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Begriff Definition
Bodó, Viktor

Viktor Bodó, geboren 1978 in Budapest, ist Regisseur und Bühnenbildner.

Nach seinem Schauspiel- und Regiestudium war Bodó drei Jahre lang als Schauspieler am Krétakör Theater in Budapest tätig. Es folgten Regiearbeiten am renommierten Katona József Theater in Budapest. Gemeinsam mit dem Co-Autor András Vinnai entstand dort 2004 das Stück Gehacktundverschwunden, frei nach Kafkas "Prozess", das Bodó zum internationalen Durchbruch verhalf. Anschließende Regiearbeiten führten ihn u.a. ans Deutsche Theater Berlin und ans Schauspielhaus Graz. Für seine Grazer Inszenierung "Alice" nach Roland Schimmelpfennigs "Alice im Wunderland" erhielt er 2008 den Nestroy-Preis für die beste Ausstattung. Ebenfalls 2008 gründete Bodó seine eigene Theatertruppe "Szputnyik Shipping Company" in Budapest. 2010 wurde er mit seiner Grazer Handke-Adaption "Die Stunde da wir nichts voneinander wussten" zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Im März 2016 wurde er mit dem "XIII Europe Prize Theatrical Realities" ausgezeichnet.

Nachtkritiken zu Viktor Bodós Inszenierungen:

Schock als Gastspiel im Haus der Berliner Festspiele (6/2007)

Die Stunde da wir nichts voneinander wussten am Schauspielhaus Graz (5/2009)

Liliom am Schauspielhaus Graz (3/2010)

Der Meister und Margarita am Schauspielhaus Graz (12/2010)

Der Mann an Tisch 2 am Schauspiel Köln (4/2011)

Tot im Orient-Express im Theater Winterthur und im Staatstheater Mainz (9/2011)

Ein Sommernachtstraum am Schauspielhaus Graz (1/2012)

Anamnesis am Katona József Színház (4/2012, besprochen als Teil des Interferences-Festivals Cluj)

Amerika am Schauspielhaus Graz (9/2012)

Last Man in Graz: Social Error am Schauspielhaus Graz (1/2013)

König Ubu am Theater Heidelberg (4/2013)

Die Möwe am Theater Basel (9/2013)

Das Ballhaus am Schauspielhaus Graz (3/2014)

Motel am Schauspielhaus Graz (10/2014)

Ich, das Ungeziefer am Deutschen Schauspielhaus Hamburg (1/2015)

Fahrenheit 451 am Theater Heidelberg (10/2015)

Der Besuch der alten Dame am Schauspielhaus Zürich (12/2015)

Iwanow am Volkstheater Wien (3/2016)

Pension zur Wandernden Nase am Deutschen Schauspielhaus Hamburg (10/2016)

Klein Zaches – Operation Zinnober am Volkstheater Wien (2/2017)

Weitere Texte zu Viktor Bodó auf nachtkritik.de:

Presseschau Bodó im Schweizer Tagesanzeiger über die politische Situation in Ungarn und die Wirkung des Theaters (12/2015)

Link:
http://www.szputnyik.com


Siehe auch:
Ungarn

Bondy, Luc

Luc Bondy, 17. Juli 1948 in Zürich geboren, war Autor, Theater- und Opernregisseur und Intendant. Er starb am 28. November 2015.

Bondy wuchs als Sohn des Literaturkritikers François Bondy in der Schweiz und in Frankreich auf. Seine Theaterausbildung erhielt er u.a. in der Pantomimenschule von Jacques Lecoq. Ende der 1960er Jahre wurde er Regieassistent, zunächst bei Paulus Manker am Wiener Volkstheater. 1970 begann Bondy selbst zu inszenieren, u.a Leonce und Lena am Düsseldorfer Schauspielhaus. Peter Palitzsch holte ihn 1974 als Hausregisseur ans Schauspiel Frankfurt. In den späten 1970er Jahren begann Bondy an der Berliner Schausbühne zu arbeiten, wo er bald zu einem der prägenden Regisseure wurde. Nach Peter Steins Rücktritt von der künstlerischen Leitung trat er 1985 dessen Nachfolge an, verblieb in dieser Position jedoch nur bis 1987.

Bondy arbeitete bald auch regelmäßig an französischen Theatern, wo 1984 u.a. seine Schnitzler-Inszenierung "Das weite Land" am Théâtre Nanterre-Amandiers Furore machte – dort war damals Patrice Chéreau Co-Direktor. 1997 wurde Bondy Schauspieldirektor der Wiener Festwochen, deren künstlerische Gesamtleitung er  von 2002 bis 2013 übernahm. Von 2014 bis zu seinem Tod leitete er als Nachfolger von Oliver Py das Pariser Odéon Theater.

Nachtkritiken zu Inszenierungen von Luc Bondy:

Die Zofen bei den Wiener Festwochen (6/2008)

Helena bei den Wiener Festwochen (6/2010)

Die schönen Tage von Aranjuez bei den Wiener Festwochen (5/2012)

Tartuffe bei den Wiener Festwochen (5/2013)

Don Juan kommt aus dem Krieg am Berliner Ensemble (10/2013)

Charlotte Salomon bei den Salzburger Festspielen (7/2014)

Weitere Texte  zu Luc Bondy auf nachtkritik:

Buchkritik Am Fenster. Roman (2009)

Buchkritik Toronto. Gedichte (2012)

Borgmann, Robert

Robert Borgmann, 1980 in Erfurt geboren, ist Regisseur.

Borgmann schloss sein Regiestudium 2007 an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch ab und arbeitete seitdem als Regisseur am Deutschen Theater, an der Schaubühne und am Maxim Gorki Theater in Berlin, am Theater Bielefeld, am Staatstheater Mainz, am Schauspiel Köln, an den Schauspielhäusern Wien und Zürich sowie am Centraltheater Leipzig, wo er während der Intendanz von Sebastian Hartmann zeitweise auch Hausregisseur war.

Nachtkritiken
zu Inszenierungen von Robert Borgmann:

Weine nicht am Deutschen Theater Berlin (9/2007)

Deutschlandsaga an der Schaubühne Berlin: 50er Jahre (11/2007), 60er Jahre (1/2008), 70er Jahre (1/2008), 80er Jahre (2/2008), 90er Jahre (3/2008), 00er Jahre (4/2008)

Die Hermannsschlacht am Theater Bielefeld (3/2009)

Too Low Terrain am Staatstheater Mainz (6/2009)

Ausgehen 1-3 am Schauspiel Köln (1/2010)

Vatermord am Centraltheater Leipzig (9/2010)

Fräulein Julie am Staatstheater Mainz (12/2010)

Penthesilea am Centraltheater Leipzig (10/2011)

Wir Kinder von Theben am Schauspiel Köln (12/2011)

Gespenster am Centraltheater Leipzig (3/2012)

Legende vom Glück ohne Ende / Kein runter kein fern am Maxim Gorki Theater (5/2012)

Macbeth am Maxim Gorki Theater Berlin (2/2013)

Onkel Wanja am Staatstheater Stuttgart (10/2013)

Andrej Rubljow am Schauspiel Köln (4/2014)

Onkel Wanja als Gastspiel beim Berliner Theatertreffen (5/2014)

Richard III. am Schauspiel Stuttgart (9/2014)

die unverheiratete am Akademietheater Wien (12/2014) Eingeladen zum Theatertreffen 2015

Geronnene Interessenslage am Schauspielhaus Wien (2/2015)

Segen der Erde am Schauspiel Köln (5/2015)

Die Bacchen am Theater Basel (3/2016)

Tod eines Handlungsreisenden am Schauspiel Stuttgart (5/2016)

Così fan tutte an der Deutschen Oper Berlin (9/2016)

Iwanow am Schauspiel Köln (12/2016)

Der Kirschgarten am Schauspiel Stuttgart (4/2017)

Bösch, David

David Bösch, geboren 1978 in Lübbecke/Westfalen, ist Regisseur.

Bösch begann zunächst ein Studium der Theater- und Filmregie an der Athanor Akademie in Burghausen und wechselte dann an die Hochschule für Musik und Theater Zürich, wo er von 2001 bis 2004 Regie studierte. Gastregien führten ihn anschließend unter anderem ans Thalia Theater Hamburg, Schauspielhaus Bochum, Theater Bern und ans Züricher Schauspielhaus. Von 2005/06 bis 2008/09 war Bösch Hausregisseur am Schauspiel Essen unter Intendant Anselm Weber und schuf dort jugendlich poppige Klassikermodernisierungen, die stilprägend für das Haus wurden.

2003 gewann Bösch das Körber Studio Junge Regie. Mehrfach war er zum Theaterfestival "Radikal jung" eingeladen (2005–2007). 2006 wurde er für seine Inszenierung von Shakespeares "Viel Lärm um nichts", einer Koproduktion des Hamburger Thalia Theaters und der Salzburger Festspiele, für den Nestroy-Preis in der Kategorie "Beste Regie" nominiert. Für dieselbe Arbeit erhielt er 2006 den "Young Directors Project Award" der Salzburger Festspiele.


Nachtkritiken
zu Inszenierungen von David Bösch:

Woyzeck am Grillo Theater Essen (10/2007)

alter ford escort dunkelblau am Thalia Theater Hamburg (1/2008)

Antigone am Grillo Theater Essen (3/2008)

A Clockwork Orange am Züricher Schauspielhaus (5/2008)

Was Ihr wollt am Grillo Theater Essen (10/2008)

Vor Sonnenaufgang am Thalia Theater Hamburg (2/2009)

Adam Geist am Akademietheater Wien (9/2009)

Das Goldene Vließ am Deutschen Theater Berlin (10/2009)

Liebe ist ein hormonell bedingter Zustand im Theater Essen (4/2010)

Der Sturm am Schauspielhaus Bochum (9/2010)

Stallerhof im Casino des Wiener Burgtheaters (12/2010)

Die Ratten am Schauspielhaus Bochum (1/2011)

Die Ängstlichen und die Brutalen am Deutschen Theater Berlin (4/2011)

der penner ist jetzt schon wieder woanders beim tt-Stückemarkt Berlin (5/2011)

Romeo und Julia am Burgtheater Wien (10/2011)

Kleiner Mann - was nun? am Schauspielhaus Bochum (1/2012)

Gespenster im Akademietheater Wien (3/2012)

Draußen vor der Tür am Schauspielhaus Bochum (5/2012)

Der Diener zweier Herren am Schauspielhaus Bochum (12/2012)

Der Talisman am Akademietheater Wien (3/2013)

Das Mädchen aus der Streichholzfabrik am Schauspielhaus Bochum (6/2013)

Orest am Münchner Residenztheater (9/2013)

Mutter Courage und ihre Kinder am Burgtheater Wien (11/2013)

Othello am Schauspielhaus Bochum (1/2014)

Zerbombt am Schauspiel Stuttgart (2/2014)

Parzifal am Burgtheater Wien (4/2014)

Peer Gynt am Residenztheater München (11/2014)

Das Käthchen von Heilbronn am Burgtheater Wien (1/2015)

Breaking the waves am Schauspiel Stuttgart (5/2015)

Prinz Friedrich von Homburg am Residenztheater München (9/2015)

Die Präsidentinnen am Burgtheater Wien (10/2015)

Mensch Meier am Residenztheater München (1/2016)

Glaube Liebe Hoffnung am Residenztheater München (10/2016)

Weitere Texte zu David Bösch auf nachtkritik.de:

David Bösch – Ein Porträt des Künstlers vor seinem Debüt in Berlin (9/2009)

Drei Schwestern am Wiener Burgtheater (3/2016)

Bosse, Claudia

Claudia Bosse, 1969 in Salzgitter-Bad geboren, ist Regisseurin.

Bosse studierte Regie an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin. Danach inszenierte sie in Genf, Wien, Düsseldorf, Podgorica/Montenegro, Graz und Berlin. 1996 gründete sie gemeinsam mit Dominik Duchnik, Heike Müller und Silke Rosenthal in Berlin das Künstlerkollektiv "theatercombinat", das seitdem experimentelle Produktionen im Grenzbereich von Installation, Performance, Choreographie und theoretischem Diskurs hervorbringt; seit 1999 ist "theatercombinat" in Wien angesiedelt und arbeitet in wechselnden personellen Konstellationen u. a. mit Josef Szeiler, Christine Standfest, Doris Uhlich oder Gerald Singer. 2006 war Claudia Bosse feste Gastregisseurin am Théâtre du Grütli in Genf. Ihre chorische Arbeitsweise ist u.a. Untersuchungsgegenstand der Studie Auftritt Chor. Formationen des Chorischen im gegenwärtigen Theater. (Buchhinweis 2, 8/2012).

Nachtkritiken zu Inszenierungen von Claudia Bosse:

Die Perser am Théâtre du Grütli in Genf (4/2006)

Die Perser im Rahmen von Theaterformen Braunschweig (6/2008)

2481 desaster zone im theatercombinat Wien (10/2009)

Vampires of the 21st Century oder Was also tun? im FFT Düsseldorf (11/2010)

catastrophic paradise am FFT Düsseldorf (9/2014)

Ideal Paradise am Theaterkombinat Wien (6/2016)

Link:

www.theatercombinat.com

Bosse, Jan

Jan Bosse, 1969 in Stuttgart geboren, ist Regisseur.

Bosse studierte von 1990 bis 1993 in Erlangen Theaterwissenschaft, Germanistik und Kunstgeschichte und absolvierte danach ein Regiestudium an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch". Nach seiner Assistentenzeit (u.a. bei Manfred Karge und Robert Wilson) engagierte ihn Dieter Dorn 1998 an die Münchner Kammerspiele. Zwei Jahre später ging er zu Tom Stromberg ans Deutsche Schauspielhaus in Hamburg. Seit 2005 arbeitet Jan Bosse freiberuflich, u.a. am Burgtheater Wien, Schauspielhaus Zürich, Thalia Theater Hamburg und Maxim Gorki Theater Berlin. Als Regisseur lässt Bosse sich von Tom Stromberg managen.

Nachtkritiken zu Inszenierungen von Jan Bosse:

Hamlet am Zürcher Schauspielhaus (3/2007)

Viel Lärm um nichts Burgtheater Wien (12/2006; Kritik zur Berliner Premiere im Rahmen des Theatertreffens, 5/2007)

Die Leiden des jungen Werther am Thalia Theater Hamburg/Maxim Gorki Theater Berlin (9/2006; Kritik zur Aufführung beim Theatertreffen, 5/2007)

Endspiel am Deutschen Theater Berlin (6/2007)

Amphitryon am Maxim Gorki Theater Berlin (9/2007)

Anna Karenina am Maxim Gorki Theater Berlin (5/2008)

z.B. Der gestiefelte Kater am Schauspielhaus Zürich (9/2008)

Antigonae/Hyperion am Maxim Gorki Theater Berlin (12/2008)

Wer hat Angst vor Virginia Woolf? am Burgtheater Wien (10/2008)

Leonce und Lena am Schauspiel Köln (3/2009)

Peer Gynt am Thalia Theater Hamburg (9/2009)

Othello im Akademietheater des Wiener Burgtheaters (1/2010)

Der Geizige am Maxim Gorki Theater Berlin (2/2010)

Die Blechtrommel Ruhrtriennale / Maxim Gorki Theater (9/2010)

Was ihr wollt am Thalia Theater Hamburg (11/2010)

Das Käthchen von Heilbronn am Maxim Gorki Theater Berlin (11/2011)

Robinson Crusoe. Projekt einer Insel am Wiener Burgtheater (4/2012)

Platonow am Thalia Theater Hamburg (9/2012)

Der Ignorant und der Wahnsinnige am Burgtheater Wien (12/2012)

Gladow-Bande am Maxim Gorki Theater Berlin (3/2013)

5 Tage im Juni II  am Maxim Gorki Theater Berlin (7/2013)

Szenen einer Ehe am Schauspiel Stuttgart (10/2013)

Hedda Gabler am Thalia Theater Hamburg (11/2013)

Die Möwe am Burgtheater Wien (5/2014)

Dantons Tod am Burgtheater Wien (10/2014)

Herbstsonate am Schauspiel Stuttgart (12/2014)

Imperium am Thalia Theater Hamburg (4/2015)

Münchhausen bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen (5/2015)

Wintersonnenwende am Deutschen Theater Berlin (10/2015)

Hexenjagd am Schauspielhaus Zürich (1/2016)

Der Spieler am Thalia Theater Hamburg (11/2016)

Die Welt im Rücken im Burgtheater Wien (3/2017)

Arsen und Spitzenhäubchen am Schauspiel Stuttgart (6/2017)

Brasch, Thomas

Thomas Brasch, am 19. Februar 1945 in Westow/Yorkshire (England) geboren und gestorben 2001 in Berlin, war Schriftsteller, Filmemacher und Übersetzer.

Der Sohn des hohen SED Parteifunktionärs Horst Brasch (1966 bis 1969 stellvertretender Minister für Kultur) eckte während seines Ausbildungsweges regelmäßig bei den Autoritäten der DDR an. Ein Journalistikstudium in Leipzig musste er abbrechen, als Student der Dramaturgie an der Hochschule für Film und Fernsehen Babelsberg wurde er wegen Verteilung von Flugblättern gegen den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in die ČSSR 1968 zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt und 1969 vorzeitig entlassen.

Brasch war Mitunterzeichner der Resolution gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann 1976 und verließ im selben Jahr per Ausreiseantrag mit seiner Freundin, der Schauspielerin und späteren Regisseurin Katharina Thalbach, die DDR. Sein namhaftester Erzählband "Vor den Vätern sterben die Söhne" erschien 1977 im West-Berliner Rotbuch-Verlag.

Brasch schrieb Theaterstücke wie "Mercedes" und "Lieber Georg" für große deutschsprachige Bühnen, drehte Filme und schuf Übersetzungen der Dramen William Shakespeares und Anton Tschechows, die bis heute viel gespielt werden. Für seinen Film "Engel aus Eisen" erhielt er 1981 den Bayerischen Filmpreis. Braschs zeigte in seinen Werken ein Faible für Außenseiter und Rebellen wie den Bandenführer Werner Gladow oder den Mädchenmörder Karl Brunke. Seine Texturen sind lyrisch verdichtet, geschult am Sprachbewusstsein der klassischen Moderne.

2001 starb der Schriftsteller in Berlin an Herzversagen, nachdem er in den 1990er Jahren zurückgezogen an einem unvollendet gebliebenen Werk über den Mädchenmörder Brunke gearbeitet hatte.

Das Leben von Thomas Brasch ist in dem Roman "Die Kinder der Preußischen Wüste" von Klaus Pohl verarbeitet worden, den Simone Kaempf rezensierte – außerdem im "Roman meiner fabelhaften Familie" Ab jetzt ist Ruhe von Thomas Braschs Schwester, der Radiomoderatorin Marion Brasch.

Nachtkritiken zu Werken von Thomas Brasch:

Vor den Vätern sterben die Söhne (zusammen mit "Warum läuft Herr R. Amok? von Rainer Werner Fassbinder) am Staatstheater Stuttgart (5/2007)

Vor den Vätern sterben die Söhne / Mercedes am Berliner Ensemble (11/2011)

Ich komme aus meiner Haut. Sieben Tage Doppelmord am Theaterhaus Jena (2/2012)

Vor den Vätern sterben die Söhne am Theater Dessau (12/2013)

Übertragungen der Werke Shakespeares und Tschechows durch Thomas Brasch finden sich über die Suchfunktion.

Brasilien

Brasilien. Seit Gründung im Mai 2007 dehnt nachtkritik.de sukzessive seine internationale Berichterstattung aus. In "Theaterbriefen" wird in loser Folge über Tendenzen, herausragende Künstler und Spielstätten sowie aktuelle Debatten aus Bühnenlandschaften jenseits des deutschen Sprachraums berichtet.

In Brasilien finanziert die Industrie die Theater in den Kulturzentren der Städte. Ein anderes Theatersystem gibt es nicht, berichtet nachtkritik.de-Autor Michael Laages. Das brasilianische Theater habe, verglichen mit dem deutschen, mehr Körper, weniger Kopf. In seinen Theaterbriefen informiert er auch über das Deutsche Kulturfest in Brasilien und sagt, was die Deutschen unter dem Druck der Finanzkrise vom armen Brasilien lernen können.

Neben den Theaterbriefen gibt es auf nachtkritik.de Besprechungen, die im brasilianischen Kontext stehen: Volksbühnen-Chef Frank Castorf hat in Brasilien Nelson Rodrigues' Text Schwarzer Engel inszeniert und ist außerdem Anhänger der Santeria, jener auf Kuba praktizierten und mit dem bekannteren brasilianischen Candomblé verwandten Religion.

Theaterbriefe aus Brasilien:

Franz, der Frosch, in Fortaleza – über das Deutsche Kulturfest, von Michael Laages (7/2008)

Liebes neues Jahr! – ein Theaterbrief-Wunsch zur Krisenbewältigung, von Michael Laages (12/2008)

Der nahrhafte Rest – deutsch-brasilianische Grenzgänge, von Michael Laages (8/2010)

Im Kolonisations-Verein – ein Theaterbrief über Karin Beier in Brasilien (7/2013)

Nachtkritiken im Zusammenhang mit Brasilien:

Schwarzer Engel – die brasilianische Produktion von Frank Castorf zu Gast beim Festival Theaterformen in Hannover (6/2007)

SOKO São Paulo – ein Polizistenprojekt von Lola Arias und Stefan Kaegi beim Spielart Festival in München (11/2007)

Airport Kids – das internationale Projekt von Stefan Kaegi und Lola Arias am Théâtre Vidy-Lausanne (6/2008)

Haut aus Gold – eine brasilianisch-deutsche Projektpräsentation von Tilmann Köhler am Berliner Maxim Gorki Theater (7/2009)

Ponto de Partida – die Gruppe aus Minas Gerais beim Straßentheaterfestival ViaThea in Görlitz (8/2008)

Otro – die Performance von Enrique Diaz und Cristina Moura in Hellerau (6/2010)

FatzerBraz – die deutsch-brasilianische Produktion von andcompany&Co. in São Paulo (8/2010)

Julia – die brasilianische Regisseurin Christiane Jatahy befragt Strindberg in Frankfurt/Main (10/2013)

What if they went to Moscow – Christiane Jatahy lässt Tschechows Drei Schwestern ins Aquarium abstürzen beim Zürcher Theater Spektakel 2014
 
 
 
 
 
Breth, Andrea

Andrea Breth, am 31. Oktober 1952 in Rieden bei Füssen geboren, ist Regisseurin.

Breth wuchs in Darmstadt auf. Von 1971 bis 1973 studierte sie Literatur in Heidelberg. Nach Regieassistenzen am Heidelberger Theater wechselte sie mit Intendant Peter Stoltzenberg nach Bremen. Ihre erste Inszenierung war "Die verzauberten Brüder" von Jewgeni Schwarz (1975). Weitere Inszenierungen folgten in Wiesbaden, Bochum, Hamburg und Berlin. Intendant Ulrich Brecht holte sie 1983 ans Freiburger Theater. Nächste Stationen waren Bochum (1986-1989) und Wien (1990 und 1992). Von 1992 bis 1997 künstlerische Leiterin der Berliner Schaubühne. Nach Auseinandersetzungen mit dem Ensemble erklärte sie ihren Rücktritt und wechselte 1999 als Hausregisseurin ans Wiener Burgtheater.

Andrea Breth wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 1987 mit dem Fritz-Kortner-Preis und 2003 mit dem Nestroy-Preis für "Beste Regie". Sie ist Mitglied der Akademie der Darstellenden Künste in Frankfurt am Main und der Akademie der Künste Berlin. 2006 wurde ihr der Theaterpreis Berlin verliehen, dessen Preisgeld sie an eine Suppenküche in Pankow spendete. Im Juni 2009 wurde sie mit dem Österreichischen Ehrenkreuz ausgezeichnet. 2015 erhielt sie den Schillerpreis der Stadt Marbach (Zusammenfassung der Laudatio von Gerhard Stadelmaier) und das Große Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

Joachim Lux geht in seinem Vortrag Theater ohne Autoren: Ist die Zukunft dramatisch? zur Eröffnung des Stückemarktes während des Theatertreffens 2008 auch auf Andrea Breth ein. In einem Text zum Verhältnis von Geschichte und Gegenwart im deutschsprachigen Theater von Dirk Pilz spielt sie genauso eine Rolle wie in der Debatte um Daniel Kehlmanns Eröffnungsrede über das Regietheater bei den Salzburger Festspielen 2009.

 

Nachtkritiken zu Inszenierungen von Andrea Breth:

Motortown im Akademietheater des Wiener Burgtheaters (1/2008)

Verbrechen und Strafe bei den Salzburger Festspielen (7/2008)

Blaue Spiegel am Berliner Ensemble (5/2009)

Der zerbrochne Krug bei der Ruhrtriennale (9/2009)

Quai West am Wiener Burgtheater (2/2010)

Zwischenfälle am Wiener Burgtheater (2/2011)

Marija am Düsseldorfer Schauspielhaus (1/2012)

Lulu an der Staatsoper Unter den Linden (4/2012)

Prinz Friedrich von Homburg bei den Salzburger Festspielen (7/2012)

John Gabriel Borkman am Schauspiel Frankfurt (4/2013)

Hamlet am Burgtheater Wien (9/2013)

Der Hausmeister am Residenztheater München (4/2014)

Diese Geschichte von Ihnen am Burgtheater Wien (1/2016)

Texte von Andrea Breth auf nachtkritik.de:

Sprache ist unser Sein – Rede zum 125jährigen Jubiliäum des Burgtheaters am Wiener Ring (10/2013)

 

Weitere Beiträge zu Andrea Breth auf nachtkritik.de:

Die FAZ veröffentlicht Gerhard Stadelmaiers Schillerpreis-Laudatio auf Andrea Breth - Presseschau (11/2015)

Brey, Christian

Christian Brey, geboren 1973 in Geldern am Niederrhein, ist Schauspieler und Regisseur.

Brey absolvierte ein Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart (Abschluss 1998) und war von 1997 bis 2011 fest engagiert am Schauspiel Stuttgart. Seine erste Regiearbeit entstand im Jahr 2007, gemeinsam mit Harald Schmidt: "Elvis lebt. Und Schmidt kann es beweisen". Seit 2009 gehörte er zum Team der Harald-Schmidt-Show, deren letzte Ausgabe am 13. März 2014 ausgestrahlt wurde. Als Regisseur arbeitete Brey am Theater Chemnitz, Deutsches Schauspielhaus Hamburg, Theater Münster, Düsseldorfer Schauspielhaus, Schauspiel Frankfurt, Schauspiel Leipzig sowie in Osnabrück und Heidelberg.

Nachtkritiken zu Inszenierungen von Christian Brey:

Der Prinz von Dänemark am Staatstheater Stuttgart (10/2008)

Volpone am Staatstheater Stuttgart (5/2010)

Der Vorname am Deutschen Schauspielhaus Hamburg (11/2012)

Dancer in the Dark am Staatstheater Stuttgart (11/2012)

Die Phobiker von David Gieselmann bei den Spieltrieben Osnabrück (9/2013)

Container Paris am Schauspiel Frankfurt (12/2014)

Der blaue Würfel am Theater Heidelberg (4/2017)