Befriedung für Frankfurt

von Esther Boldt

Frankfurt am Main, 9. Juni 2007. Kaum ist die eine Nachricht medial verdaut, folgt die nächste Überraschung auf dem Fuße: Erst vor zehn Tagen hatte Elisabeth Schweeger, Intendantin des Schauspiels Frankfurt, verkündet, ihren 2009 auslaufenden Vertrag nicht ein weiteres Mal verlängern zu wollen (wir berichteten), schon steht ihr Nachfolger fest: Hinter verschlossenen Türen haben Oberbürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzenden der Bühnen GmbH Petra Roth, der geschäftsführende Intendant Bernd Fülle und Kulturdezernent Felix Semmelroth Verhandlungen geführt.

Glückwunsch !

Berlin, 7. Juni 2007. Heute wird Claus Peymann 70 Jahre alt. "Nur noch mittelmäßig als Regisseur", sei er, hat sein langjähriger Protagonist Gert Voss ihm öffentlich mitgeteilt. Seine Triumphe seien "historische Taten" sekundierte umgehend die Süddeutsche Zeitung.
Das ist natürlich zutiefst ungerecht. Deshalb gratulieren wir dem alten Kämpen von Herzen. Mit einem Text, in dem Tomo Mirko Pavlović den Schatten ausmisst, den Claus I. noch nach einem Vierteljahrhundert wirft.

Gemachtes Nest

von Esther Boldt

Frankfurt am Main, 31. Mai 2007. Die Bombe platzte leise. Bei der gestrigen Pressekonferenz zur Festwoche "goethe ffm" sagte Elisabeth Schweeger, Intendantin des Schauspiels Frankfurt, in einem Nebensatz, dass sie 2009 gehen werde. Und schob im Hinblick auf Goethe mit einem leichten Lächeln hinterher, Frankfurt sei eine Stadt für Durchreisende.

Deutschlands schnellster Dramaturg wird Thalia-Chef

von Simone Kaempf

Hamburg, 13. Mai 2007. Nun bekommt das Thalia Theater also doch wieder einen nicht-regieführenden Intendanten. Gerüchte behaupteten zuletzt zwar, dass Stefan Bachmann und Martin Kusej im Rennen um den Posten die Nase vorn haben – beides Regisseure, die auch als Theaterleiter garantiert nicht aufs Inszenieren verzichtet hätten. Aber nun heißt es doch ganz unglamourös: Joachim Lux.

Der diskrete Charme des Populismus

von Esther Slevogt

Berlin, im Mai 2006. Früher befriedigte schon ein Bausparvertrag unser Sicherheitsbedürfnis. Heute sind komplexere Systeme gefragt: Denn die Welt ist unübersichtlich geworden, seit der Kommunismus zerbrach und auch der Kapitalismus nicht mehr der Alte ist. Das Maxim-Gorki-Theater befasst sich schon seit längerem mit einer ganz besonderen Form der Lebensversicherung: dem Glauben nämlich. Erst gab es Bibel pur. Dann war der Kommunismus dran. Teil drei beinhaltet Versuche über den Fundamentalismus. Zu diesem Zweck hat Theater bei dem Dramatiker Lutz Hübner ein Stück in Auftrag gegeben, welches das Zentrum der Veranstaltungsreihe bilden soll, die im Untertitel "Die schöne und einfache Welt" heißt.

Kein Kleidertyp

von Simone Kaempf

Dezember 2006. Unter ihrem Schutz will der stärkste Held seine schwache Seite ausleben: Die Schauspielerin Wiebke Puls

Zwischen den Ritzen des Alltäglichen

Ein Originaltonbeitrag, aufgezeichnet von Irene Grüter

Zürich, Dezember 2006. Helgard Haug und Daniel Wetzel von der Dokumentartheater-Gruppe Rimini Protokoll über "Wallenstein", ihr Projekt für die Schillertage Mannheim 2005.