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Begriff Definition
Eberth, Michael

Michael Eberth, geboren am 2. Februar 1943 in Lindau, ist Dramaturg und Autor.

Nach einem Studium der Theaterwissenschaft, Germanistik und Anglistik in München und Bristol, begann Eberth seine Theaterlaufbahn 1968 als Regie- und Dramaturgieassistent am Bayerischen Staatsschauspiel in München. Er arbeitete in den Jahren darauf als Dramaturg u.a. am Frankfurter Theater am Turm und den Bühnen der Stadt Köln. Von 1974 bis 1977 war er Lektor im Verlag der Autoren, der 1969 von einigen Autoren und ehemaligen Suhrkamp-Lektoren nach einem Modell der Mitbestimmung gegründet worden war. Von 1979 bis 1991 arbeitete Eberth als Dramaturg am Schauspiel Frankfurt, an den Münchner Kammerspielen, bei den Salzburger Festspielen und am Burgtheater in Wien. Von 1991 bis 1996 war er Chefdramaturg am Deutschen Theater in Berlin, von 1999 bis 2001 Chefdramaturg des Düsseldorfer Schauspielhauses und von 2001 bis 2005 in gleicher Position am Deutschen Schauspielhauses in Hamburg.

Texte von Michael Eberth auf nachtkritik.de:

Gefallsucht bricht Leidenschaft. Zum Theater von Yasmina Reza (3/2008)

Die Verschwörung der Heuchler. Über das Stadttheater im Zeitalter seiner Beschleunigung (9/2010)

Die Unvergleichliche. Zum Tod der Schauspielerin Susanne Lothar (7/2012)

Texte zu Arbeiten von Michael Eberth:

Buchkritik: Einheit. Berliner Theatertagebücher 91-96 (10/2015)

 

Eder, Christine

Christine Eder, geboren 1976 in Linz, ist Theaterregisseurin. 

Nach dem Studium der Politikwissenschaft, Publizistik, Theaterwissenschaft und Philosophie an der Universität Wien arbeitete sie zunächst als Regieassistentin an verschiedenen Häusern. Von 2001 bis 2006 Studium der Theaterregie am Institut für Theater, Musiktheater und Film der Universität Hamburg. Es folgten Inszenierungen am Thalia Theater Hamburg, am Theaterhaus Jena und am Schauspielhaus Graz. Ihre Arbeiten wurden dreimal zum Festival "Radikal Jung" eingeladen, zuletzt 2010 die Inszenierung "Eros". "Proletenpassion 2015 ff" wurde 2015 in Wien mit dem Nestroy-Preis als beste Beste Off-Produktion ausgezeichnet.

nachtkritiken zu Inszenierungen von Christine Eder:

Eros bei den Ruhrfestspielen Recklingshausen/Münchner Volkstheater (5/2009)

Boat People am Schauspielhaus Graz (5/2011)

Das bin doch ich am Schauspielhaus Graz (10/2011)

Die Ehe des Herrn Mississippi am Thalia Theater Hamburg (4/2013)

Unendlicher Spaß an der Garage X Wien (1/2014)

Proletenpassion 2015 ff. im Werk X Wien (1/2015)

Alles Walzer, alles brennt am Volkstheater Wien (10/2016)

Krankheit der Jugend am Theater Phönix Linz (5/2017)

Verteidigung der Demokratie am Volkstheater Wien (10/2018)

Egloff, Tim

Tim Egloff, geboren am 13. Mai 1974 in Hamburg, ist Regisseur und Schauspieler.

Nach seinem Abschluss an der Schauspielschule Schauspiel München im Jahr 1999 übernahm er erst Rollen in Film- und Kino-Produktionen, wechselte dann fest ins Ensemble des Düsseldorfer Schauspielhausund später des Nationaltheaters Mannheim. 2008 inszenierte er erstmal selbst, seitdem an unterschiedlichen Theatern wie dem Jungen Theater Göttingen, dem Stadttheater Bremerhaven oder auch am Grips Theater Berlin.

nachtkritiken zu Inszenierungen von Tim Egloff:

Feelgood am Jungen Theater Göttingen (5/2013)

Phantom (Ein Spiel) am Nationaltheater Mannheim (9/2015)

Vereinte Nationen am Nationaltheater Mannheim (1/2017)

Extremophil am Stadttheater Bremerhaven (2/2019)

Eidinger, Lars

Lars Eidinger, geboren am 21. Januar 1976 in Berlin-Tempelhof, ist Schauspieler und Regisseur.

Eidinger studierte Schauspiel an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" und gehört seit 1999 zum Ensemble der Berliner Schaubühne. Dort gab er 2008 mit Schillers "Die Räuber" auch sein Debüt als Regisseur. Die Inszenierung wurde 2009 zum Nachwuchsfestival radikal jung eingeladen. Neben Birgit Minichmayr spielte Eidinger 2009 in Maren Ades preisgekröntem Spielfilm "Alle Anderen". 2010 lieh er sein Gesicht einer Werbekampagne des Designers Marc Jacobs. 2016 gehörte er zur Jury der Berliner Filmfestspiele. 

Texte über Lars Eidinger:

Der Schauspieler und Regiedebütant Lars Eidinger. Ein Porträt (1/2009)

Nachtkritiken zu Inszenierungen von und mit Lars Eidinger:

Hamlet beim Hellenic Festival Epidauros (7/2008)

Endstation Sehnsucht in der Schaubühne Berlin (4/2009)

Was kann eine gut stehende Schaubühne eigentlich wirken? in der Berliner Schaubühne (9/2009)

Dämonen in der Berliner Schaubühne (3/2010)

Der Menschenfeind in der Berliner Schaubühne (9/2010)

Soll mir lieber Goya den Schlaf rauben als irgendein Arschloch beim F.I.N.D in der Schaubühne Berlin (3/2011)

Maß für Maß bei den Salzburger Festspielen (8/2011)

Romeo und Julia in der Berliner Schaubühne (4/2013, Regie)

Tartuffe an der Berliner Schaubühne (12/2013)

Richard III. an der Berliner Schaubühne (2/2015)

Peer Gynt an der Berliner Schaubühne (2/2020, Ko-Regie und Performance)

 

Eisenach, Alexander

Alexander Eisenach, geboren 1984 in Ost-Berlin, ist Regisseur und Autor.

Nach dem Studium der Germanistik und Theaterwissenschaft in Leipzig und Paris arbeitete er als Regieassistent am Centraltheater Leipzig, während der Intendanz von Sebastian Hartmann. Als Mitglied des Regiestudios am Schauspiel Frankfurt in der Spielzeit 2013/14 entwickelte er neben Inszenierungen auch Bühnentexte. Seit 2014 arbeitet Eisenach als freier Regisseur. 2015/2016 war er Stipendiat des Autorenstudios am Schauspiel Frankfurt. Für seine Inszenierung von "Der kalte Hauch des Geldes" wurde er mit dem Kurt-Hübner-Regiepreis 2016 ausgezeichnet.

Nachtkritiken zu Arbeiten von Alexander Eisenach:

Das Leben des Joyless Pleasure am Schauspiel Frankfurt (6/2014)

The Lost Ring am Deutschen Theater Berlin (Kollektivinszenierung, 9/2015)

Frequenzen am Schauspielhaus Graz (3/2016)

Planet Magnon am Düsseldorfer Schauspielhaus (9/2016)

Der kalte Hauch des Geldes am Schauspiel Frankfurt (11/2016)

Die Gerechten am Staatsschauspiel Hannover (2/2017)

Die Entführung Europas am Berliner Ensemble (10/2017)

Der Zauberberg am Schauspielhaus Graz (1/2018)

Hedda Gabler am Schauspiel Hannover (5/2018)

Don Karlos am Düsseldorfer Schauspielhaus (12/2018)

Felix Krull – Stunde der Hochstapler am Berliner Ensemble (8/2019)

Stunde der Hochstapler am Berliner Ensemble (12/2019)

Der Kaiser von Kalifornien an der Volksbühne Berlin (8/2020)

Anthropos, Tyrann (Ödipus) an der Volksbühne Berlin (2/2021)

Eitner-Acheampong, Martina

Martina Eitner-Acheampong, geboren am 1. Juni 1960 in Cottbus, ist Schauspielerin und Regisseurin.

Von 1981 bis 1985 studierte sie Schauspiel in Rostock. Von 1991 bis 2000 gehörte sie zum Ensemble des Leipziger Theaters und war 2000 bis 2005 am Schauspielhaus Bochum aktiv. Parallel zu ihrer Schauspielkarriere etablierte sie sich als Regisseurin und inszenierte u.a. in Essen, Cottbus und am Centraltheater Leipzig. Darüber hinaus unterrichtet Eitner-Acheampong an den Schauspielschulen von Rostock, Leipzig und Essen (Folkwang).

Nachtkritiken zu Arbeiten von und mit Martina Eitner-Acheampong:

Das Fest am Centraltheater in Leipzig (3/2010)

Ökozid in der ARD (11/2020)

Engel, Wolfgang

Wolfgang Engel, geboren am 13. August 1943 in Schwerin, ist Schauspieler und Regisseur. Bis 2008 war er Intendant des Schauspiels Leipzig, das sein Nachfolger Sebastian Hartmann in Centraltheater umbenannte.

Nach dem Abitur begann er in seiner Heimatstadt als Bühnenarbeiter, legte 1965 ohne Schauspielausbildung die Bühnenreifeprüfung ab und wurde 1968 ins Ensemble des Schweriner Theaters aufgenommen. Als Regisseur begann er in den 1970er Jahren zu arbeiten. Ab 1978 war er Dozent an der Berliner Schauspielschule "Ernst Busch". 1980 ging er als Regisseur ans Dresdener Staatsschauspiel, wo ihm der Durchbruch gelang. Engel wurde zu einem der wichtigsten Regisseure der DDR, deren Nationalpreis er 1989 jedoch ablehnte. Nach der Wende arbeitete Engel am Schauspiel Frankfurt/Main, bevor er 1996 die Intendanz in Leipzig übernahm.

Nachtkritiken zu Inszenierungen von Wolfgang Engel:

Die Orestie des Aischylos am Schauspiel Leipzig (1/2007)

Der Kaufmann von Venedig am Schauspiel Leipzig (9/2007)

Molière oder die Verschwörung der Heuchler am Schauspiel Leipzig (4/2008)

Joseph und seine Brüder am Düsseldorfer Schauspielhaus (2/2009)

Der Turm am Staatsschauspiel Dresden (9/2010)

Trilogie der schönen Ferienzeit am Düsseldorfer Schauspielhaus (3/2011)

Der Meister und Margarita am Staatsschauspiel Dresden (2/2012)

Othello. Venedigs Neger am Neuen Theater Halle (5/2012)

Hiob am Schauspiel Essen (10/2012)

Der Drache am Staatsschauspiel Dresden (4/2013)

Die letzten Tage der Menschheit am Staatsschauspiel Dresden (1/2014)

Königsallee am Düsseldorfer Schauspielhaus (8/2015)

Enzensberger, Hans Magnus

Hans Magnus Enzensberger, geboren 1929 in Kaufbeuren, ist Schriftsteller und Publizist.

Enzensberger wuchs in Nürnberg auf, studierte Literaturwissenschaft und Philosophie in Erlangen, Freiburg im Breisgau, Hamburg und an der Sorbonne in Paris und promovierte in Literaturwissenschaft mit einer Arbeit über Clemens Brentano. 1957 wurde er Hörfunkredakteur beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart. Neben Hörfunk-Essays enststanden bald erste Gedichtbände. Er nahm an mehreren Tagungen der "Gruppe 47" teil. Ab 1960 arbeitete er als Lektor beim Suhrkamp Verlag. Von 1965 bis 1975 gab Enzensberger die Zeitschrift Kursbuch heraus, 1980 gründete er das Kulturmagazin "TransAtlantik". Von 1985 bis 2007 war er zusammen Franz Greno Herausgeber der Buchreihe "Die Andere Bibliothek". Enzensberger arbeitete auch als Übersetzer.

Unter seinen zahlreichen Auszeichnungen findet sich der Georg-Büchner-Preis (1963), der Heinrich-Böll-Preis (1985), der Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf (1998) und der Prinz-von-Asturien-Preis (2002). Zu seinen dramatischen Werken gehören die Komödie "Die Schildkröte" (1961 auf der Tagung der Gruppe 47 vorgelesen), "Das Verhör von Habana" (1970), "Die Tochter der Luft" (1992) und "Voltaires Neffe. Eine Fälschung in Diderots Manier" (1996).

Nachtkritiken zu Arbeiten von Hans Magnus Enzensberger:

Die Tochter der Luft. Ein Schauspiel nach Calderón am Schauspiel Leipzig (2/2008)

Der Untergang der Titanic am Theater an der Ruhr Mülheim (10/2019)

Erpulat, Nurkan

Nurkan Erpulat, geboren 1974 in Ankara, ist Theaterregisseur und Autor.

Erpulat absolvierte ein Schauspielstudium an der Staatlichen Hochschule in Izmir und ging 1998 nach Berlin, wo er erst Theaterpädagogik und ab 2003 Regie an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" studierte.

Mit seinem 2010 in Ko-Produktion mit dem Ballhaus Naunynstraße Berlin auf der Ruhrtriennale herausgebrachten Schülerdrama "Verrücktes Blut" wurde er zum Berliner Theatertreffen 2011, zu radikal jung 2011 sowie, gemeinsam mit Co-Autor Jens Hillje, zu den Mülheimer Theatertagen 2011 eingeladen. Bis Ende der Spielzeit 2012/13 war Erpulat Hausregisseur am Düsseldorfer Schauspielhaus unter Intendant Staffan Valdemar Holm. Seit 2013 ist er Hausregisseur am Berliner Maxim Gorki Theater unter Intendantin Shermin Langhoff.

 

Nachtkritiken zu Inszenierungen von Nurkan Erpulat:

Man braucht keinen Reiseführer für ein Dorf, das man sieht beim Festival Beyond Belonging (11/2009)

Verrücktes Blut bei der Ruhrtriennale (9/2010)

Clash am Deutschen Theater Berlin (2/2011)

Das Schloss bei der Ruhrtriennale (9/2011)

Herr Kolpert am Düsseldorfer Schauspielhaus (1/2012)

Kinder der Sonne am Volkstheater Wien (4/2012)

Worringer Schlachten. Teil 3 am Düsseldorfer Schauspielhaus (2/2013)

Kasimir und Karoline am Düsseldorfer Schauspielhaus (5/2013)

Der Parasit am Düsseldorfer Schauspielhaus (9/2013)

Der Kirschgarten am Maxim Gorki Theater Berlin (11/2013)

Seid nett zu Mr. Sloane am Gorki Theater Berlin (11/2014)

Onkel Wanja am Maxim Gorki Theater Berlin (5/2015)

Die juristische Unschärfe einer Ehe am Maxim Gorki Theater Berlin (10/2015)

Love it or leave it! am Maxim Gorki Theater Berlin (11/2016)

Hundesöhne am Maxim Gorki Theater Berlin (10/2017)

Lö Grand Bal Almanya am Maxim Gorki Theater Berlin (5/2018)

Aus dem Nichts am Theater Bremen (2/2019)

Reichstags-Reenactment beim Kunstfest Weimar (8/2019)

Maria am Maxim Gorki Theater Berlin (2/2020)

Streulicht am Maxim Gorki Theater Berlin (8/2021)

Anderer Beiträge zu Nurkan Erpulat:

Porträt: Der Regisseur Nurkan Erpulat (2011)

Kolumne: ❤️topia – Şeyda Kurt erlebt mit der Theaterfigur Maria eine erhabene Zugewandheit zur Welt (2/2020)

Esinencu, Nicoleta

Nicoleta Esinencu, geboren 1978 in der moldawischen Hauptstadt Chişinău, ist Dramatikerin.

Esinencu studierte Theaterwissenschaften und begann, eigene Stücke zu schreiben – die das Themenspektrum und den Formenkanon der moldauischen Dramatik, gelinde gesagt, erweiterten. "FUCK YOU, Eu.ro.PA" wurde 2005 im Reader des Rumänischen Pavillons der 51. Biennale von Venedig veröffentlicht und sorgte in der Republik Moldau für eine politische Kontroverse. Ein Jahr zuvor hatte die drastische Gesellschaftsschilderung in Form eines Monologes einer ungehorsamen Tochter ("Papa, ich muss dir etwas sagen...") in Rumänien aber bereits den dramacum-Preis für junge Dramatiker gewonnen. Weitere wütende Stücke wie "Zuckerfrei" folgten.

Esinencu erhielt mehrere Stipendien im Ausland, u.a. in Deutschland und Frankreich, und wurde auch in Russland, Japan, Schweden und Österreich aufgeführt. 2007 gründete sie ihre eigene Theatergruppe, das Mobile European Trailer Theatre, das in der Republik Moldau allerdings kaum Arbeitsmöglichkeiten hat.

Auf dem Festival-Portal nachtkritik-spieltriebe3.de zu dem Osnabrücker Eraufführungsfestival "Spieltriebe 3" nähert sich Petra Kohse an die Arbeit dieser politischen Autorin vom Rande Europas an. Außerdem ist Nicoleta Esinencu im Originalton zuhören.

 

Nachtkritiken zu Stücken von Nicoleta Esinencu:

A (II) Rh + beim Osnabrücker Festival "Spieltriebe 3" (9/2009, Nachtkritik für das Festivalportal nachtkritik-spieltriebe3.de)

Antidot (Gegenmittel) beim Dresdener Festival "After the Fall" (10/2009)

Clear History beim Festival "Many Years After..." im Berliner HAU (12/2012)

Dear Moldova, can we kiss just a little bit? als Gastspiel beim Festival radikal jung 2015 am Münchner Volkstheater (4/2014)

Rest of Europe am Schauspielhaus Graz (1/2018)

 

Weitere Texte u.a. zu Nicoleta Esinencu:

In Berlin stellte das Goethe Institut sein europaweites Theaterprojekt After the Fall vor (2009)