Wie wollt' man die reformieren?

von Dirk Pilz

25. Oktober 2016. Heute nur eine kleine Anmerkung. Es kommt jetzt ja einiges zusammen. Der andauernde Streit um das Volkstheater Rostock, die Verwerfungen in Trier um den Intendanten Karl Sibelius, die sonderbare Ablösung des Schauspieldirektors Mario Holetzeck in Cottbus, der hausinterne Zwist in Potsdam. Die noch immer nebulöse Freistellung von Stephanie Gräve in Bern. Der längst nicht aufgeklärte Finanzskandal am Wiener Burgtheater. Die Debatten um Chris Dercon und Tim Renner im Berliner Theaterstreit. Nur ein paar Beispiele aus einer längeren Liste, und jeder Fall ist anders, sicher. Man dürfe nicht vergleichen, heißt es deshalb immer, alles sei komplizierter als es von außen aussehe. Und der Laie steige ohnehin nicht durch, sagen die Experten.

Elfriede Jelinek

von Teresa Präauer

Erwähnungen von Elfriede Jelinek auf nachtkritik.de bisher: 343 Mal

20. Oktober 2016. Es brennt uns unter den Nägeln, wir sitzen seit Tagen auf Nadeln, es juckt und kitzelt uns vor Aufregung und Vorfreude: wir wollen Elfriede Jelinek zum 70. Geburtstag gratulieren!

Tut mir leid!

von Georg Kasch

Berlin, 11. Oktober 2016. Das mit dem Herbst tut mir leid. Der ist dieses Jahr so kalt, so windig geraten und er kommt viel zu früh. Im September hatte es angenehme Temperaturen, man konnte Baden bis weit in den Monat hinein, die Sonne strahlte. Und nun? Alles dahin. Da stimmt doch was nicht. Da muss einer schuld sein. Warum nicht ich?

Aus dem Alltag einer Theaterabgrenzungsbeauftragten

von Esther Slevogt

5. Oktober 2016. Ja, früher war auch das Kritikerleben noch über- und vor allem durchschaubar. Beziehungsweise das Kritikerinnenleben. Denn da waren zumindest die Grundlagen klar. Zum Beispiel, dass der Typ da auf der Bühne mit dem Totenschädel in der Hand nicht wirklich ein verwirrter dänischer Prinz, sondern Schauspieler XY war. Dass ich aber für die nächsten zwei, drei oder wie viele Stunden auch immer einfach einen dänischen Prinzen in ihm sehen würde. Und auch glauben würde, dass es sich bei dem Schädel in seiner Hand nicht um ein Plastikteil aus der Requisite, sondern um den sterblichen Überrest eines früheren Hofnarren handelt, der von zwei Totengräbern, die sich gerade ebenfalls auf der Bühne befanden, soeben beim Ausheben eines neuen Grabes wieder zu Tage befördert wurde.

Und was ist mit mir?!

von Wolfgang Behrens

23. September 2016. Vor einer Woche hat der Berliner Noch-Kulturstaatssekretär Tim Renner in einem Interview mit der taz die eigentliche Kernkompetenz benannt, die zur Berufung eines Nachfolgers von Frank Castorf im Amt des Volksbühnen-Intendanten geführt hat: Der Kandidat musste Christoph Schlingensief persönlich gekannt und mit diesem gearbeitet haben, und zwar möglichst früh. Am besten noch vor Frank Castorf! Wie Tim Renner darauf kam, dass eben dieses Kriterium für Chris Dercon spreche – weil dieser angeblich "bereits vor Frank Castorf mit Christoph Schlingensief inszeniert und ihm eine Plattform geboten" habe – wird allerdings sein Geheimnis bleiben.

Der gute Mensch vom Schiffbauerdamm

von Dirk Pilz

20. September 2016. Diesmal zu Claus Peymann. Der Mann ist Künstler und Intendant, Jahrzehnte schon, und immer Garant für Streit und Stress. Peymann? Kunst? Dem Gros der theaterkritischen Kolleginnen und Kollegen gelten seine Inszenierungen inzwischen als so wenig diskussionswürdig, dass sie im Kopf bereits abgehakt sind, noch bevor Peymann mit den Proben begonnen hat. Er hat oft beklagt, vornehmlich die Berliner Presse begegne ihm mit Hass. Die Wahrheit ist, sie begegnet ihm mit Häme und Herablassung. Das ist peinlich, man schämt sich für die eigene Zunft. Mir fallen auch wenige Peymann-Inszenierungen der vergangenen zehn Jahre ein, die ich zu loben gewusst hätte, ja. Aber man hüte sich vor abschließenden Urteilen. Was heute als verstaubt gilt, wird morgen schon hochgejubelt. Die Kunst hat keine naturgegebenen Kriterien für Gelungenheit, ihre Geschichte keinen Begriff von Fortschritt.

Perücke

von Teresa Präauer

Erwähnungen des Wortes Perücke auf nachtkritik.de bisher: 385 Mal

13. September 2016. Eine neue Saison beginnt am Theater. Und bis Ihre Kolumnistin sich in diesem Herbst wieder unters Theaterpublikum mischen wird, versteckt unter einer aschblonden Pagenschnittperücke, zehrt sie noch von der Erinnerung an das dramatische Ereignis ihres Sommers.