Der Bronchialneurotiker

von Tomo Mirko Pavlovic

26. Juli 2007. Es gibt Dinge im Leben, die existieren und niemand weiß, warum. Schnaken. Das Fernsehen. Durchschnittlich sechs Kassen im Supermarkt, von denen höchstens zwei besetzt sind. Oder der Call-Shop nebenan, wo kein Mensch jemals telefoniert, nicht einmal der Besitzer selbst, ein mürrischer Äthiopier, der nie zurückgrüßt und trotzdem einen Mercedes fährt. All das gibt es und man sollte niemals nach ihrem Sinn fragen.

Der Angreifer

von Tomo Mirko Pavlovic

23. Juli 2007. "Das ist mein Platz!" Da ist er schon wieder, dieser Satz. Und sein dazugehöriger Mensch. Baut sich vor einem auf wie eine Fleisch gewordene Aufforderung. Ein Vertreibungsdekret mit Lesebrille. Ein performativer Akt mit Theaterkarte am langen Arm.

Der Frühaufsteher

von Tomo Mirko Pavlovic

20. Juli 2007. Es gibt Menschen, die sich wundern, wenn sie ein scheinbar herrenloses Badetuch auf einem adriatischen Liegestuhl Sekunden nach Sonnenaufgang sehen. Es gibt Menschen, die sich immer noch fragen, weshalb es ihnen niemals gelungen ist, ihren Namen an erster Stelle auf dem Seminaraushang für das neue Semester einzutragen.

Für Geld geht alles

von Jan Oberländer

Berlin, 7. Juli 2007. Als die beiden Boulevard-Bühnen Komödie und Theater am Kurfürstendamm Ende 2006 von Schließung und Abriss bedroht waren, gab es aus der Öffentlichkeit, aber auch aus der Politik zahlreiche Solidaritätsbekundungen für die traditionsreichen Spielstätten. Im Hinblick auf den Einsatz des Regierenden Kultursenators Klaus Wowereit meint nun die Grünen-Abgeordnete und Vorsitzende des Kulturausschusses Alice Ströver im Gespräch mit nachtkritik.de: "Alles Krokodilstränen".