem Kleist-Abend "Der Prinz von Homburg": ein preußischer Held mit gebrochenen Flügeln. 1975 war das, am Deutschen Theater Berlin. Bald darauf inszenierte Alexander Lang selbst. Um als Regisseur noch berühmter zu werden. Sein greller, fast neoexpressionistischer epischer Regiestil zeigte die Menschen als das, was sie waren: Marionetten, die an den Fäden der Geschichte zappeln, manchmal wütend, manchmal auch nur todtraurig. Kurz vor der Wende ging er als einer der letzten Theatermigranten von Ost nach West. Der Fall der Mauer entzog seinen Arbeiten dann auf fast gespenstische Weise die Rahmung. Bis zu seiner Schließung gehörte Lang der Leitung des Berliner Schiller Theaters an. In den letzten Jahren war er hauptsächlich als Schauspieler aktiv. Unter anderem in Robert Wilsons "Lulu" konnte man erleben, welch ein Akteur hier dem deutschen Theater verloren gegangen ist. Heute wird er 70 Jahre alt. Wir gratulieren.  (sle)

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Ernst Schumacher: Theater-Professor, Kritiker und Brechtologe © www.kulturation.de

12. September 2011. Der Mann mit den buschigen Augenbrauen und der schönen Frau gehört schon zur Berliner Theatergeschichte. Ernst Schumacher, DDR-Großkritiker, ein dem Theater Verfallener und typische Existenz des 20. Jahrhunderts. In Bayern geboren und vom Katholizismus zum Kommunismus konvertiert. Als er über seinen bayerischen Landsmann Bert Brecht promovieren wollte, ging das im Kalten Krieg nicht mehr. So kam er zuerst 1947 nach Ostberlin, promovierte 1953 in Leipzig, siedelte aber erst 1962 ganz in die DDR über.

7. September 2011. Sich selber sieht er als "optimistischen Nihilisten". Einen, der weiß: Das Leben ist eine Heimsuchung. Und sich trotzdem "keinen Kopp" drum macht. Vielleicht die einzige Haltung, mit der man es bald 60 Jahr' mit dem Theater aushalten kann. Was aber in jedem Fall von dem Theaterkritiker Martin Linzer zu lernen ist, ist Bescheidenheit. Nie die eigene Bedeutung mit der des Theater zu verwechseln. Wir gratulieren zum 80. Geburtstag.

9. August 2011. Jüngere Zeitgenossen mögen ihn für eine Erfindung von Thomas Bernhard halten. Hermann Beil, den Nicht-nur-Dramaturgen Claus Peymanns, den Bernhard in seinen Peymann-Dramoletten verewigt hat. Doch wir können an dieser Stelle versichern: Hermann Beil gibt es wirklich, und ganz aufmerksame Leser dieser Seite können ihm immer mal wieder in den Kommentarspalten begegnen, wo er mit freundlicher aber bestimmter Beharrlichkeit die Werte des Theaters gegen die der Netzkultur und die Ignoranz verteidigt. Oder besser das, was ihm als Ignoranz erscheint.