Suchanfrage "Regie-Rabauke"

von Wolfgang Behrens

23. Juni 2015. Das Beste am Norden ist seine Gerichtsbarkeit. Denn in Pasewalk – einem 10.000-Seelen Städtchen in Vorpommern – hat ein Amtsgericht einen Mitarbeiter des Nordkuriers zu 1.000 Euro Strafe verurteilt. Der Journalist hatte einen Jäger als "Rabauken" bezeichnet, nur weil der ein totes Reh an der Anhänger-Kupplung seines Fahrzeugs über die Bundesstraße geschleift hatte. Vonseiten des Jägers ein alltägliches Kavaliers-Delikt also, vonseiten des Nordkurier-Manns hingegen eine ungeheuerliche Entgleisung.

Das Komplizierte begraben

von Dirk Pilz

16. Juni 2015. Heute zu den Toten. Das Zentrum für politische Schönheit (ZpS), landesweit seit dem Ersten Europäischen Mauerfall zu einiger Bekanntheit gekommen, hat eine neue Unternehmung angekündigt; sie heißt "Die Toten kommen".

Worum geht's hier eigentlich?

von Esther Slevogt

9. Juni 2015. Bürger, das klingt ja immer ein bisschen albern. Die Karikatur scheint da schon mitgedacht. Die Beschränktheit. Und der Minderwertigkeitskomplex. Dabei ist das Bürgersein ein echtes Erfolgsmodell. Eines, für das Menschen von anderswo ihr Leben riskieren, zum Beispiel, wenn sie in überfüllte Schlauchboote gepfercht von Afrika aus übers Mittelmeer zu kommen versuchen: weil sie Bürger werden wollen, in Europa. Um irgendwann vielleicht in diesem Europa in einem Häuschen sitzen zu können mit einigermaßen Geld, Frieden (zumindest keinem Krieg), ausreichend zu essen und Feierabend. Das ist für die Allermeisten auf dieser Welt eine Utopie.

Die Neue Deutsche Welle

von Georg Kasch

2. Juni 2015. Armes Deutschland! Wir haben es doch auch so schon schwer genug: Wirtschaftsmotor Europas, Großbeitragszahler der EU, G7-Supergastgeber, Weltkonflikt-Superratgeber, NSA-Superdatengeber, und dann noch Fußball-, Friseur- und Exportweltmeister, weltgrößte Safttrinker, die Größe, die Größe, ach!

Aussprache

von Teresa Präauer

Erwähnungen des Wortes Aussprache auf nachtkritik.de bisher: 37 Mal

26. Mai 2015. Das Trennende zwischen Österreich und Deutschland sei die gemeinsame Sprache, soll Karl Farkas in seinen Kabarettprogrammen in etwa gesagt haben. "Kabarett": das, hier fängt es schon an, schreibt man in Österreich genau so, spricht es aber aus wie das französische "Cabaret". Und was nicht alles unterschiedlich ausgesprochen wird in deutschsprachigen Landen, von der Schweiz ganz zu schweigen!

Missversteht euch!

von Wolfgang Behrens

19. Mai 2015. Ich gehe ja übrigens nicht mehr zu den Publikumsgesprächen beim Theatertreffen. Ich möchte nicht sehen, wie Kritiker*innen als Moderatoren oder Juroren den Kuschelkurs fahren ("Für mich war das die beste Aufführung des Festivals – wie sehen Sie das als Regisseur?") oder wie sie – schlimmer noch – den Produktionsdramaturgen spielen ("Ich habe die Aufführung als ganz große Metapher für die ausgebrannte Gesellschaft gelesen. Liege ich da richtig?"). Ich möchte nicht hören, wie Schauspieler*innen wie Fußballer antworten ("Wie haben Sie die Rolle angelegt?" "Also ich hab' die Rolle einfach so gespielt! Ich hab' da nicht groß nachgedacht ..."), und ich möchte nicht erleben, wie sich Regisseur*innen als nette Menschen präsentieren ("Man hätte das auch ganz anders inszenieren können, aber ich hab's halt so gemacht."). Ich muss und will nicht dabeisein, wenn sich das Theater in seiner ganzen betriebsnudeligen Harmlosigkeit offenbart.

Kein bisserl dumm

von Dirk Pilz

12. Mai 2015. Diesmal zu Tim Renner, Kulturstaatssekretär in der deutschen Hauptstadt und überregional bekannt geworden, seitdem Claus Peymann ihn in die Abteilung "nettes, weißes Hemd" einsortierte. Jung, frisch, ein bisserl dumm sei dieser Renner.