Armin Petras – Maxim Gorki Theater Berlin, Intendant

Welches war Ihr herausragendstes, schönstes, beeindruckendstes Theatererlebnis im Jahr 2008, am eigenen Haus oder an anderen Häusern? Und warum?

sie fragen mich nach meinem beeindruckendsten theaterereignis im jahr 2008. unter all den ansprechenden, berührenden und anregenden theatererlebnissen fällt ein stück heraus, Der Zwischenstand der Dinge, ein projekt von: christoph schlingensief. krankheit, tod, sprechen über die eigene krankheit, eine sprache finden für körperliche leiden.

Tobias Wellemeyer – Theater Magdeburg, Intendant

Welches war Ihr herausragendstes, schönstes, beeindruckendstes Theatererlebnis im Jahr 2008, am eigenen Haus oder an anderen Häusern? Und warum?

Andreas Kriegenburg: Das letzte Feuer, Thalia Theater Hamburg

In Andreas Kriegenburgs kongenialer szenischer Installation zu Dea Lohers "Das letzte Feuer" drehen reale Wohnräume, Menschenbehausungen eines Stadtviertels um eine leere, lediglich mechanische Mitte. Der endlos gegen eine solche Zeit- und Daseinsmetapher anlaufende Schauspielerchor verdichtet gedankenmusikalisch kunstvoll und mit tief erschütternder Glaubwürdigkeit die heillosen, nach der eigenen Verantwortung forschenden Selbstberichte der schicksalhaft verbundenen Figuren zu einem Sehnsuchtsrauschen ihrer zerfallenden Gemeinschaft – der Suche nach einem Code, nach einer Formel des Zusammenhalts, nach einem Kern und Sinn des Lebens.

Christian Stückl – Münchner Volkstheater, Intendant

Welches war Ihr herausragendstes, schönstes, beeindruckendstes Theatererlebnis im Jahr 2008, am eigenen Haus oder an anderen Häusern? Und warum?

Welch schwierige Frage, die einem die nachtkritik-Redaktion da stellt. Für mich als Intendant – der selbst Regie führt – ist es oft bedauerlich, dass ich viel zu wenig in die anderen Münchner Häuser, geschweige denn in eine andere Stadt, in ein anderes Theater komme. Viel zu oft überlässt man das "Theaterschauen" seinen Dramaturgen. Bedauerlich und manchmal auch ein wenig ignorant. Aber eigentlich sind es ja nicht wirklich die herausragenden Inszenierungen wie Kriegenburgs "Prozess" (sehr beeindruckend) an den Münchner Kammerspielen, die einen am Theater halten, sondern es ist die eigene Arbeit, der eigene Prozess, dieses immer wieder von vorne beginnen, diese Ungewissheit, ob einem eine Inszenierung gelingt oder ob sie in die Hose geht.

Kay Wuschek – Theater an der Parkaue, Junges Staatstheater Berlin, Intendant

Welches war Ihr herausragendstes, schönstes, beeindruckendstes Theatererlebnis im Jahr 2008, am eigenen Haus oder an anderen Häusern? Und warum?

Voller Vitalität und Leidenschaft versuche ich dafür zu sorgen, dass die herausragendsten, schönsten und beeindruckensten Theatererlebnisse sich am Theater an der Parkaue, Junges Staatstheater Berlin ereignen. Das war 2008 so und wird auch 2009 so sein. Jede Intendantin und jeder Intendant, der gleiches nicht von sich behauptet und mit dieser Grundhaltung sein Theater führt, ist, um mit Schiller zu sprechen: ein Hundsfott.