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Autor und Regisseur Ronald Steckel gestorben

Ronald Steckel (1945 - 2024) © Ronald Steckel via Wikimedia Commons

1. Juli 2024. Ronald Steckel ist tot. Wie nachtkritik.de aus seinem familiären Umfeld erfuhr, verstarb der 1945 auf Sylt geborene Autor, Regisseur, Komponist und Multimediakünstler bereits am 26. Juni 2024 nach kurzer, schwerer Krankheit im Beisein seiner Familie in seinem Atelier in Berlin.

Nach einem linguistischen Studium an der Universität Heidelberg und einem Aufenthalt in London lebte Steckel seit 1968 in West-Berlin und veröffentlichte 1969 zunächst in der von Bernward Vesper geführten Edition Voltaire das Handbuch "Bewusstseinserweiternde Drogen – eine Aufforderung zur Diskussion".

Ab 1974 schuf er als Autor, Komponist und Regisseur experimentelle Hörstücke, Radio-Feature, Filme und Stücke. Ab Mitte der 1980er Jahre begann Ronald Steckels Theatertätigkeit. Zunächst als Komponist, später auch als Autor und Regisseur eigener Produktionen arbeitete er unter anderem mit Claus Peymann, Andrea Breth, Jürgen Gosch, Urs Troller, Niels-Peter Rudolph, Gerhard Bohner, Edith Clever, seiner Nichte Jette Steckel sowie seinem im Januar dieses Jahres verstorbenen Bruder Frank-Patrick Steckel zusammen. Am Berliner Hebbel-Theater kam in der Spielzeit 1996/97 seine Musiktheater-Produktion "Schweigende Landschaft – Ein Ritus" heraus, am Deutschen Theater folgte in der Saison 2000/2001 der Abend "Aus Protest! – der Reichstagsbrandstifter Marinus van der Lubbe".

Viele von Ronald Steckels Arbeiten, auch fürs Theater, setzen sich mit der jüngeren deutschen Geschichte auseinander – mit dem Holocaust und der Realität des geteilten Deutschland. 1993 inszenierte er mit Studierenden der Berliner Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch", an der er von 1993 bis 2003 als Gastdozent tätig war, unter dem Titel "Epitaph" Texte des österreichischen Dichters Heimrad Bäcker im Berliner Hebbel-Theater; das gleichnamige Hörstück wurde 2004 als Hörspiel des Monats ausgezeichnet. Am 10. Mai 1998 inszenierte er auf dem Berliner Bebelplatz eine öffentliche Lesung aus Texten der am 10. Mai 1933 "verbrannten Dichter", die vom SFB als Live-Hörspiel gesendet wurde.

Gemeinsam mit dem Berliner Schauspieler und Filmemacher Max Hopp gründete Steckel 2005 das nootheater als Kooperative für Film-, Theater- und Audio-produktionen.

(cwa / Wikipedia)

Kommentare  
Ronald Steckel: Was er war
Ein wirklich cooler Typ.
Ronald Steckel: Das Geräusch des Wassers
Lieber Ronald, ach...

"Der alte Teich.
Ein Frosch springt hinein:
Das Geräusch des Wassers."
Haiku von Bashô (1644-1694)

Deine Klanglandschaften in "Süden" von Julien Green, Regie: Andrea Breth 1987 in den Kammerspielen des Schauspielhauses Bochum, Deine Ausgrabungen aus dem Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin für "Germania Tod in Berlin", Regie: Frank-Patrick Steckel 1988 im Schauspielhaus Bochum haben mir jungem Schauspieler, meine Auftritte, mein Spiel und mein Dasein auf der Bühne gezündet, inspiriert und bereichert.
Ich danke Dir, Ronald, dafür: Du hast meine Phantasie beschenkt.

Gute Reise.
Roland Steckel: Ich dachte, jetzt bin ich tot
Ich dachte: jetzt bin ich tot! Oh wie schön!

Lieber Roland
Ich habe mich erst seit kurzer Zeit mit deinen wunderbaren Arbeiten beschäftigt insbesondere deine Beiträge über Nahtoderfahrungen (woher ich auch das Zitat oben entnahm), über Jacob Böhme, Ramana Maharshi und Simone Weil, welche mich sehr, sehr berührt haben!! Danke für deine wertvollen Gesellschaftlichen Dienste!!! Das hat mich wirklich gut aufgefangen nach meinen Lebensturbulenzen. Ich muss zugeben nach dem Vortrag bei Entheo Science warst du mir unsympathisch und wirktest arrogant. Diese ganze psy Religion hab ich ganz schön auf dem Kicker ehrlich gesagt, aber Nobody ist perfekt und ich muss und will dir großen Respekt zollen und wünsche dir eine tolle Reise in die bedingungslose Liebe! Wahrscheinlich bist du jetzt noch im Tukdam oder Bardo. Geh weiter ins Licht !!!
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