Zerbrechlichkeit und Eigensinn

19. Oktober 2020. Bayerische Kunstförderpreise in der Sparte "Darstellende Kunst" gehen in diesem Jahr an vier Frauen. Das gibt das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst bekannt, das die Preise verleiht. Ausgezeichnet werden die Schauspielerinnen Vanessa Eckart (Metropoltheater) und Gro Swantje Kohlhof (Münchner Kammerspiele) und die Sängerinnen Jihyun Cecilia Lee (Staatstheater Augsburg) und Camille Schnoor (Theater am Gärtnerplatz München). "In ihren Rollen konfrontieren sie uns mit Verlust, Reue und Zerbrechlichkeit, aber auch Eigensinn, Stärke und Leidenschaft", wird Kunstminister Bernd Sibler (CSU) in der Pressemitteilung zitiert. 

Spielende, Zuschauende & Granaten

18. Oktober 2020. Die Gesellschaft für Theatergeschichte verleiht zum ersten Mal den Max-Herrmann-Dissertationspreis. Das geht aus einer Presseaussendung der Gesellschaft hervor. Erster Preisträger ist der Wiener Theaterwissenschaftler Senad Halilbašić, der für seine Doktorarbeit 'Spielende und Zuschauende sowie eine Granate, die weit genug entfernt ist.' – Theater in Bosnien und Herzegowina 1992 bis 1995 ausgezeichnet wird.

Freie Zeit, Lesezeit

17. Oktober 2020. Im Berliner Grips Theater sind auf einer per Livestream übertragenen Veranstaltung am gestrigen Freitag die Sieger des Deutschen Jugendliteraturpreises bekannt gegeben worden. Den mit 12.000 Euro dotierten Sonderpreis "Gesamtwerk" erhält die Bestseller-Autorin Cornelia Funke, deren Werke (unter anderem "Tintenwelt", "Reckless") in 50 Sprachen übersetzt sind und Millionenauflagen erzielten.

Ein sicherer Ort

17. Oktober 2020. Die Gesundheitsbehörden des Landes Nordrhein-Westfalen haben einen neuen Corona-Erlass herausgegeben, gegen den sich Widerstand der Kulturszene regt. In Kommunen, in denen die Corona-Inzidenz bei über 50 (pro 100.000 Einwohner = Gefahrenstufe 2) liegt, sollen nur noch maximal 250 Teilnehmer*innen in geschlossenen Räumen bzw. 20 Prozent Auslastung für Kulturveranstaltungen zugelassen sein.

Ein Ministerium versteht keinen Spaß

16. Oktober 2020. Im August sorgte das Kollektiv "Peng!" mit Anrufen bei Managern großer deutscher Konzerne für Aufsehen. Die Aktivist*innen hatten sich als Mitarbeiter*innen eines fiktiven deutschen Bundesamts ausgegeben. Wie der SPIEGEL berichtet, ermittelt nun die Berliner Staatsanwaltschaft in der Sache. Nach einer Strafanzeige des Wirtschaftsministeriums hatte das Landeskriminalamt einen Anfangsverdacht bestätigt.

Unterfinanziert

Hildesheim, 13. Oktober 2020. Das Theaterhaus, Hildesheims Zentrum für Freies Theater, steckt in der Krise. Wie die Hildesheimer Allgemeine Zeitung berichtet, hat die Geschäftsführerin Uta Lorenz wegen Arbeitsüberlastung zum Jahresende gekündigt. Deshalb schätzt der Vorstand des Theaterhausvereins die Arbeit als gesundheitsgefährdend ein und will die Stelle nicht mehr ausschreiben. Damit gäbe das Land als Hauptförderer kein Geld mehr.

Im Dienste des Dichters

15. Oktober 2020. Der Shakespeare-Übersetzer Frank Günther ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Das gibt sein Verlag Hartmann & Stauffacher bekannt.

Unterm Hammer

15. Oktober 2020. Eine Erstausgabe von William Shakespeares "Comedies, Histories & Tragedies" wechselte bei einer Versteigerung in New York für den Rekordpreis von fast zehn Millionen Dollar den Besitzer.

Mehr Geld

Wien, 15. Oktober 2020. Österreich plant für das Jahr 2021 höhere Ausgaben für die Kultur. Der Voranschlag für das Kulturbudget sieht eine Erhöhung um mehr als 30 Millionen Euro vor: von 466 auf 496,1 Millionen Euro.

"Boulevardkomödien sind eine extrem schwierige Kunst"

14. Oktober 2020. Wie der LITAG Theaterverlag heute mitteilt, ist der französische Regisseur, Drehbuch- und Hörspielautor und Dramatiker Éric Assous am Montag im Alter von 64 Jahren in Paris verstorben.