Und die Nachspielbarkeit?

22. Februar 2017. Heute wurde die Auswahl der sieben Stücke bekannt gegeben, die für den Mülheimer Dramatikerpreis nominiert sind. Schon die Summe von 15.000 Euro, mit denen der Preis dotiert sind, machen ihn zu einem der wichtigsten Stückepreise des deutschsprachigen Gebiets. Aber auch die Aufmerksamkeit, die den Stücken und ihren Inszenierungen in Mülheim zuteil wird. Über die Auswahl, Stückentwicklungen, Nachspielbarkeit sowie das, was fehlt, spricht Georg Kasch in der neuesten Folge unseres Podcasts mit nachtkritik.de-Autorin und Jury-Sprecherin Cornelia Fiedler.

Katharsis 2.0

von Michael Wolf

17. Februar 2017. Die Zeichen sind eindeutig: Gefühle sind in. Während Damen und Herren alter Schule noch diskret eine Träne verdrücken, hasst, fürchtet und gluckst die Jugend von heute zwanglos bis die Schwarte kracht. Aber nicht nur mehr der Körper schüttelt sein Zwerchfell aus wie eine tüchtige Hausfrau die Spitzengardine. Auch in dem Internet sendet die Generation digitaler Eingeborener beständig ihre Insignien LOL (Abk.: "lustig ohne Limit") und OMG ("Oh, du meine Güte!") in den Äther.

Heimvorteil

von Christian Rakow

9. Februar 2017. Das also soll die Generalmobilmachung des Theaters werden: Schluss mit den stationären Ensembletheatern, Schluss mit dem kostenintensiven Repertoiresystem mit wenigen Aufführungen pro Produktion. Schluss also mit dem traditionsreichen, luxuriösen Stadttheatermodell in deutschsprachigen Landen. Stattdessen Gastspieltheater, tourende Compagnien in Häusern mit einem Minimum an technischem Personal; weniger Produktionsstätten, mehr Aufführungen je Produktion, landauf, landab. So lauten im Kern die Verbesserungsvorschläge, die Dieter Haselbach auf nachtkritik.de mit dem ganzen Stolz des Reißbrett-Strategen der Kulturpolitik unterbreitet. Ein fröhliches back to the roots wäre das: zurück zu den vorshakespeareschen Zeiten der lustigen Wanderbühnen. Und heute drohen nicht einmal die Wegelagerer. Es droht einzig der tagelange Leerstand von Immobilien, wenn die Gaukler weitergezogen sind.

"Theater ist keine top-down-Veranstaltung"

Berlin, 6. Februar 2017. Am 8. Dezember 2016 wurde Klaus Lederer (Die Linke) als Kultursenator der neuen rot-rot-grünen Landesregierung von Berlin vereidigt – da hatte er bereits eine erste heftige Debatte angezettelt, indem er noch vor seiner Vereidigung ankündigte, die Verträge mit dem designierten Volksbühnen-Intendanten Chris Dercon zu überprüfen. Was ist daraus geworden, und wie stellt Klaus Lederer sich eine Kulturpolitik für Berlin vor? Sophie Diesselhorst und Christian Rakow haben mit ihm gesprochen.