Weiter. - Der neue Roman von Thomas Jonigk beschwört die Liebe und die Literatur

Veronika beschließt zu lieben

von Michael Wolf

25. Februar 2020. Noch vor allen Figuren tritt der Erzähler selbst auf. "Die Verpflichtung 'jedes wirklichen Kulturmenschen' ist, das zu schildern, 'was sich niemals ereignet hat. Schreibt Oscar Wilde. Und genau das mache ich", so lauten die ersten Sätze des neuen Romans "Weiter." des Regisseurs und Schriftstellers Thomas Jonigk. Die Fiktion ist seinem Alter Ego Flucht aus der nicht näher beschriebenen, aber offenbar unerträglichen Existenz: "Ein Ausweg. Eine Überlebensstrategie." Diese Parallelwelt erschafft er in einer erstaunlich klischierten Schreib-Szene: mit Bleistift und Anspitzer bewaffnet im Café sitzend. Gleich auf der ersten Seite wird klar: Dieses Buch möchte unbedingt Literatur sein, auf keinen Fall aber zeitgenössische.