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An Bachs Geburtsort

Eisenach, 16. Mai 2012. Dem Landestheater Eisenach droht weiterhin zum 31. Juli 2013 das Aus. Grund: Die Stadt Eisenach kann ihren jährlichen Finanzierungsanteil von zwei Millionen Euro nicht aufbringen. Deshalb ruft das Theater zum Online-Protest auf: Auf der Petitionsseite, auf der Stimmen zum Erhalt des Landestheaters gesammelt werden, heißt es u.a.:

Zukünftig insgesamt weniger

16. März 2012. Wie der Oberlausitzer Kurier meldet, hat der Kreistag im Landkreis Görlitz am Mittwoch ein Konsolidierungskonzept beschlossen, das erhebliche Einschnitte für das Gerhart-Hauptmann-Theater in Görlitz und Zittau bedeutet. Insgesamt müssen an den beiden Standorten 30 Stellen abgebaut werden, 24 davon sollen in Zittau wegfallen.

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Vorerst Entwarnung für die Mitarbeiter

Lübeck, 1. März 2012. Die akute Finanzkrise am Theater Lübeck ist vorerst bewältigt. Einen guten Monat, nachdem der Direktor Christian Schwandt den Ausstieg der Theater gGmbH aus dem Tarifvertrag und aus der ordentlichen Mitgliedschaft im Kommunalen Arbeitgeberverband Schleswig-Holstein angekündigt hat, um neue Defizite aus anstehenden Tariferhöhungen für das Personal des Hauses zu vermeiden (siehe hierzu den Bericht der Lübecker Nachrichten vom 7.2.2012), sind sich die Stadt Lübeck und das Theater in den Fragen des Kostenausgleichs einig geworden.

It's the economy, stupid!

von Andreas Schnell

Bremen, 29. November 2011. "Es weht ein Wind von Norden, der weht uns hin und her" – Hans Albers sang so 1947. Für die Theatermacherinnen und Theatermacher an der Küste hat sich das nicht groß geändert. Aus dem hohen, dem schleswig-holsteinischen Norden hört man von Premieren vor halbleerem Haus, von eingeschränktem Spielbetrieb weiter östlich. In Mecklenburg-Vorpommern sollen Fusionen erzwungen werden, während die Bausubstanz überall vor sich hin rottet. "Uns geht's ja noch gold" war gestern, heute stehen die Zeichen auf Sturm.

Ein Achtel weniger Lohn

Thüringen, 21. Februar 2012. Vor zwei Wochen hieß es noch, die Finanzierung des Theaters Altenburg / Gera sei gesichert, nun zeigen sich bereits die nächsten Probleme. Auf der Webseite der Ostthüringer Zeitung (21.2.2012) schreibt Wolfgang Hirsch über "schwierige Tarifverhandlungen", Schauspieler und Puppenspieler des Theaters Altenburg / Gera wehrten sich mit einem offenen Brief "gegen den befürchteten Totalabbau ihrer Sparten". Manuel Kressin, "einer der Wortführer der Initiative", habe der OTZ gegenüber gesagt, die Spartenschließung sei "als einzige Alternative zu einem neuen Haustarifvertrag angedroht worden".

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Ende der Tarifbindung?

Schwerin, 24. November 2011. Die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) wendet sich aufs Schärfste gegen Vorschläge der Schweriner FDP-Stadtvertreter, die langfristige Existenzsicherung des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin mittels Aufhebung der Tarifbindung zu realisieren. Die FDP "übersieht dabei, dass Theater immer personalintensive Betriebe sein werden und in Mecklenburg-Vorpommern seit 1995 gedeckelte Zuwendungen erhalten. Gerade in Schwerin hat es in dieser Zeit einen starken Stellenabbau gegeben, der es immer schwieriger machte, die geforderte künstlerische Ausstrahlung und die Präsenz dieses Hauses aufrecht zu erhalten", heißt es in einer Pressemitteilung der Genossenschaft (hier komplett im Wortlaut).

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Nach dem Wahlsieg kreist der Sparhammer

Rostock, 16. Februar 2012. Wenige Tage nach seiner Bestätigung im Amt (mit 53,8 Prozent der Stimmen) hat der alte und neue Rostocker Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) dem Volkstheater der Hansestadt einen strikten Sparkurs angedroht.

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Aus für die kleinen Experimentierstätten?

Weimar/Leipzig/Berlin, 22. November 2011. Hiobsbotschaften aus Leipzig, Berlin und Weimar: An Theatern in allen drei Städten droht zurzeit die zumindest vorübergehende Schließung der Nebenspielstätten.

Krise im Lausitzer Theaterdreieck

5. Februar 2012. Wie das Kulturinformationzentrum (KIZ) via Neue Musik Zeitung (NMZ) mitteilt (4.2.2012) ist das Theater in Zittau in seiner Existenz als Sprechtheater-Teil des fusionierten Gerhart Hauptmann-Theaters Görlitz-Zittau bedroht.

Musicals sollen es richten

Hamburg, 10. November 2011. Wie der NDR auf seiner Webseite meldet könne am Volkstheater Rostock "für die Zukunft geplant" werden. Der Aufsichtsrat des Volkstheaters habe am Dienstag über einen Fünf-Jahres-Wirtschaftsplan beraten, vorgelegt vom neuen Geschäftsführer Stefan Rosinski.

Spare, spare, Häuslebaue

2. Februar 2012. Kurz vor der Oberbürgermeister-Wahl im theaterkrisengeschüttelten Rostock, wo seit einem Jahr statt im baufälligen Großen Haus in einem Zelt gespielt wird, stellt Nikolaus Bernau in der Berliner Zeitung die Kandidaten und ihre Einstellung zum Theater (und damit der Frage nach einem Neubau) vor. Der amtierende, parteilose OB Roland Methling wird wohl wiedergewählt werden, weil sich unter ihm die Arbeitslosigkeit nahezu halbierte. Er interessiere sich für das Theater vor allem als Tourismusmagnet und sagt: "Wenn das Land die Verantwortung für die vier Orchester in Mecklenburg-Vorpommern übernimmt, fände ich das hervorragend."

Vorerst gerettet

Schwerin, 10. November 2011. Die Insolvenz des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin ist vorerst abgewendet. Wie  Deutschlandradio Kultur meldet, ergab die Aufsichtsratssitzung am gestrigen Abend, dass das Land Mecklenburg-Vorpommern dem Theater 500.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung stellt. Den gleichen Betrag wolle die Stadt über einen vom Land genehmigten Kassenkredit aufnehmen. Damit sei die aktuelle Spielzeit gesichert.

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Wider die Tanker

von Martin Thomas Pesl

Wien, 26. Januar 2012. "Als ich vor zwanzig Jahren zum ersten Mal in Wien war, sah alles noch ganz anders aus", beschreibt Walter Heun, künstlerischer Leiter des Tanzquartiers Wien die Landschaft der performativen Kunst in Österreichs Hauptstadt, und die meisten der Anwesenden auf dem länglichen Podium nicken zustimmend. Sie alle, Theaterschaffende zwischen 35 und 65, vertreten je eines der 19 Wiener Häuser, die sich in seit vergangenem November regelmäßig stattfindenden intensiven Treffen zu einer Plattform zeitgenössischer Theater- und Tanzhäuser (P.Z.T.T.) zusammengeschlossen haben. Dabei handelt es sich um eine völlig hierarchiefreie, flexible Allianz, womit man bewusst einen Gegenpol zu den stark institutionalisierten Strukturen der großen Häuser (Vereinigte Bühnen Wien, drei Bundestheater, Volkstheater und Theater in der Josefstadt) aufstellt.

Nicht bloß Provinztheater

Cottbus, 11. November 2011. Die Angst gehe um, am Staatstheater Cottbus, dem letzten verbliebenen Dreispartentheater Brandenburgs. So berichtet heute Irene Bazinger für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Die verschuldete Stadt Cottbus senke ihre jährlichen Zuwendungen für das Staatstheater, und vonseiten der Landesregierung, die die 300 000 Euro Zuschusskürzung der Stadt 2011 noch ausglich, würden "Vorschläge für Einsparungen" gefordert. Wie auch für andere deutsche Theater (etwa in Mecklenburg-Vorpommern) diskutiert, zeichne sich als mögliches Einsparszenario die Fusion mit benachbarten Bühnen oder die "Schließung einer Sparte" ab. "Die Lücke im Budget, das 20,8 Millionen Euro umfasst, wird sich von 2014 an auf etwa eine Million Euro belaufen", so Bazinger.

Die Belegschaft habe "über Jahre auf die Steigerungen des Flächentarifvertrages verzichtet", erklärt der scheidende geschäftsführende Direktor René Serge Mund gegenüber der Zeitung. Für 2013 sei "eine geringfügige Tariferhöhung" von 1,5 Prozent vorgesehen gewesen, die die Subventionsgeber allerdings nicht mittragen wollen, "wodurch das gesamte komplexe Finanzierungssystem ins Wanken gerät". Mund und Intendant Martin Schüler hätten ein Strategiepapier für das Staatstheater ausgearbeitet, auf das die Landesregierung bis dato noch nicht eingegangen sei.

Für die Landesregierung tritt Sabine Kunst, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, den Befürchtungen entgegen, dem Cottbusser Theater könnte durch Zuschusskürzungen schleichend die Spartenvielfalt und die Existenzgrundlage als repräsentatives Staatstheater entzogen werden. Es solle auch "in Zukunft in Brandenburg 'nicht bloß Provinztheater' geboten werden", sagt sie der FAZ, weist aber auch auf die schrumpfende Einwohnerzahl und die daher fälligen "Strukturbereinigungen" in allen Bereichen hin. Für Anfang Februar 2012 ist eine Sitzung zur Diskussion des Strukturpapiers für das Staatstheater Cottbus angesetzt.

(FAZ / chr)

Das Staatstheater Cottbus hat sich zuletzt wiederholt auch überregionale Aufmerksamkeit erkämpft: jüngst mit der Orestie, in der Inszenierung von Christian Schlüter, und 2010 mit Johann Kresniks exzessiver Geburtstagsrevue Fürst Pücklers Utopia.

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© Nordharzer Städtebundtheater

Mit Würfeln kämpfen

Halberstadt, 12. Januar 2012. Das weiterhin von Sparplänen bedrohte Nordharzer Städtebundtheater wehrt sich. Und zwar künstlerisch: Mit seiner Reihe Text in der Alten Kantine in Halberstadt (Esther Slevogt berichtete davon am Ende ihrer Nachtkritik zu Sartres "Geschlossene Gesellschaft") will es auf spielerische Weise auf seine desaströse Haushaltslage hinweisen.

Danke Finanzkrise, Danke Bankenrettung!

Berlin, 16. September 2011. Die hoch verschuldete Stadt Trier plant, 2012 bei ihrem Theater "bis zu einer Million Euro einzusparen" – bei einem Gesamt-Etat von derzeit 14,5 Millionen Euro. Das meldet u.a. der Trierer Volksfreund.

Die Existenz des Drei-Sparten-Hauses, das jedes Jahr rund 100 000 Besucher zählt, sei aber dadurch nicht gefährdet, erklärte Triers Kulturdezernent Thomas Egger (FDP).

Sparbotschaft ans Land

Schwerin, 15. Dezember 2011. Wie u.a. der NDR meldet, drohen dem Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin drastische Sparmaßnahmen. Konnte erst kürzlich die akute Insolvenz abgewendet werden, forderte der Aufsichtsrat den Geschäftsführer und Generalintendanten Joachim Kümmritz nun dazu auf, fünf Sparvorschläge zu prüfen – darunter die Schließung der Fritz-Reuter-Bühne, den Abbau von 13 Musikerstellen in der Staatskapelle sowie Gehaltskürzungen durch neue Tarifverträge. Der Großteil der Arbeitsverträge ist erst für die Spielzeit 2013/14 kündbar. Insgesamt könnte das Theater mit den vom Aufsichtsrat vorgeschlagenen Maßnahmen etwa 3,5 bis 4 Millionen Euro jährlich einsparen.

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Einsturzgefahr

von Georg Kasch

Berlin, 9. September 2011. Ist es ein Trauerspiel? Eine Tragikomödie? Eine Posse gar? In Deutschland taumeln seit einigen Jahren etliche Theater von einem Finanzdesaster zum nächsten, kritisch und oft tatenlos beäugt von einer Politik, die lange schon die Subventionen eingefroren hat, andererseits aber (sozial vollkommen nachvollziehbaren) Tariferhöhungen zustimmt, die den Theatern jede Handlungsmöglichkeit nehmen – und sie so entweder zur Angebotsreduzierung zwingen oder zu Entlassungswellen, meist sogar zu beidem.

Die Attraktivität einer Region sichern

Zittau, 11. Dezember 2011. Dem Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau stehen gravierende Einsparmaßnahmen bevor. Die Rede ist von 24 zu streichenden Stellen in der Schauspielsparte Zittau; es droht der Wegfall von Premieren und weiterer Gehaltsverzicht. Bereits jetzt werde an beiden Häusern in Görlitz und Zittau, die seit 2004 bzw. 2003 Haustarife besäßen, 19 Prozent unter Tarif bezahlt (siehe hierzu das Interview mit dem Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrates der Theater GmbH Octavian Ursu auf dem Portal alles-lausitz.de).

Privatinvestitionen fürs Theater

27. Mai 2011. Am Trierer Theater nagt der Zahn der Zeit. Der 47 Jahre alte Bau muss mittelfristig saniert werden. Als erste Kommune denkt man in Trier darüber nach, das ganze mithilfe eines Public Privat Partnership zu finanzieren. Auf einer Veranstaltung der SPD-Stadtratsfraktion haben Experten in dieser Woche das Thema diskutiert, über die die Trierer Tageszeitung Volksfreund berichtet. Denn Fakt ist, dass die Stadt, die mit 600 Millionen Euro verschuldet ist, die etwa 23 Millionen teure Sanierung nicht bezahlen kann.