Maßgeschneidert

von Christian Rakow

Berlin, 26. Juni 2017. Für alle, die die Veranstaltung letzte Woche auf Twitter annonciert fanden, gilt es, Rapport zu geben: Der künftige Volksbühnen-Intendant Chris Dercon und seine Programmverantwortliche Marietta Piekenbrock waren heute zur Anhörung im Kulturausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Tagesordnungspunkt "Konzeption für die neue Volksbühne", auf Antrag der Regierungsfraktionen SPD, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen. Auf eine Begründung des Antrags verzichtete Ausschussvorsitzende Sabine Bangert (Grüne) ausdrücklich. "Ich denke, sie erklärt sich von selbst."

Zwei Köpfe für Zürich

von Andreas Klaeui

Zürich, 21. Juni 2017. Der Verwaltungsrat der Schauspielhaus Zürich AG hat heute Nicolas Stemann (49) und Benjamin von Blomberg (39) als Intendanten für fünf Jahre, beginnend mit der Saison 2019/2020, gewählt. Die Doppelintendanz war von der Findungskommission aus einer Liste von rund 50 Persönlichkeiten ausgewählt worden. Sechs hoch qualifizierte Personen wurden eingeladen, ein Konzept für die Zukunft des Schauspielhauses einzureichen. Drei davon kamen in die engste Auswahl. Die Findungskommission hat Stemann und von Blomberg einstimmig zur Wahl vorgeschlagen.

Karma is a bitch, Hamlet

von Michael Wolf

3. Juli 2017. Wir sind es leid. Jeden Abend beklagen auf den Bühnen dieselben Figuren ihre ewig gleichen Probleme. nachtkritik.de ist überzeugt: Wir müssen lernen, konstrutiv mit dem dramatischen Kanon umgehen. Und zwar nicht literaturwissenschaftlich, sondern endlich lösungsorientiert. In unserer Reihe #Kummercast suchen wir investigativ nach Auswegen aus festgefahrenen Dramaturgien. Unter den Namen bekannter Figuren loggen wir uns in Ratgeberforen ein und schildern ihre Probleme. Heute fragt Hamlet: "Kann das sein oder kann das nicht sein?"

Unter Druck

von Falk Schreiber

Hamburg, 19. Juni 2017. Muss man sich Sorgen machen um die jungen Leute? Zumindest der Eröffnungsabend beim Schaulaufen der deutschsprachigen Regieschulen, dem Körber Studio Junge Regie in der Hamburger Thalia-Außenstelle Gaußstraße, ist ein konsequenter Runterzieher. Swen Lasse Awe von der Münchner Falckenbergschule inszeniert "Abraum", einen apokalyptischen Text von Wilke Weermann, der in Ludwigsburg studiert und auch als Regisseur am Festival teilnimmt, mit einer effektsicheren, wenn auch ein wenig braven Überschreibung von Ernst Tollers Groteske "Der entfesselte Wotan".