10. September 2009. Anlässlich des Saisonstarts denkt Peter von Becker in einem langen Text im Tagesspiegel über den Stand des deutschen Theaters nach, dass er durch das anything goes vor der Marginalisierung bedroht sieht. Wir habens zusammgefasst.

3. September 2009. Das Theater ist wie Franz Kafkas Odradek, sagt Ulrich Khuon; Frank Baumbauer hat immer alles richtig gemacht und Matthias Hartmann wäre ein prima "Zerrissener" von Johann Nestroy. Das und vieles mehr erfährt man aus Peter Kümmels Artikel über den großen Intendanten-Ringtausch in der heutigen Zeit (3.9.). Über das Intendantenkarussell, das aber eher einer Salatschleuder gleiche, schreiben auch Matthias Heine in der Berliner Tageszeitung Die Welt und Christine Dössel in der Süddeutschen Zeitung. Derweil die Frankfurter Allgemeine Zeitung über den Stand der Dinge beim Streit um den Abriss der beiden Ku'damm-Theater in Berlin informiert.

7. August 2008. Heftig umstritten ist Daniel Kehlmanns Salzburger Rede über bzw. gegen das Regietheater. Uns verhieß Kehlmann wenig Gutes.

10. Juni 2009. "Es ist fast, als wolle man schnell das Geld verbrennen, solange es noch da ist", schreibt Christopher Schmidt in der Süddeutschen Zeitung (10.6.) über die Tendenz der Theaterbühnen, sich "im Wettbewerb darum, wer von ihnen am hellsten leuchtet" bis "aufs äußerste" zu verausgaben.

19. Mai 2009. Heute wird abgerechnet. Das Theatertreffen 2009 ist aus und die BeobachterInnen resümieren ihre Eindrücke.

6. Mai 2009. Die Neue Zürcher Zeitung hat am Samstag (2.5.) ein sehr, sehr langes Gespräch mit Peter Stein veröffentlicht. Der Anlass: Stein erhält am 19. Juni den Zürcher Festspielpreis. Der geheime Anlass aber ist wohl, dass die Neue Zürcher Zeitung ihr Verständnis vom rechten Theater gegen das Bekenntnis des Theatertreffens zu neueren Theaterformen formulieren möchte.

7. April 2009. Nachdem sich Christine Wahl schon vorgestern im Berliner Tagesspiegel (5.4.2009) Gedanken zum Mitmachtheater gemacht hatte und angesichts des neuesten Projektes von Rimini Protokoll, Zuschauer als Kleinst-Aktionäre in die Jahreshauptversammlung von Daimler-Benz einzuladen, mit dem Fanfarensatz geurteilt hatte: Politischer könne Theater dieser Tage kaum sein - zieht heute die Süddeutsche Zeitung nach. Wo Wahl Filippo Marinetti mit theatralen Bastelstunden und Signas inszenierte "Diktaturerfahrung mit Sexappeal" mit dem Experten-Reality-Theater der Riminis zusammengebracht hatte, geht Adrienne Braun in der Süddeutschen den kurzen Weg von Dieter Zetsches Schnurrbart über das web 2.0 zu Rimini Protokoll, Volker Löschs Bürgerchören, bis hin zu Christoph Schlingensiefs Neonazis in der Zürcher Hamlet-Aufführung und den allerorten aus dem Boden schießenden Jugend-Spielclubs. Überall springt ihr der nämliche Sachverhalt ins Auge: "Das Volk redet mit, beansprucht Sichtbarkeit im öffentlichen Diskurs … das Individuum will ein 'Tattoo', eine Spur in der Öffentlichkeit hinterlassen".

11. Februar 2009. Es ist jedes Jahr dasselbe Spiel: Die Theatertreffen-Jury gibt ihre Auswahl bekannt – und die anderen meckern. Absehbar!, keine Provinz!, keine Jungen!, kaum Frauen!, zu wenig Dramatik!, heißt es da. Und manch einer möchte die Veranstaltung gar grundsätzlich in Frage stellen. Wir haben, unter kräftiger Mithilfe unserer LeserInnen, bereits eine virtuelle Alternative geschaffen – und konnten zwar auch nur eine Frau (allerdings eine andere), dafür aber immerhin ein paar Überraschungen sowie eine etwas dezentralere Auswahl präsentieren.

Ach!

Hamburg, 30. Oktober 2008. Das Hamburger Schauspielhaus verschickt folgende gemeinsame Erklärung von Kultursenatorin Karin von Welck und Intendant Friedrich Schirmer:

"Die unterschiedlichen Auffassungen konnten wir heute in einem persönlichen Gespräch vollständig klären. Wir werden auch in Zukunft ganz selbstverständlich so vertrauensvoll zusammenarbeiten wie bisher. Unbenommen des Dissenses in der Bewertung der Inszenierung von Volker Lösch, haben wir uns unserer gegenseitigen Wertschätzung versichert. Damit betrachten wir die Angelegenheit als für uns erledigt."