"Es hörte sich alles so ungeschickt an..."

28. April 2017. Morgen Abend kommt am Wiener Akademietheater René Polleschs neues Stück "Carol Reed" heraus. Zum ersten Mal hat die große Bühnenbildnerin Katrin Brack mit  Pollesch zusammengearbeitet, wie man aus einem Interview erfahren kann, das Norbert Mayer von der Wiener Tageszeitung "Die Presse" im Vorfeld mit Pollesch geführt hat. Über den Titel zum Beispiel, der aus Orson Welles' in Wien spielendem Nachkriegsthriller "Der Dritte Mann" stammt. Oder über Alfred Hitchcocks enigmatischen dramaturgischen Joker namens "MacGuffin".

Ziel: inhaltliche Debatten

21. April 2017. Im Interview mit Lena Rittmeyer von der Berner Tageszeitung Der Bund spricht der Regisseur Volker Lösch über seine Arbeit mit Laien-Spielern. Er habe diese Art des Arbeitens für sich erfunden, "da ich mit dem klassischen Abspielen von dramatischen Vorlagen die Welt um mich herum nicht mehr beschreiben konnte", so Lösch. "Meine Arbeit polarisiert, sie hat eine inhaltliche Entschiedenheit, die vielen nicht gefällt."

"Zeigen, dass hier Kunst entsteht"

19. April 2017.Oliver Reese, scheidender Intendant des Schauspiel Frankfurt, denkt in einem Interview mit Claus-Jürgen Göpfert und Christian Thomas von der Frankfurter Rundschau laut über den Abriss des Hauses am Willy-Brandt-Platz und einen Neubau nach. Bislang hatte sich Reese für eine Sanierung ausgesprochen. Jetzt aber läge ihm ein neues Gutachten vor, dass die Kosten auf 500 Millionen Euro und die Sanierungsdauer auf elf Jahre veranschlagten. "Wenn solche Summen und solche fast unabsehbaren Zeiträume im Spiel sind, die für das Haus und das Publikum nur schwer zumutbar wären, ist der Zeitpunkt gekommen, da man eine Alternative zur Sanierung sehr ernsthaft prüfen muss.“

Befreiung des Köpers noch vor Redefreit

13. April 2017. Mit einer deutsch-ägyptischen Theater-Koproduktion war Tom Mustroph in Alexandria/Ägypten und berichtet in der taz (13.4.2017) über die dortige freie Theaterszene. Das "Echo der revoulutionären Bewegungen", das in den letzten Jahren viele Arbeiten geprägt habe, sei inzwischen "schwach geworden", erkären Künstler*innen. Allgemein habe sich "Resignation breitgemacht"; die künstlerische Produktivität sei zurückgegangen. "Das liegt an einem Mangel von Infrastruktur und Förderung, aber auch an neuen Gesetzen, nach 2013 erlassen", sagt Abdalla Daif, Regisseur und Mitbegründer des Künstlernetzwerks Gudran Association, dem taz-Autor. Unter dem Militärregime von Präsident Abdel Fattah al-Sisi sei es schwierig Genehmigungen für Arbeiten zu erhalten.

"Hochproblematisch und einfallslos"

12. Apri 2017. "Ich möchte gut unterhalten und gepackt werden, so dass ich mich noch lange über das Stück unterhalten und streiten kann. Außerdem erwarte ich gutes Handwerk", sagt der ehemalige Berliner Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit im Interview mit Simon Strauß von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über seine Erwartungen ans Theater. Und zu den Berliner kulturpolitischen Entscheidungen seiner Nachfolger:

"Das ist inhuman"

11. April 2017. Ulrich Seidler spricht in der Berliner Zeitung / Frankfurter Rundschau mit Ludwig von Otting, der von 1979 bis 2014 auf der Leitungsebene in großen Theaterhäusern der Republik tätig war, von 1985 an am Hamburger Thaliatheater als Künstlerischer Betriebsdirektor und seit 1992 bis zum Ruhestand als dessen Kaufmännischer Geschäftsführer. Jetzt engagiert er sich, der jahrzehntelang auf der Arbeitgeberseite stand, beim Ensemble-Netzwerk für faire Entlohnungen für Bühnenschaffende.

Sehnsucht nach Schweigen

31. März 2017. Der Schriftsteller Christoph Höhtker lebt in Genf, fliegt nach Hamburg zur Premiere von "Ich kann nicht mehr" und denkt in der NZZ grundlegend über René Pollesch nach.