Flammen für die Bastille

Paris, 18. Oktober 2017. Der russische Aktionskünstler Pjotr Pawlenski hat in Paris eine Filiale der französischen Nationalbank am Platz der Bastille in Brand gesetzt. Das meldet u.a. die taz (17.10.2017). Mit seinem Brandanschlag wolle Pawlenski Frankreich an seine revolutionäre Geschichte erinnern. Der Ort der Bank am Bastille-Platz sei entsprechend symbolisch aufzufassen. "Die Bastille wurde vom aufständischen Volk als Symbol des Despotismus und der Macht gestürmt. Am selben Ort ist ein neuer Herd der Versklavung entstanden, die Bank", zitiert die taz aus einem Manifest, das Pawlenski zu seiner Aktion veröffentlicht habe.

Wo sind die Frauen?

18. Oktober 2017. Für mehr Geschlechtergerechtigkeit an deutschen Bühnen setzt sich ab sofort der neugegründete Verein Pro Quote Bühne ein. Mit einer Pressekonferenz im Deutschen Theater Berlin trat der Verein um die vier Regisseurinnen Angelika Zacek, France-Elena Damian, Amina Gusner und Eva Jankowski gestern an die Öffentlichkeit und veröffentlichte ein Manifest. Darin wird eine Frauen-Quote von 50 Prozent in künstlerischen Führungspositionen gefordert: 50 Prozent Inszenierungen von Regisseurinnen auf den großen Bühnen, 50 Prozent Hausregisseurinnen, 50 Prozent Schauspieldirektorinnen und Intendantinnen. Es gebe "genug qualifizierte Frauen", so Vorstandsmitglied Angelika Zacek gegenüber nachtkritik.de: "Von den Hochschulen kommen genug Frauen mit Regie-Ausbildung, es gibt 51 Prozent Regieassistentinnen, und man fragt sich: Wo bleiben die denn dann? Das Potential ist da."

Mit Applausmaschine

Rostock, 18. Oktober 2017. Das 3. Nachwuchsfestival "Freisprung" für Freie Tanz- und Theaterschaffende in Mecklenburg-Vorpommern ist mit der Preisvergabe zu Ende gegangen. Wie Festivalleiter Jörg Hückler (ehemals Theaterpädagoge und Dramaturg am Volkstheater Rostock) in einer Presseaussendung mitteilt, wurden drei Produktionen ausgezeichnet.

Preisregen

Düsseldorf, 17. Oktober 2017. Zwei Theaterschaffende erhalten den Kulturförderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen. Wie das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW mitteilt, wurden die Preise gestern zum 60. Mal in sieben Kategorien vergeben. Sie sind mit je 7.500 Euro dotiert. In der Sparte "Theater: Regie, Schauspiel, Gesang, Tanz, Bühnenbild" wurde zum einen Marissa Möller ausgezeichnet, die von 2013 bis 2017 Schauspielerin im Festengagement am Schlosstheater Moers war und dort etwa die Titelrolle in Richard III. übernahm. Zum anderen Mario Simon, seit 2013 Videokünstler am Schauspiel Dortmund, der u.a. bei Die Borderline Prozession und Einstein on the Beach mitwirkte.

Guter Wolf, böser Wolf

Hamburg, 13. Oktober 2017. Der 6. Hamburger Kindertheaterpreis der Hamburgischen Kulturstiftung geht an das Künstlerkollektiv "Die AZUBIS", teilt die Stiftung in einer Presseaussendung mit. Das Hamburger Künstlerduo bekommt die mit 7500 Euro dotierte Auszeichnung für das Klassenzimmerstück "Das Böse". Den zweiten Platz (2000 Euro) erhält die THEATERBOX für das Stück "Lucie und die Traumwanderer" und den dritten Platz (1.000 Euro) das Theater Fata Morgana für "Snick un Waal". Mit dem Hamburger Kindertheaterpreis werden Produktionen der freien Hamburger Kindertheaterszene gewürdigt, die durch Originalität und Qualität überzeugen und neue künstlerische Impulse setzen.

In Schillers Geburtsort am Neckar

12. Oktober 2017. Die Germanistin Sandra Richter wird 2019 neue Leiterin des Deutschen Literaturarchivs in Marbach am Neckar. Das meldet u.a. der WDR. Das in Friedrich Schillers Geburtsstadt ansässige Deutsche Literaturarchiv sammelt Dokumente zur Literatur- und Geistesgeschichte von 1750 bis zur Gegenwart und beherbergt rund 1400 Nachlässe von Schriftstellern und Gelehrten.

Von Reagan lernen

12. Oktober 2017. Die USA wollen zum Ende des Jahres 2017 aus der UN-Kultur- und Bildungsorganisation UNESCO austreten. Wie u.a. Deutschlandfunk Kultur mit Bezug auf Agenturmeldungen berichtet, soll die Entscheidung kommende Woche begründet werden. Die Trump-Regierung wirft der UNESCO seit Längerem antiisraelische Tendenzen vor.

Laufzeit rasch verkürzt

12. Oktober 2017. Der Intendant des Vorarlberger Landestheaters Alexander Kubelka wird die in Bregenz ansässige Bühne früher als geplant verlassen. Das melden verschiedene österreichische Medien, u.a. die Kleine Zeitung (11.10.2017). Kubelkas eigentlich bis 2019 laufender Fünfjahres-Vertrag wird spätestens zum Juni 2018 beendet. Nach Informationen der Vorarlberger Nachrichten werde das Dienstverhältnis bereits Ende Oktober dieses Jahres aufgelöst. Im Januar 2018 solle die neue Theaterleitung präsentiert werden.

35 Jahre am DT Berlin

10. Oktober 2017. Die Schauspielerin Lissy Tempelhof ist in der Nacht zum 10. Oktober 2017 im Alter von 88 Jahren in Berlin verstorben – das meldet das Deutsche Theater Berlin unter Berufung auf Tempelhofs Agentur.

Grubenglück

Recklinghausen, 10. Oktober 2017. Der Theatermacher Olaf Kröck wird neuer Intendant der Ruhrfestspiele. Wie unter anderen der TV-Sender 3sat meldet, hat sich der Aufsichtsrat einstimmig für den 45-Jährigen entschieden. Kröck löst am 1. August 2018 Frank Hoffmann (63) ab, der das Theaterfestival dann 13 Jahre lang leitete.