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Berliner Studie: Kaum Erholung nach Covid-Besucherschwund

19. Juni 2024. Die Teilhabe der Berliner Bevölkerung an der Hauptstadtkultur hat sich bislang nicht wieder von den Besuchseinbrüchen während der Corona-Pandemie erholt. Das ist das Ergebnis der aktuellen Studie "Kulturelle Teilhabe in Berlin 2023" des Instituts für Kulturelle Teilhabeforschung (IKTf).

"Die Besuchshäufigkeit der Berliner*innen bei Kultur- und Freizeitangeboten ist seit 2019 um etwa 40 Prozent gesunken. Dies gilt für die gesamte Bevölkerung über alle soziodemografischen Gruppen und sozialen Milieus hinweg, besonders jedoch für ältere Menschen ab 60 Jahren oder für Menschen mit formal niedriger Bildung", heißt es in der Pressemitteilung des IKTf. "Insbesondere Besuchsgruppen jenseits des 'Stammpublikums', die bereits vor der Pandemie selten unter den Besucher*innen zu finden waren, kehren nur zögerlich zurück."

"Die Pandemiezeit hat insbesondere zu einer Entwöhnung von Besuchen klassischer Kulturangebote wie Ausstellungen, Theateraufführungen, Opern-, Ballett- bzw. Tanztheateraufführungen oder klassischen Konzerten geführt. Freizeit wird inzwischen generell häufiger zu Hause verbracht, die Bereitschaft, organisatorischen Aufwand für Kulturbesuche auf sich zu nehmen, ist gesunken", heißt es in der Auswertung der Studie weiter. Ungebrochen sei dagegen "die Wertschätzung für die Berliner Kultur: In der Zeitreihe 2019 bis 2023 äußern 96 Prozent der Berliner*innen den Wunsch, das Kulturangebot der Hauptstadt auch für kommende Generationen zu erhalten".

Die Analysen basieren auf der dritten repräsentativen Bevölkerungsbefragung zur Kulturellen Teilhabe in Berlin, die, finanziert von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, im Sommer 2023 vom IKTf durchgeführt wurde. Die Studie "Kulturelle Teilhabe in Berlin 2023. Alles wieder beim Alten? Kulturbesuche und künstlerisch-kreative Freizeitaktivitäten im Nachgang von COVID-19" finden Sie hier: https://www.iktf.berlin/publications/studie-kulturelle-teilhabe-berlin-2023/

(Institut für Kulturelle Teilhabeforschung / chr)

Kommentare  
Berliner Studie Besucherschwund: Häuser wirken voll
Kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Die Häuser sind doch voll. Bekomme teilweise kein Ticket, sogar Kinos sind jenseits der Blockbuster ausverkauft.
Berliner Studie Besucherschwund: Sondernische?
@1: Guter Punkt, den Sie ansprechen. Um die Nichtübereinstimmung von Statistik (Beitrag von nk über die Studie) und Ihrer Wahrnehmung (Kommentar v. 7h51) auflösen zu können, wäre mehr Hintergrund interessant. Zum Beispiel: Für welche Produktion haben Sie keine Karten bekommen? (Pollesch? Angabe der Person? Eurotrash? Hamlet? Richard III. Dreigroschenoper? Premieren? Egal wie, das wären immer nur Marginalien in der oben vorgestellten, breit angelegten Statistik.) Und: Voll ist nicht immer gleich voll (oder gar: ausverkauft).

Punktueller (und reinst prä-indikativer) Crosscheck in den Webshops (Stand: 15h40=
- Deutsches Theater: 52 von 62 Veranstaltungen sind nicht ausverkauft
- Maxim-Gorki-Theater: 28 von 39 Veranstaltungen sind nicht ausverkauft
- Volksbühne: 47 von 57 Veranstaltungen sind nicht ausverkauft
- Komödie am Kurfürstendamm: 109 von 109 Veranstaltungen sind nicht ausverkauft
- Friedrichstadtpalast: 100% der Veranstaltungen in 2024 sind nicht ausverkauft

Also diese Momentaufnahme deutet an, dass die Statistik durchaus etwas mit der Breite der Realität zu tun haben könnte, und eventuell Ihr individueller Zugang eine Sondernische beschreibt. Ist das möglich?
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