Montag, 26. Januar 2015

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Die Top 10 des Theaters

Jeden Mittwoch NEU!

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debatte

hellerau refugees1 280 chr u"Refugees are welcome here" –
Flüchtlinge sind im Festspielhaus Hellerau
willkommen. © chr / nachtkritik.de

Dresden, 26. Januar 2015

Und ewig rollt der Stein

17.000 Teilnehmer wurden bei der gestrigen "Pegida"-Demonstration in Dresden gezählt, am heutigen Montag findet die Gegendemonstration statt. Wie aber verhält sich das Theater in einer derart polarisierten Stadt? Soll es in einen Dialog mit den "Pegida"-Anhängern treten? Soll es Neutralität wahren? Soll es offensiv politisch agieren? nachtkritik.de sprach mit den Intendanten Wilfried Schulz (Staatsschauspiel Dresden) und Dieter Jaenicke (Europäisches Zentrum der Künste Dresden-Hellerau).

So ungefähr alles, was den Wasserkessel Theater einmal zum Pfeifen gebracht hat, ist abhanden gekommen. Auch die offene Form hat längst ihre eigene Geschlossenheit produziert – in der postdramatischen Ecke schnarcht's! Was er sich fürs Theater und die Gegenwartsdramatik dringend wünscht, beschreibt Robin Detje.

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die nachtkritik

kaethchen 2 280 reinhard werner u"Käthchen von Heilbronn" © Reinhard Werner

Wien, 25. Januar 2015

Heiliger Ernst, ein Kinderspiel

Etwas Schwertkampf, viel Fehde und Feuer, noch mehr Liebesglühen und höhere Schicksalsfügung, kurzum die volle Ladung Romantik gibt es in Heinrich von Kleists großem historischem Ritterschauspiel Das Käthchen von Heilbronn oder Die Feuerprobe. Wuchtbildbauer David Bösch sucht am Wiener Burgtheater mit dem schillernden Stoff die großen, die ganz großen Gefühle. Ob er sie fand, weiß Theresa Luise Gindlstrasser.

Leipzig, 25. Januar 2015. Nicht bloß in der Ecke stehen und glotzen, sondern mitmachen, Rätsel knacken! Das ist das Spielprinzip der Game-Theatermacher machina eX, auch in Life of N in a Nutshell, das sie als Artists in Residence am Schauspiel Leipzig herausbringen. Tobias Prüwer warf sich ins Getümmel.

Osnabrück, 25. Januar 2015. Höchst empathisch fasste Annette Pullen den Text "Ich wünsch mir eins" der Deutsch-Iranerin Azar Mortazavi an, der prompt nach Mülheim eingeladen wurde. Ihr neues Stück Sammy und die Nacht zeigt das Scheitern einer Liebe vor Migrationshintergrund. Wie sie den Bach runtergeht, beschreibt Jens Fischer.

Bonn, 25. Januar 2015. Jüngst rief Leander Haußmann im Kino heftig blödelnd den "Hai-Alarm am Müggelsee" aus. Das grade schwer angesagte Autorenduo Nolte Decar switcht mit Der Volkshai (mit Anleihen an Ibsens "Volksfeind") weiter weg, an die Adria. Aber geblödelt wird dort auch nicht zu knapp, wie Dorothea Marcus berichtet.

Schon öfter wurde versucht, Thomas Manns 1000-Seiten-Epos und Bildungsroman-Parodie Der Zauberberg auf die Bühne zu bringen, in dem das 19. Jahrhundert elegant seine Rückzugsgefechte führt. Was vermutlich noch nie so beeindruckend klang wie bei Thom Luz am Theater Basel, wo in nur zwei Stunden Klaviere, Harmonien und Glocken dröhnen. Wie neben einer Kirche bei Vollgeläute fühlte sich Claude Bühler.

Was heißt es, auf der Flucht zu sein? Das Theater Pforzheim sucht Unsere neue Stadt und hat dafür u.a. zehn Geschichten von Menschen in der Stadt gesammelt, die unter unmenschlichen Umständen nach Deutschland gekommen sind. Mehr von Verena Großkreutz.

Jetzt auch am koproduzieren Deutschen Theater: Ingmar Bergmans Herbstsonate, die Jan Bosse im Dezember am Stuttgarter Staatsschauspiel adaptiert hatte. Und zwar mit Corinna Harfouch als Mutter und berühmte Pianistin, und Fritzi Haberlandt als Tochter, die gehörig die Gespenster der Vergangenheit wachhält. Bei der Stuttgart-Premiere war Verena Großkreutz.

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nachtkritik-theatertreffen 2015

nktt 280 mw uWelche waren die wichtigsten
Inszenierungen des Jahres?
– Ihre Stimme ist gefragt © mw

26. Januar 2014

Los, wählen gehen!

Die Korrespondent*innen von nachtkritik.de haben in ihren Kritikerherzen nach den Favoriten des vergangenen Jahres gekramt. 45 Inszenierungen haben sie als die wichtigsten der letzten zwölf Monate für das virtuelle nachtkritik-Theatertreffen nominiert. Jetzt sind Sie, die Leser*innen, am Zug: Stimmen Sie ab, für bis zu zehn Inszenierungen auf dieser Liste. Dem Sieger winkt dieses Jahr auch ein konkreter Preis. Hier geht's lang zu den Nominierten.

 

 
 
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presseschau

25. Januar 2015

Mehr Rotzigkeit!

Schöne Castorf-O-Töne finden sich bei Annika Krump, die 1992 als Regiehospitantin an der Volksbühne Tagebuch führte, das jetzt veröffentlicht und im Tagesspiegel in Auszügen vorabgedruckt wird, z.B. zu den Schauspielern: "Wir kleben noch an der Logik des Stücks, obwohl das schon lange nicht mehr funktioniert... Mir fehlt 'ne Rotzigkeit... Manchmal denk ick, ihr sehnt euch noch nach 'ner Tür, die man richtig zumachen kann, und nach 'nem Sessel und 'nem Diener, der kommt und fragt: 'Frau Gräfin, möchten Sie eine Tasse Mocca?'" Mehr am Zeitungskiosk und im Buch.

25. Januar 2015. "Die Theater haben ihre Schotten angesichts der Flüchtlingsproblematik weit aufgemacht", konstatiert Christine Dössel in der Süddeutschen Zeitung (24.1.2015) innerhalb einer Serie über Kultur und Einwanderung. "Schluss mit ironisch-zynisch-lustig. Das Theater – eines der letzten öffentlichen Foren im Zentrum einer Stadtgesellschaft – profiliert sich wieder als moralische, politisch agile Anstalt." Mehr auf sueddeutsche.de.

25. Januar 2015. Was kostet das Stadttheater wirklich? Der im schweizerischen Winterthur erscheinende Landbote (24.1.2015) unternimmt am Beispiel des dortigen Gastspieltheaters Zahlenspiele, die zeigen wie relativ die Aussagen über Subventionshöhen sind. Mehr auf landbote.ch.

Der Tagesspiegel nimmt sich des Themas Theater und Netz an. Für die Anregung des Berliner Kulturstaatssekretärs Tim Renner, Theatervorstellungen zu streamen, kann er sich ebenso wenig erwärmen wie fürs Twittern aus dem Theater. Mehr in der Zusammenfassung.

In Mecklenburg-Vorpommern regt sich Widerstand gegen die Fusionspläne des Landes für ein Staatstheater Nordost. Hier die Zusammenfassung.

Die Stadt Schleswig benötigt einen Theaterneubau, aber die Finanzierung ist aktuell mehr als fraglich, wie die Schleswiger Nachrichten berichten. Hier die Zusammenfassung.

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kritikenrundschau

Ein erster Kritiker ist vollends begeistert von diesem Schauspieler-Feuerwerk. So wie wir.

Die Kritiker*innen befinden weiterhin einmütig, dass dieser Abend eine zweischneidige Sache war. Das meinten auch wir.

Vom "Ja, aber" bis zum Jubel reichen die ersten Kritiken zu Zement am Berliner Gorki Theater. Wir waren unter den Jublern.

Die Bühne von Aleksandar Denic bekommt viel Applaus von der Kritik. Der Abend selber weniger. Statt Castorfs "Apokalypse Now" nur "Und täglich grüßt das Murmeltier", unkt einer gar. Münchner Mainstream sahen wir.

Wunsch und Wunder hat Felicia Zeller ihre Komödie aus der Reproduktionsmedizin genannt, die Marcus Lobbes in Saarbrücken uraufgeführt hat. Der überregionale Kritiker ist angetan, die regionale Kritikerin ist enttäuscht. Wir auch.

Wie Simon Solberg seinen jungen Liebenden Werther auf eine zynische Leistungs- und Konsumgesellschaft treffen lässt, das finden nicht alle Kritiker gut. Wir waren durchaus beeindruckt.

Fünf furiose Darstellerinen sah die Kritik vor Ort, die Jelineks Version der Winterreise beleben. Über die fünf jubelten auch wir.

Relativierend ist eine überregionale Rezension, Bestnoten vergibt die Kritik vor Ort für Frank Behnkes Inszenierung in Münster. Die uns auch sehr gefiel.

Der Abend im Deutschen Theater polarisiert die Kritiker*innen. Wir befinden uns auf der Contra-Seite.

Und wie es ihr gefällt, der Dresdener Kritik! Das sei eine eindringliche Wortmeldung in der Stadt, in der gerade tausende vorgebliche Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlandes ihre Stimme erheben. Wir blieben etwas distanzierter.

Ausgesprochen positiv bewertet die Kritikerin vor Ort die Inszenierung. Wir waren vorsichtiger.

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magazinrundschau

collage magazinrundschau 1-15Die aktuellen Theaterzeitschriften

20. Januar 2015

Die Wirklichkeit unmöglich machen

Das neue Jahr begann in den Theaterzeitschriften mit Heiner Müller, dessen Todestag sich im Dezember zum 20. Mal jährt, mit der Auseinandersetzung mit Geschichte also, mit den USA. Und mit einem Abschied … Mehr in der Magazinrundschau von Wolfgang Behrens.

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gemein & nützlich – blog

Nebel 280 BerndKasperPixelio.de uGleich sieht der ansonsten umnebelte
Berliner Kritiker rot: Peymann-Premiere!
© Bernd Kasper/Pixelio.de

17. Januar 2015

Die Kunde der Verehrer

Die Berliner Kritiker sind unbeliebt bei ihren Kollegen – das wird immer deutlicher. Heute schallt's aus Wiesbaden: Das Hauptstadt-Feuilleton wird im mahnenden Blogeintrag des Zeitungskollegen als eine Art Rottweiler beschrieben, der sich in wessen Hosenbein festgebissen hat? Sie ahnen es: Wiesbaden eilt zur Ehrenrettung von Claus Peymann herbei. Und zur Ehrenrettung der Berliner Kritik eilt Christian Rakow.

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porträt & profil

carl-spitzweg der-arme-poet 280 montageDer Künstler als armer Schlucker? Damit
muss Schluss sein, findet "art but fair"
(Bildmontage mit Carl Spitzwegs
"Der arme Poet")

9. Januar 2015

Ohne Schamgrenzen

Es reicht! Das durchschnittliche Jahreseinkommen freiberuflicher Künstler beträgt rund 12.000 Euro, ihre Stundenlöhne liegen meist weit unter dem 8,50-Euro-Mindestlohn, die Anforderungen dagegen schießen in die Höhe. Vor knapp zwei Jahren wurde eine Facebook-Seite ins Leben gerufen, die gegen Lohndumping und Co. mobil macht. Sie trägt den Titel "Die traurigsten & unverschämtesten Künstler-Gagen & Auditionerlebnisse". Hervorgegangen ist daraus der Verein art but fair. Wie und wofür er kämpft, beschreibt Birgit Walter.

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international

lupa1 560 uDer Regisseur Krystian Lupa (links) beim
Publikumsgespräch.

Krakau, 18. Dezember 2014

Der Solitär

In Polen tobt ein Kampf um die kulturelle Deutungshoheit. Vom scharfen Wind aus der rechtskonservativen Ecke war beim 7. Internationalen Theaterfestival "Boska Comedia" in Krakau allerdings wenig zu spüren. "Weniger Schlachtfeld, mehr Ideenaustausch" lautete der Slogan des Programms, aus dem nur einer herausragte: Regisseur Krystian Lupa. Simone Kaempf berichtet.

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