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Cottbus: Hasko Weber wird Interimsintendant

Hasko Weber © Andreas Schlager

16. Mai 2024. Hasko Weber wird Interimsintendant am Staatstheater Cottbus. Das geht aus einer Pressemitteilung des Hauses vom heutigen Donnerstag im Anschluss an eine Sitzung des Stiftungsrats der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder) hervor, auf der Weber gewählt wurde. Weber übernimmt für die Spielzeit 2025/26 übergangsweise für ein Jahr die Nachfolge von Stephan Märki. Ab dem 17. Mai 2024 wird er bereits als designierter Intendant berufen. In dieser Zeit soll die Suche nach einer langfristigen Intendanz weitergehen. 

Hasko Weber: "Das Staatstheater gehört über die Grenzen von Cottbus hinaus zu den künstlerischen Zentren des Landes und dieser Bedeutung gilt es auch innerhalb der Interimszeit in jeder Hinsicht gerecht zu werden. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Stephan Märki, Iris Dönicke und Ulrike Kremeier und auf alle Begegnungen im Haus, und danke dem Stiftungsrat für das mir entgegengebrachte Vertrauen."

Manja Schüle, Kulturministerin des Landes Brandenburg und Vorsitzende des Stiftungsrates der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder): "Cottbus ist eine hochspannende und dynamische Stadt – und schon lange keine Provinz mehr. In der Lausitz ist das schon lange klar. Inzwischen spricht es sich auch im Rest der Republik rum. Dass das so ist, liegt maßgeblich am Staatstheater Cottbus. Und weil das so ist, konnten wir jetzt mit Hasko Weber einen der profiliertesten Theatermacher im deutschsprachigen Raum als Interimsintendanten gewinnen. Er ist ausgewiesener Kenner der deutschen Theaterlandschaft, profilierter Kunstmanager und feierte zahlreiche Erfolge im Osten und im Westen. Damit passt er perfekt nach Cottbus: Kultur ist der Schlüssel, um regionale Identität zu stärken, neue Beschäftigungspotenziale zu erschließen, Strahlkraft für die Lausitz zu entwickeln. Dafür brauchen wir das Staatstheater als Kreativ-Motor."

Stephan Märki, Intendant des Staatstheater Cottbus: "Mit Hasko Weber hat der Stiftungsrat die bestmögliche Wahl getroffen: ein äußerst versierter Theatermann mit langjähriger Erfahrung auch in der Leitung eines Mehrspartenhauses mit künstlerisch, politisch wie menschlich weitem Blick. Hasko Weber kennt jeden Punkt von mindestens zwei Seiten und bringt als Co-Vorsitzender der Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein ein großes Netzwerk mit. Ich bin überzeugt, dass er dem Staatstheater Cottbus zusätzliche Impulse geben wird, und freue mich sehr für das Haus, dass er diese Aufgabe übernimmt."

Der 1963 in Dresden geborene Hasko Weber besuchte von 1985 bis 1989 die Theaterhochschule "Hans Otto" in Leipzig. 1987 gründete er die Theatergruppe "Dramatische Brigade", um eigene Inszenierungen und Filmprojekte umzusetzen. Von 1993 bis 2001 war er Oberspielleiter am Staatsschauspiel Dresden. Danach arbeitete er mehrere Jahre als freier Regisseur, unter anderem in Tübingen, Saarbrücken, Mannheim, Berlin und Stuttgart. Von 2005 bis 2013 war er Intendant und Regisseur am Schauspiel Staatstheater Stuttgart. Seit 2013 ist er Generalintendant der Deutschen Nationaltheater und Staatskapelle Weimar GmbH. Seit 2020 ist er zudem stellvertretender Präsident des Deutschen Bühnenvereins.

(Staatstheater Cottbus / jeb)

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Kommentare  
Hasko Weber nach Cottbus: Widerspruch?
Das würde mich schon interessieren: Da hat Hasko Weber, der hervorragende Arbeit geleistet hat, seine Weimarer Intendanz vorzeitig gekündigt, und nur ein halbes Jahr danach übernimmt er die Interimsintendanz in Cottbus. Was sind das, wenn die Frage nicht indiskret ist, für "persönliche Gründe", die diesen Widerspruch verständlich machen? Was kann Cottbus, was Weimar nicht kann? Ist das, theaterpolitisch betrachtet, für die Öffentlichkeit weniger interessant als der Anteil inszenierender Frauen? Mir schien gerade Hasko Webers Ausdauer und seine Treue zum Ensemble - in Weimar wie in Stuttgart - vorbildlich. Bin ich einer Illusion aufgesessen?
Hasko Weber nach Cottbus: Schnupperkurs
Interessant ist eher, dass in den Statements der Verantwortlichen des Stiftungsrats der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder) die Berufung Hasko Webers zum Interimsintendanten gefeiert wird, als hätte man ihn schon als Intendanten verpflichtet. Was hindert diesen Stiftungsrat, der sich, was die Wechsel der Intendanzen am Staatstheater Cottbus betrifft, bisher nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, bis 2025 eine feste Intendanz zu finden? Das klingt ein wenig, als wenn man Weber mal ein Jahr Schnupperkurs Cottbus gönnt, damit er es sich vielleicht doch noch überlegt, länger zu bleiben. Bekommt denn Armin Petras auch einen Scnupperkurs in Berlin? Das könnte man ja Joe Chialo mal fragen.
Hasko Weber nach Cottbus: Umbaustress
zur Frage von 1: Ich würde tippen, Cottbus wird nicht umgebaut :)
Hasko Weber nach Cottbus: Nachhaltigkeit
#1 - Lieber Thomas Rothschild, diese Frage ist indiskret.
#2 - Tja, lieber Stefan Bock, da ist sicherlich was dran, was Sie schreiben. Aber warum kein Interim, wenn man die passende Person noch nicht gefunden hat? Was ist das Problem? Khuon in Zürich, Weber in Cottbus, Petras vielleicht in Berlin. Ein guter Vorgang. Eine gute Lösung. Und ein Zeichen der doch jetzt so viel beschworenen Nachhaltigkeit an den Theatern. Warum gleich die Alten entsorgen, wenn sie es noch gut machen können.
Hasko Weber nach Cottbus: Umbauerprobter Intendant
Lieber KH, das mag ja, ob ernst oder spaßig gemeint, sein. Allerdings hat Hasko Weber just in der Stuttgarter Interims-Spielstätte in der Türlenstraße hervorragendes Theater gemacht, und auch atmosphärisch war das eher ein Gewinn als ein Verlust. Mit Umbauten kennt er sich aus.
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