Die Normalität des gemeinschaftlichen Arbeitens

von Sibylle Berg

3. März 2021.

Ausgerechnet Regieanweisungen …

… war mein erster Gedanke, als ich begann, Herrn Wolfs Text zu lesen.

Als hätten wir gerade keine anderen Sorgen, wir, die Theaterschaffenden ohne Theater. Wir, die AutorInnen, die nichts mehr schreiben, weil keiner weiß, wann wieder etwas aufgeführt werden kann.

Im Förder-Irrgarten

23. Februar 2021. Mitte Januar veröffentlichte Julischka Eichel ihren Offenen Brief an Kulturstaatsministerin Monika Grütters, in dem sie darlegte, dass freie Schauspieler*innen auch fast ein Jahr nach Beginn der Lockdowns von den Hilfsprogrammen noch immer nicht erreicht werden. Anfang Februar enthielt die Überbrückungshilfen III des Wirtschaftsministeriums dann eine "Neustarthilfe" für Soloselbständige, die auch unständig beschäftige Schauspieler*innen beantragen können. Hat Julischka Eichels Brief dazu beigetragen, diese Lücke in den Förderprogrammen zu schließen? Darüber spricht die Schauspielerin im Theaterpodcast #33 mit Susanne Burkhardt und Elena Philipp.

Mit einer URL in die digitale Zauberwelt

von Sophie Diesselhorst

12. Februar 2021. Unter dem Label minus.eins erforschen Nils Corte und Roman Senkl die Möglichkeiten von VR-Räumen fürs Theater. Sie entwickeln virtuelle Räume für Theaterarbeiten, Festivals und Konferenzen – zuletzt im Januar für den ersten Teil der Jahrestagung der Dramaturgischen Gesellschaft, der dieses Jahr auf Mozilla Hubs stattfand. Im schriftlich geführten Interview mit nachtkritik.de sprechen Nils Corte und Roman Senkl über die Potenziale von Plattformen wie Mozilla Hubs für das Theater. 

Warum? Darum!

von Georg Kasch

Berlin, 5. Februar 2021. Warum tun sie das? Warum outen sich im Jahr 2021 gemeinsam 185 deutschsprachige Schauspieler:innen als lesbisch, schwul, bisexuell, queer, nicht-binär und trans*? Ist das wirklich nötig, 30 Jahre nach Rosa von Praunheims Zwangsouting von Hape Kerkeling, 20 Jahre nach dem Gesetz über die Eingetragene Lebenspartnerschaft, gut drei Jahre nach der Ehe für alle? In einer Zeit, in der sich in der freien Szene gefühlt jedes zweite Projekt als queer labelt, es im öffentlich-rechtlichen Fernsehen lesbische und bisexuelle Tatort-Kommissar:innen gibt und auf Netflix kaum eine Serie ohne queeren Charakter?

Ist's Unsinn oder höh'rer Sinn?

27. Januar 2021. Was für ein Theater wünschen wir uns, wenn die Bühnen endlich wieder öffnen? Laut, bunt, fröhlich soll es sein, exzessiv, aufregend, komisch, aber nicht banal. Ein Theater, das die miese Stimmung vertreibt. Denn nach all den Monaten der Distanz, der bedeckten Gesichter, der Trostlosigkeit wollen wir unsere Rückkehr ins Parkett feiern – als rauschhaftes, sinnenreiches Fest. Mit einem Theater wie von Herbert Fritsch, dachten sich Susanne Burkhardt und Elena Philipp und luden den Schauspieler, Regisseur, Filmemacher, Medienkünstler kurzerhand in den Theaterpodcast ein.

Austausch statt Wettbewerb

von Sophie Diesselhorst

25. Januar 2021. In der Pandemie ist das Theater jetzt schon sehr lange von seinem Publikum getrennt. Egal, wann die Theater wieder aufmachen dürfen, den Kontakt zu den Zuschauer*innen müssen sie neu wieder herstellen. Und die Expert*innen für unerschrockene Dialog-Eröffnungen sitzen im Jungen Theater.

"Dieses Haus wird entweiht"

von Janis El-Bira

22. Januar 2021. Für Werte wie Solidarität, Diversität, Freiheit steht das Ruhrfestspielhaus Recklinghausen. Als ein Symbol der jungen BRD-Demokratie wurde es zwischen 1960 und 1965 errichtet, mit finanzieller Hilfe u.a. des Deutschen Gewerkschaftsbundes und des 1959 vom regelmäßigen Festspielbesucher Theodor Heuss gegründeten Vereins Freunde der Ruhrfestspiele. Nun hat die AfD das Festspielhaus für eine Kreiskonferenz angemietet, um über ihre Kandidaten für die anstehende Bundestagswahl zu befinden. Ein skandalöser Vorgang, findet Olaf Kröck, der Intendant der Ruhrfestspiele Recklinghausen. Im Interview mit Janis El-Bira erzählt er mehr über die Details und Hintergründe der Vermietung an eine in Teilen rechtsextrem positionierte, kulturfeindliche Partei.

ECOSALOONtv

21. Januar 2021. Die Videoserie ECOSALOONtv zur Livestream-Veranstaltung "Klima neutral" von nachtkritik.de und der Körber-Stiftung am 19. Januar 2021. Die Initiator*innen der Veranstaltung Lynn Takeo Musiol und Christian Tschirner thematisieren in den Videos gemeinsam mit Regisseur Yannik Böhmer und mit Expert*innen aus Wirtschaft, Städteplanung und Bühnenkunst: Klima- und Zukunftsfragen am Theater und der Gesellschaft im Ganzen.

Wir sind nicht gerettet!

von Julischka Eichel

Januar 2021.

Sehr geehrte Frau Monika Grütters, sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Julischka Eichel. Ich bin freischaffende Schauspielerin. Ich habe von 2003 bis 2006 an der Schauspielschule "Ernst Busch" in Berlin studiert und bin dann bis 2013 ans Maxim Gorki Theater (Berlin) als festes Ensemblemitglied gegangen. Dort hatte ich viele Premieren und eine sehr aufregende Zeit. Anschließend war ich ein Jahr freischaffend und arbeitete in Dresden am Staatsschauspiel und am Schauspielhaus Hamburg, um dann für ein Jahr ins Ensemble des Schauspiel Köln zu gehen. Danach war ich vier Jahre am Staatsschauspiel Stuttgart als festes Ensemblemitglied. 2018 beschloss ich, als freischaffende Schauspielerin zu arbeiten und spielte in Bremen, Basel, Leipzig und Berlin (Volksbühne).

Der Abgrund der Ent-Solidarisierung

von Tim Tonndorf

13. Januar 2021. Die öffentlichen Kommentare bzw. Reaktionen auf die Proteste gegen die ausufernden "Nichtverlängerungen" (vulgo: Kündigungen) in Osnabrück, Eisenach/Meiningen, Greifswald, etc. zeigen deutlich einen Abgrund, auf den das deutsche Stadttheatersystem zusehends zusteuert: Eine Montagelinie der Zeitgeist-Imitation auf Sparflamme mit einigen teuren, verchromten Edelstücken und einem großen Haufen komplett austauschbarer Zahnräder.