Wer durchsucht die Hohenzollern?

16. Juli 2021. Als "Repressionen gegen die Kommunikationsguerilla" bezeichnet ein Artikel in der taz die per Staatsanwaltschaft angeordnete Durchsuchung der Räumlichkeiten des Künstler:innen-Kollektivs Peng! sowie der Privaträume von zwei Mitgliedern des Kollektivs. Als mutmaßliche Grundlage für die Razzia nennt der Artikel die Veröffentlichung einer bundesweiten Karte von Gedenkorten, die in kolonialistischem Kontext stehen.

Multifunktionale Theaterbauten

29. Juni 2021. "Welches Theater braucht das Land in den nächsten Jahrzehnten? Wer stellt die Weichen, trifft die Entscheidungen?" fragt in der FAZ Hubert Spiegel und Matthias Alexander und schaut dabei insbesondere auf verschiedene Sanierungsvorhaben in der bundesdeutschen Theaterlandschaft. 

"Theater ist eine unordentliche Kunst"

10. Juni 2021. In einem Artikel in der heutigen Frankfurter Allgemeinen Zeitung attestiert der Dramaturg und Publizist Bernd Stegemann den Theatern, in einem "bedenklichen Zustand" zu sein. Die "Debatten, die die Theatermacher gerade mit sich selbst führen", wirken auf Stegemann, als "säßen sie in einem Oberseminar 'Postkolonialismus' und müssten zugleich in einem Sweatshop in Bangladesch arbeiten". Dabei entstehe die "Übertreibung", dass "die deutschen Theater ein Hotspot des Rassismus sind, in dem Hungerlöhne bezahlt werden". Zugleich bekräftigt der Autor, dass ein "Klima der Angst", wie es zuletzt etwa am Berliner Gorki-Theater öffentlich geworden sei, "falsch" sei.

Geschichten von Mut und Mobbing

14. Mai 2021. In der Süddeutschen Zeitung sammelt Sonja Zekri noch einmal Stimmen zum Fall Maxim Gorki Theater. Dort war Intendantin Shermin Langhoff Machtmissbrauch vorgeworfen worden. "Wenn man sich umhört unter denen, die nah, näher und am nächsten dran sind, dann vernimmt man Geschichten des Wachsens und Mutmachens, aber auch von Mobbing, man erfährt von Ermächtigung und Leidenschaft, aber auch von Machtmissbrauch", schreibt Zekri.

Zauberflöte überholt?

5. Mai 2021. In einem Interview der FAZ sprechen die fünf Opern-Intendant:innen Bernd Loebe, Susanne Moser, Sophie de Lint, Peter Theiler und Dietmar Schwarz über strukturelle Veränderungen in ihren Häusern und Sparte - und über Unterschiede zum Sprechtheater im Kontext aktueller Debatten.

Theatralische Figuren

4. April 2021. In einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung greift Christoph Nix, Professor für Bühnenrecht an der Universität Bremen und Intendant der Volksschauspiele Tirol, die aktuelle Debatte um die Rolle der Theaterintendanz auf. Über Macht- und Strukturfragen innerhalb des Stadttheaterbetriebs denkt er dabei grundätzlich nach.

"Klima der Angst"

30. April 2021. Eine Hintergrundrecherche zur Kritik am Führungsstil der Intendantin des Berliner Maxim-Gorki-Theaters veröffentlicht der aktuelle SPIEGEL. Die Vorwürfe drehen sich um eine "toxische Arbeitsumgebung", in der ein "Klima der Angst" herrsche – so zitiert die Autorin Elisa von Hof aus Gesprächen mit 15 Mitarbeiter*innen des Hauses. Die Intendantin Shermin Langhoff werde gegenüber Angestellten laut, "brülle" Mitarbeiter*innen "in Grund und Boden". Auch körperliche Übergriffe gebe es nach Aussagen der Mitarbeiter*innen von Langhoffs Seite. Die Zitierten wollen laut SPIEGEL anonym bleiben.

Keine getrennten Räume

19. April 2021. "Theater dürfen als künstlerische Arbeitsorte zu Recht an den ethischen Maßstäben gemessen werden, die sie auf der Bühne und in der Kunst vertreten. Kunst deckt weder Missbrauch noch Diskriminierung. Darüber herrscht selbstverständlich Konsens", schreibt Intendant Wilfried Schulz in einem Beitrag zur an Vorfällen an seinem Düsseldorfer Schauspielhaus entzündeten Rassismusdebatte in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung – in der zuletzt ein von über 1400 Theaterschaffenden unterzeichneter Offener Brief gegen Einlassungen des Dramaturgen Bernd Stegemann veröffentlicht wurde, Stegemann hatte in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung das Düsseldorfer Schauspielhaus gegen die Rassismusvorwürfe verteidigt und sich im Zuge dessen abwertend über den Schauspieler Ron Iyamu geäußert, der die Debatte angestoßen hatte.

"Dummheit, Nachlässigkeit, Ignoranz"

16. April 2021. Der Regisseur Armin Petras hat sich erstmals zu den gegen ihn erhobenen Rassismus-Vorwürfen geäußert. In einem Text, den der Bremer Intendant Michael Börgerding am 14. April auf der Website seines Theaters publiziert hat, zitiert Börgerding – mit dessen Einverständnis – aus einer E-Mail, die Petras einen Tag nach Veröffentlichung der Vorwürfe an Ron Iyamu geschrieben habe. Der Schwarze Schauspieler hatte in seiner Diplomarbeit und in einem Fernsehbeitrag Rassismuserfahrungen am Schauspiel Düsseldorf benannt. Einer der Beschuldigten – zwar von Iyamu nicht namentlich genannt, aber durch die Schilderungen identifizierbar – war Petras. Dieser habe ihn bei Proben zu Georg Büchners Dantons Tod wiederholt als "Sklave" angesprochen.