Gesucht: Theater mit Interesse an dokumentarisch-szenischem Stück über Wladimir Putin

 

Guten Tag, LeserInnen der nachtkritik,

ich suche nach einem Theater, das Interesse an einem dokumentarisch-szenischen Theaterstück über Wladimir Putin hat. Im Kern soll es um dessen Staats-, Gesellschafts- und Geschlechterverständnis gehen - basierend auf Auszügen aus wichtigen Reden, Interviews usw., die aus dem Russischen übersetzt werden und die man in Deutschland nur bruchstückhaft kennt. Der Großteil dieser sprachlichen Materialien soll mit den Mitteln des dokumentarischen Theaters, in Form szenischer Inter­aktionen oder performativ, d.h. in Form von Reenactments dargestellt werden. Des Weiteren ist der Einsatz von Videos, die Putin als starken (bzw. mittlerweile älteren) Mann zeigen, vorgesehen.

Das Stück mit dem Titel „Der Staat bin ich! Ein Stück über P.“ soll dabei kein Ein-Personen-Stück werden: Neben Putin treten auch ein Oppositioneller, eine Vertreterin einer Menschenrechts- bzw. internationalen Organisation, ein gewöhnlicher Russe sowie eine Hofnärrin auf. Hintergrundinformationen über die politische Entwicklung in Russland unter Putin, Wissenschaftsschnipsel, Fake News (über die dann aber aufgeklärt wird), Machiavelli-Zitate und Äußerungen anderer bekannter Politiker/Personen zu den behandelten Themen und Ereignissen (z.B. von Trump zum Thema „Männer und Frauen“) runden das Stück ab. Die Putinfixiertheit des Stücks soll auch gebrochen werden.

Das Stück soll in der Theatersaison 2019/2020 aufgeführt werden: Der 31. Dezember 2019 wird der 20. Jahrestag der Herrschaft Putins sein.

Meine Frage lautet also: Welches Theater, welches Ensemble hat an einem solchen Stück Interesse? Ich habe bisher ein Konzept (10-15 Seiten), noch nicht das Stück selbst geschrieben.

Vielen Dank!

Franz Preißler
(freier Verlagsmitarbeiter, geschichts- und literaturinteressierter Politologe mit Osteuropaschwerpunkt)

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