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Christoph Schlingensief legt Opernregie nieder

Aus persönlichen Gründen

Berlin, 14. Februar 2008. Der Regisseur Christoph Schlingensief hat über die Pressestelle der Deutschen Oper Berlin mitteilen lassen, dass er sich aus persönlichen Gründen mit der Intendantin Kirsten Harms darauf verständigt habe, die szenische Uraufführung von Walter Braunfels' Jeanne d'Arc - Szenen aus dem Leben der Heiligen Johanna in die Hände eines anderen Produktionsteams zu übergeben. Wer die Arbeit an dem Projekt fortsetzen wird, steht der Mitteilung zufolge noch nicht fest. Die Premiere soll jedoch wie geplant am 27. April 2008 stattfinden. Es wurde außerdem mitgeteilt, dass Christoph Schlingensief und die Deutsche Oper Berlin in Zukunft eine Weiterführung der Zusammenarbeit anstreben. 

Ende Januar hatte eine Indiskretion quer durch Boulevardpresse und Feuilletons zu reißerischen Spekulationen über Schlingensiefs Gesundheitszustand geführt, so dass sich dessen Anwälte schließlich zur Androhung rechtlicher Schritte gegen Veröffentlichungen dieser Art genötigt sahen.

(sle)

Berliner Theatertreffen 2008 – Auswahl und Reaktionen

Wo ist Bösch?

Berlin, 13. Februar 2008. Am späten Montagabend wurde die Auswahl für das diesjährige Theatertreffen bekanntgegeben, das vom 2. bis 18. Mai in Berlin stattfindet (Auswahl, siehe unten).

Die Jury aus sieben TheaterkritikerInnen (Eva Behrendt, Jürgen Berger, Karin Cerny, Stefan Keim, Hartmut Krug, Peter Müller und Christopher Schmidt) lädt dafür aus dem gesamten deutschsprachigen Raum zehn Inszenierungen als die "bemerkenswertesten" nach Berlin ein. Jeweils zwei kommen aus Berlin, München und Zürich, die anderen aus Frankfurt am Main, Hannover, Hamburg und Köln.

Die Kommentare (alle vom 13.2.) der KollegInnen zu dieser Auswahl sind unterschiedlich ausgefallen. Laut Peter Michalzik (ehemals Jurymitglied) von der Frankfurter Rundschau ist das Theatertreffen "die wichtigste Überblicks- und Spitzenveranstaltung der größten Theaterlandschaft der Welt" und die diesjährige Auswahl in Ordnung; Welt, NZZ und F.A.Z. ist die Weltspitzenveranstaltung lediglich eine Meldung wert, wobei das Frankfurter Blatt in der Auswahl immerhin "die Rückkehr zu professionellem Theater, ganzen Stücken und halbwegs vollständigen Inszenierungen" erkennt. Für Christine Dössel von der Süddeutschen Zeitung, bis letztes Jahr Jurymitglied, ist sie dagegen "grundsolide und künstlerisch vertretbar wie überraschungsarm"; sie vermisst den Nachwuchs (David Bösch!), Peter Steins "Wallenstein" (der "in einem ganz speziellen Sinne" bemerkenswert sei) und würde offenbar auch Volker Lösch gern einmal beim Theatertreffen sehen. Den Tagesspiegel können allenfalls die Produktionsstätten überraschen, die Berliner Zeitung sieht die Virtuosen kommen, die taz vermeldet als "deutliche Tendenz" die Rückkehr des Schauspielertheaters. Und das Hamburger Abendblatt hat Gerhard Jörder – er war insgesamt 12 Jahre Jury-Mitglied – gefragt, wie die Jury-Auswahl zustande kommt.

Wir haben unsere LeserInnen abstimmen lassen (hier die Liste der zur Wahl stehenden Inszenierungen), und sie hatten ja auch ein paar andere Vorschläge (das Ergebnis: hier). Die Einladung von Signa ist natürlich eine Überraschung und Freude, aber: Wie wird man die Installation in Berlin aufbauen? Hier noch einmal unsere Besprechung von Die Erscheinungen der Martha Rubin. Und hier die Nachtkritiken (zumeist samt Presserundschauen und LeserInnenkommentaren) zu den eingeladenen Inszenierungen von: Jan Bosse, Jürgen Gosch, Stephan Kimmig, Sebastian Nübling, Christoph Marthaler, Thomas Ostermeier, Armin Petras, Stefan Pucher und Michael Thalheimer.

 

Großbrand in der Essener Folkwang Schule

Oh je, die Schule brennt!

Essen, 12. Februar 2008. Wie die Feuerwehr Essen mitteilt, kam es am Montagnachmittag zu einem großen Brand in der Essener Kunsthochschule, der auch am Dienstagvormittag nicht vollständig gelöscht ist. Die Ursache des Feuerausbruchs ist noch nicht bekannt.

Friedrich-Luft-Preis für Heaven (zu tristan)

Ausgezeichnetes Ego-Duo: Fritz Kater und Armin Petras

Berlin, 11. Februar 2008. Die Berliner Morgenpost meldet, dass der von ihr gestiftete Friedrich-Luft-Preis für "die beste Berliner Aufführung des Jahres 2007" an Heaven (zu tristan) in der Regie von Armin Petras gehe, eine Koproduktion des Maxim Gorki Theaters mit dem Schauspiel Frankfurt.

Walter-Hasenclever-Preis für Christoph Hein

Vielseitig, zeitbezogen, engagiert

Aachen, 7. Februar 2008. Der Walter-Hasenclever-Literaturpreis der Stadt Aachen geht in diesem Jahr an Christoph Hein. Am 26. Oktober wird er im Ludwig-Forum für Internationale Kunst verliehen, wie der ZDFtheaterkanal mit Bezug auf eine ddp-Meldung schreibt.

Else-Lasker-Schüler-Preis für Fritz Kater

Kater gesucht, gefunden und gepriesen

Mainz, 6. Februar 2008. Wir entnehmen der Frankfurter Rundschau (7.2.2008), dass die Jury des Else-Lasker-Schüler-Preises in diesem Jahr den Autor Fritz Kater mit dem mit 15.000 Euro höchstdotierten deutschen Dramatikerpreis auszeichnet. Die 5.000 Euro des Else Lasker-Schüler-Stückepreises gehen an die Autorin Almut Baumgarten. Sie erhält die Auszeichnung für ihr Schauspiel "Tank".

Die Berliner Tribüne wirft Anna Langhoff raus

Unüberbrückbar

Berlin, den 30. Januar 2008. Nur zehn Tage nach der ersten Premiere unter der neuen künstlerischen Leitung von Anna Langhoff (wir haben berichtet) trennt sich die Berliner Tribüne nun wieder von der Dramatikerin und Regisseurin – wegen unüberbrückbarer persönlicher und künstlerischer Differenzen, wie das Theater gestern lapidar mitgeteilt hat.

Führungskrise am Theater Plauen-Zwickau

Kein Vertrauen in Plauen 

Plauen/Zwickau, 24. Januar 2008. Der Intendant des Vogtland Theaters Plauen-Zwickau, Dr. Ingolf Huhn, soll zum 31. Juli diesen Jahres seinen Posten verlieren, berichtet die Chemnitzer Freie Presse in ihrer heutigen Ausgabe. Diese Entscheidung sei bereits letzten Freitag in einer turbulenten Aufsichtsratssitzung in Plauen gefallen. Am gleichen Abend wurde Huhn laut Freie Presse in Zwickau als Regisseur des Musicals "Mozart!" vom Publikum gefeiert. Bis gestern blieb die Personalie geheim.

Urs Hefti gestorben

Urs Hefti 20.7.1944 – 20.1.2008

Wien, 21. Januar 2008. Wie die Pressestelle des Wiener Burgtheaters meldet, ist Urs Hefti gestern in Wien nach kurzer schwerer Krankheit gestorben.

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