Die Intelligenz der Gruppe

Interview: Simone Kaempf und Nikolaus Merck

Berlin, 16. November 2017. Vor siebzehn Jahren startete Thomas Ostermeier an der Berliner Schaubühne mit einem Mitbestimmungsmodell, mit gleichen Gagen für alle Schauspieler*innen in einer Höhe, von der viele heute nur träumen können. Und mit dem Glauben an die kollektive Kraft des Ensembles. Vieles von dem, was zuletzt in der Debatte um die Zukunft der Stadttheater hochbrodelte, wurde an der Schaubühne ausprobiert – und auch wieder verworfen. Denn so plausibel die Forderung nach mehr Partizipation, nach höheren Gagen und besseren Arbeitsbedingungen auch klingen: Die Praxis ist komplizierter. Über seine Erfahrungen spricht Thomas Ostermeier im Interview mit Simone Kaempf und Nikolaus Merck.

Mit Stereotypen hantieren

von Sebastian Huber

15. November 2017. Der von Amy Stebbins in ihrem Artikel "Die Stunde des Whoppers" vom 12.11.2017 auf ZEIT online formulierten Kritik (hier unsere Zusammenfassung) an Ayad Akthars Stück "Geächtet" als anti-islamisch und von identitärer Ideologie nicht unterscheidbar muss widersprochen werden.

Hochzeit mit Hindernissen

von Julika Bickel

Berlin, 13. November 2017. Am Ende des Theaterstücks "Jeden Gest" (Eine Geste) fangen zunächst viele wie gewohnt an zu klatschen, doch dann ist da ein Moment der Verunsicherung. Die vier Schauspieler*innen des Nowy Teatre aus Warschau sind gehörlos. Immer mehr Zuschauer*innen strecken ihre Hände in die Höhe und schütteln sie wie Glöckchen – die Geste für Applaus. Ganz still ist es im Saal.

Misstraut dem Zeitgeist!

von Claudia Wahjudi

Berlin, 13. November 2017. Fast alles im 3. Berliner Herbstsalon des Gorki ist anders als in anderen Großschauen Bildender Kunst. Das fängt beim freien Eintritt an und endet beim Wetter: Zur Eröffnung am Nachmittag des 11. Novembers zeigt das Thermometer fünf Grad Celsius. Die Berlin Biennale dagegen eröffnet im Juni, wenn Touristen kommen und das Fachpublikum aus Übersee nach Europa zur Baseler Kunstmesse fliegt. Doch was der Kunstbetrieb tut und lässt, ist am Gorki weitgehend egal, obwohl der 3. Berliner Herbstsalon durchaus Biennalen-Stärke hat: mit Arbeiten von rund 100 Künstlern und Künstlergruppen, davon rund 30 Neuproduktionen. Mit voller Absicht findet er im Spätherbst statt, nach den Gedenkfeiern für die Opfer der Novemberpogrome und dem Jubiläum des Mauerfalls.