Weswegen wird so erbittert gestritten?

25. November 2016. Um das Theater wird gestritten wie lange nicht, schreibt Dirk Pilz in der Berliner Zeitung (25.11.2016 - in der Frankfurter Rundschau ist der Text auch erschienen). Das sei doch im Grunde genommen "eine herrliche Sache". Aber ob es überhaupt um Theater gehe und nicht recht eigentlich doch "um Macht und letztlich auch um Geld"? Denn: "Was als förderungswürdige Kunst und Kultur gilt, ist in jeder Gesellschaft eine Machtfrage." Kulturpolitik entscheide sich immer an der Frage "wer oder was als repräsentativ gelten soll". Ob es das "angeblich Klassische oder das vermeintlich Neue ist, ins Schaufenster der Kultur stellt eine Gesellschaft immer das, worin sie sich wiedererkennt". Genau dieses sei aber "derzeit so ungeklärt wie lange nicht".

Es brodelt

25. November 2016. In einer Sitzung des Stadtrats von München wurde gestern die Neuausrichtung der Kammerspiele diskutiert. Es berichten u.a. die tz und die Süddeutsche Zeitung (SZ). Zunächst wird die leidenschaftlich geführte Debatte, über die wir ausführlich berichteten, zusammengefasst, dann der sozialdemokratische Kulturreferent Hans-Georg Küppers (in der tz) zitiert: "Krise? Nein! Die Kammerspiele sind in einem Veränderungsprozess. Das braucht Zeit. (...) Ich glaube, der Funke wird irgendwann überspringen." 

Umverteilung

24. November 2016. Das Präsidialdepartement Basel will zugunsten der Kaserne Basel beim Theater Basel sparen. Das berichtet die Basellandschaftliche Zeitung (18.11.2016). Die Zeitung zitiert einen Ratschlag der großrätlichen Bildungs- und Kulturkommission, der die Regierung mit folgenden Worten wiedergibt: "Der Regierungsrat plant die Beitragserhöhung an die Kulturwerkstatt Kaserne ab der Spielzeit 2019/20 teilweise beim Theater Basel zu kompensieren."

Transparenzoffensive

24. November 2016. Für die Süddeutsche Zeitung (24.11.2016) hat sich Peter Laudenbach die Koalitionsvereinbarung der künftigen Berliner Regierung aus SPD, Grünen und Linken angeschaut, um Grundzüge der künftigen Kulturpolitik der Bundeshauptstadt zu erkennen. Das Kapitel zur Kulturpolitik berge "einigen Sprengstoff", so Laudenbach.

"A culture at war with itself"

23. November 2016. "Dissent is delegitimised when artists cannot challenge authority", – wenn Künstler Autoritäten nicht herausfordern dürfen, delegitimiert das die politische Auseinandersetzung, schreibt die britische Bestseller-Autorin und feministische Aktivistin Laurie Penny im New Statesman zur aufgeheizten Diskussion infolge der Broadway-Ereignisse vom Wochenende, als der designierte US-Vizepräsident Mike Pence als Zuschauer des Musicals "Hamilton" erst vom Publikum ausgebuht und dann von der Bühne aus mit politischer Message direkt angesprochen wurde (Donald Trump äußerte sich später auf Twitter und verlangte eine Entschuldigung).

Berliner Bananenrepublik

22. November 2016. In der Berliner Zeitung rollen Jens Balzer und Christian Schlüter mit den Augen, weil der designierte Berliner Kultursenator Klaus Lederer angekündigt hatte, die Personalie Chris Dercon – der 2017 die Berliner Volksbühne übernehmen soll – zu prüfen. Und sie ziehen Schlüsse: "Die Koalition ist sich einig, Müller zieht einen klaren Strich unter die Renner-Ära und nimmt die massive Beschädigung von Dercon in Kauf."

Etikettenschwindel?

18. November 2016. In einem Interview mit der FAZ (18.11.2016) nimmt Benjamin von Blomberg, Chefdramaturgen der Münchner Kammerspiele, Stellung zur Kritik am Kurs des Hauses unter Intendant Matthias Lilienthal. Diese sei "aus heiterem Himmel" gekommen.

Bedrohliche Renten

17. November 2016. Einem Bericht der Badischen Zeitung (17.11.2016) zufolge, droht dem Theater Freiburg eine Nachzahlung von bis zu zwei Millionen Euro an Rentenbeiträgen. Die Rentenversicherung fordert nach mehreren Prüfungen Sozialbeiträge für Künstler, die als Gäste am Theater arbeiteten.

München jammert

17. bis 21. November 2016. Matthias Lilienthal steht zu Beginn seiner zweiten Spielzeit als Intendant in der Kritik. Nachdem mehrere Schauspieler*innen aus ästhetischen Gründe ihre Kündigungen einreichten, steht die Zielsetzung Lilienthals auf dem Prüfstand. Wir fassen die Debatte in einer Zusammenstellung Pro- und Contra-Lilienthal zusammen.