Ziel: inhaltliche Debatten

21. April 2017. Im Interview mit Lena Rittmeyer von der Berner Tageszeitung Der Bund spricht der Regisseur Volker Lösch über seine Arbeit mit Laien-Spielern. Er habe diese Art des Arbeitens für sich erfunden, "da ich mit dem klassischen Abspielen von dramatischen Vorlagen die Welt um mich herum nicht mehr beschreiben konnte", so Lösch. "Meine Arbeit polarisiert, sie hat eine inhaltliche Entschiedenheit, die vielen nicht gefällt."

"Zeigen, dass hier Kunst entsteht"

19. April 2017.Oliver Reese, scheidender Intendant des Schauspiel Frankfurt, denkt in einem Interview mit Claus-Jürgen Göpfert und Christian Thomas von der Frankfurter Rundschau laut über den Abriss des Hauses am Willy-Brandt-Platz und einen Neubau nach. Bislang hatte sich Reese für eine Sanierung ausgesprochen. Jetzt aber läge ihm ein neues Gutachten vor, dass die Kosten auf 500 Millionen Euro und die Sanierungsdauer auf elf Jahre veranschlagten. "Wenn solche Summen und solche fast unabsehbaren Zeiträume im Spiel sind, die für das Haus und das Publikum nur schwer zumutbar wären, ist der Zeitpunkt gekommen, da man eine Alternative zur Sanierung sehr ernsthaft prüfen muss.“

Befreiung des Köpers noch vor Redefreit

13. April 2017. Mit einer deutsch-ägyptischen Theater-Koproduktion war Tom Mustroph in Alexandria/Ägypten und berichtet in der taz (13.4.2017) über die dortige freie Theaterszene. Das "Echo der revoulutionären Bewegungen", das in den letzten Jahren viele Arbeiten geprägt habe, sei inzwischen "schwach geworden", erkären Künstler*innen. Allgemein habe sich "Resignation breitgemacht"; die künstlerische Produktivität sei zurückgegangen. "Das liegt an einem Mangel von Infrastruktur und Förderung, aber auch an neuen Gesetzen, nach 2013 erlassen", sagt Abdalla Daif, Regisseur und Mitbegründer des Künstlernetzwerks Gudran Association, dem taz-Autor. Unter dem Militärregime von Präsident Abdel Fattah al-Sisi sei es schwierig Genehmigungen für Arbeiten zu erhalten.

"Hochproblematisch und einfallslos"

12. Apri 2017. "Ich möchte gut unterhalten und gepackt werden, so dass ich mich noch lange über das Stück unterhalten und streiten kann. Außerdem erwarte ich gutes Handwerk", sagt der ehemalige Berliner Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit im Interview mit Simon Strauß von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über seine Erwartungen ans Theater. Und zu den Berliner kulturpolitischen Entscheidungen seiner Nachfolger:

"Das ist inhuman"

11. April 2017. Ulrich Seidler spricht in der Berliner Zeitung / Frankfurter Rundschau mit Ludwig von Otting, der von 1979 bis 2014 auf der Leitungsebene in großen Theaterhäusern der Republik tätig war, von 1985 an am Hamburger Thaliatheater als Künstlerischer Betriebsdirektor und seit 1992 bis zum Ruhestand als dessen Kaufmännischer Geschäftsführer. Jetzt engagiert er sich, der jahrzehntelang auf der Arbeitgeberseite stand, beim Ensemble-Netzwerk für faire Entlohnungen für Bühnenschaffende.

Sehnsucht nach Schweigen

31. März 2017. Der Schriftsteller Christoph Höhtker lebt in Genf, fliegt nach Hamburg zur Premiere von "Ich kann nicht mehr" und denkt in der NZZ grundlegend über René Pollesch nach.

"Die EU ist in Gefahr!"

30. März 2017. In einem Interview mit Stefan Ender im Wiener Standard geht der lettische Regisseur Alvis Hermanis auch darauf ein, dass er 2015 aus einer Produktion am Hamburger Thalia Theater ausstieg, weil er dessen Refugees-welcome-Aktivitäten ablehnte. Dass sowohl die deutsche als auch die österreichische Regierung mittlerweile eine restriktivere Flüchtlingspolitik machen, empfindet er als Bestätigung seiner damaligen Haltung: "Wenn ich heute eine Wiener Zeitung lese, dann sehe ich, dass meine Sicht von damals heute Regierungspolitik ist. Die Zeitungen von Deutschland erinnern mich hingegen immer noch an die der Sowjetunion: Wenn jemand eine abweichende Meinung hat, dann wird er zum Feind.“ Allerdings schienen für die Deutschen gerade fast alle zum Feind zu werden: "Großbritannien nach dem Brexit, die USA mit Trump, Polen, die Türkei, Russland..."

Die Dichterin und der einsame Twitterkönig

29. März 2017. Elfriede Jelineks Stück über Donald Trump "Auf dem Königsweg", das im Oktober 2017 am Deutschen Schauspielhaus Hamburg zur Uraufführung kommen soll, wurde in New York in einer ersten Lesung vorgestellt, gekürzt auf 16 von 92 Seiten, vor knapp 70 Zuschauern, wie der NDR schätzt. Trump werde in dem Stück aus diversen Perspektiven gespiegelt, berichtet die Presse, u.a. mithilfe der Muppet-Figur Miss Piggy.

Notwendig – für wen?

24. März 2017. "Erinnerung kann lebendiger sein als das, was wir neu erleben", erklärt Serge Dorny im Interview mit Eleonore Büning in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) seine Idee für das "Festival Memoires" in Lyon, wo Dorny drei legendäre Inszenierungen von Heiner Müller, Ruth Berghaus und Klaus Michael Grüber rekonstruieren ließ.