Die Geschichte, die niemals zu Ende erzählt ist

von Deborah Vietor-Engländer

London, im Februar 2020. Sir Tom Stoppard, einer der berühmtesten und begabtesten englischen Dramatiker hat mit 82 Jahren beschlossen, zu seinen Wurzeln zurückzukehren. Er hat bisher in seinen Stücken jüdische Themen nicht behandelt. Der als Tomáš Straussler 1937 in Zlin / Tschechoslowakei Geborene entkam als Zweijähriger mit seinen Eltern nach Singapur. Als die Japaner kamen, floh die Familie weiter nach Indien. Sein Vater, der Arzt war, starb dort. Seine Mutter heiratete wieder und Tom Stoppard wuchs mit dem Namen seines Stiefvaters als englisches Kind auf. Erst in den 1990er Jahren erfuhr er, dass die Geschwister seiner Mutter und seine vier Großeltern in Konzentrationslagern starben und das Ergebnis ist nun dieses Stück, soeben gedruckt und in London in der einfühlsamen Regie von Patrick Marber (selbst Dramatiker) uraufgeführt.

Brave Festival "Staging a Revolution"

by Alice Saville

London, 11. November 2015. Minsk's gay bar is pretty unusual, as nightspots go. It's a workers' café by day, where factory labourers drink their soup in conditions that have hardly changed since the Soviet era. But by night, it turns into an illicit bacchanal, filled with the LGBT people that Belarus's repressive government tries its best to pretend don't exist. "Minsk 2011", one of the opening performances of Belarus Free Theatre's "Staging A Revolution"-Festival in London, brings this secret world to life, as well as telling the stories of the hordes of sex workers that fill Minsk's streets as darkness falls.

Alles nur für mich

von Michael Laages

Edinburgh, 16. August 2015. Ein Neuling schreibt hier. Der Hinweis ist wichtig, und auch gar nicht kokett, weil er ein paar Einschränkungen beinhaltet – was nämlich bewährte und gewiefte Festival-Routiniers im schottischen Edinburgh für selbstverständlich halten und nicht (mehr) der Rede wert, das ist für den Anfänger auch bei der Festival-Ausgabe Nummer 69 ziemlich neu und zum Staunen. Vor allem die Intensität macht schwindlig, mit der das Festival sich ausbreitet in der Stadt am Firth of Forth. Knapp 500.000 Einwohner hat Schottlands Hauptstadt, die Altstadt auf dem Hügel unterhalb des Schlosses ist voller schmaler, enger Gassen, die auch dann wie gesperrt wirken, wenn sie nicht tatsächlich geschlossen sind: wie die "Royal Mile", die in Teilen zur theatralisch-musikalischen Fußgängerzone wird und speziell dann überfüllt ist ab nachmittags, wenn wieder mal ein militärisch-blasmusika-lisches "Tattoo" ansteht.

A Small Sign of Hope

by Andrew Haydon

27 August 2014. The Edinburgh Festival Fringe is big. Very big. In theory it's the "Fringe" of the Edinburgh International Festival, but these days that's a complete misnomer. For almost the whole of August, Edinburgh is almost all Fringe and nothing else. (Well, not strictly true: incongruously the city also plays host to the Royal Military Tattoo selling out to the tune of 215,800 tickets.) This year, the Fringe reportedly broke the two-million mark for number-of-tickets sold for 49,497 performances of 3,193 shows.