Kabale ohne Liebe

17. November 2017. Der Machtkampf an den Bühnen Halle verschärft sich. Im Juni dieses Jahres sprachen drei Intendanten dem Geschäftsführer Stefan Rosinski ihr Misstrauen aus. Der schießt nun zurück. Die Mitteldeutsche Zeitung beschreibt den jüngsten Geschäftsbericht Rosinskis als "Generalbrechnung" mit Opern-Intendant Florian Lutz.

Dies ist kein Theater?

16. November 2017. Über seine Gegner und Kritiker, über Kontinuität an der Volksbühne, eine Instrumentalisierung durch die Kulturpolitik und von ihm gemachte Fehler spricht der neue Volksbühnen-Intendant Chris Dercon im themenoffenen Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung.

Identitärer Wolf im linksliberalen Schafspelz

15. November 2017. In der Zeit analysiert und kritisiert die Theaterwissenschaftlerin Amy Stebbins die Erfolgsgeschichte von Ayad Akhtars "Geächtet", das auf deutschsprachigen Bühnen rauf- und runtergespielt und soeben in Wien als "Stück des Jahres" mit dem Nestroy-Preis ausgezeichnet wurde.

Wo sind die starken Handschriften?

12. November 2017. In der Welt nimmt Stefan Grund die Vertragsverlängerung von Thalia-Intendant Joachim Lux zum Anlass, ein Ranking für die Hamburger Kulturszene zu erstellen. Und da sieht es nicht gut aus fürs Thalia Theater: Nach Elbphilharmonie, Staatsoper, Deutsches Schauspielhaus und Kampnagel landet es in Grunds Liste auf dem fünften und letzten Platz der großen kulturellen Einrichtungen.

Zuschauernähe oder Insidergekreisel?

6. November 2017. Für die Frankfurter Allgemeine (4.11.2017) steht nachtkritik.de "in einem krassen Gegensatz zur traditionellen Theater-Berichterstattung". Redakteur Simon Strauß sieht durch das Online-Feuilleton "den Abbau regionaler Theater-Berichterstattung kompensiert". Das Portal habe es geschafft, "die sogenannten Debatten des Betriebs auf ihre Seite zu ziehen", fragt sich jedoch, ob das tatsächlich "zu besonderer 'Zuschauernähe' oder nicht viel eher auch zu einer gehörigen Portion Insidergekreisel führt?" Schließlich bekomme man "die großartige Chance, einen Leser durch Text und Thema zu locken, der sonst mit dem Theater gar nichts am Hut hat, (…) nur im – durch seine verschiedenen Facetten überraschenden – Feuilleton einer Zeitung. Das den Laien abschreckende 'Expertentum' findet nämlich mittlerweile nicht mehr hier, sondern dort statt: in den immer offenen, nie entschiedenen Diskussionsforen der Userinnen und User von 'Nachtkritik'."

Heilige haben keine Affären

2. November 2017. Mit seinem Film Mathilde ist der russische Regisseur Alexej Utschitel zum Ziel nationalistischer Hetze geworden. Und mit ihm auch der Schauspieler Lars Eidinger den Anfeindungen ausgesetzt. Die Süddeutsche Zeitung und andere Medien fassen in ihren Kritiken zum Film Start die Causa nochmal zusammen.

Systemimmanente Erotik?

25. Oktober 2017. Alle in der Film- und Theater-Welt könnten "Geschichten von sexuellen Belästigungen, Anzüglichkeiten, Übergriffen" erzählen, schreiben die fünf Autor*innen Christine Dössel, David Denk, David Pfeifer, Thorsten Schmitz und Ulrike Schuster der Süddeutschen Zeitung (23.11.2017), die im Zuge der Diskussion um Harvey Weinstein und #MeToo verschiedene Schauspieler*innen und Regisseur*innen zum Thema Sexismus befragt haben. Dabei hörten sie z.B. von dem "ehemaligen Theaterdirektor, der bei Bewerbungs- und Besetzungsgesprächen die Tür zum Büro abgeschlossen und die Rollläden heruntergelassen haben soll. Eine Informantin zitiert ihn mit den Worten: 'Über dein künstlerisches Engagement können wir ja danach noch reden.'"