Freitag, 01. August 2014


die nachtkritik

hinkemann5 280 sebastianhoppe u"Hinkemann" bei den Salzburger Festspielen
© Sebastian Hoppe
Salzburg, 1. August 2014

Krüppel im Karussell

Der Erste Weltkrieg ist Thema bei den Salzburger Festspielen. Das heißt, Ernst Toller wiederzuentdecken, selbst ein Kriegsfreiwilliger, der dann in der kommunistischen Münchner Räterepublik 1919 eine führende Rolle übernahm. Solche Chance zum Neuanfang hat der kriegs- und geschlechtsgeschädigte Heimkehrer in Tollers Drama Hinkemann nicht, das der junge Regisseur Milos Lolic inszeniert hat. Mehr darüber von Michael Laages.

Oft sind es die Frauenfiguren neben dem Rampenlicht, die die Regisseurin Katie Mitchell interessieren. So auch in The Forbidden Zone: Mitchell nähert sich dem Ersten Weltkrieg durch Frauen an, deren Einfluss in der männlich geprägten Militärgesellschaft stark eingeschränkt war. Wieso manche dieser Frauen deshalb zum Äußersten greifen mussten, berichtet Hartmut Krug.

Eigentlich ist das Scheitern programmiert beim Versuch, Karl Kraus' Die letzten Tage der Menschheit zu inszenieren, diese gut 200 Szenen über die Absurdidät und Unfassbarkeit des Ersten Weltkriegs. Die Frage ist nur, auf welchem Niveau. Bei den Salzburger Festspielen ist Regisseur Georg Schmiedleitner für Ex-Burgtheater-Intendant Matthias Hartmann eingesprungen, Michael Laages hat sich das Ergebnis angeschaut.

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presseschau

30. Juli 2014

In Krisenzeiten

Die tageszeitung blickt nach Griechenland, wo sich ein vorher so nicht gekannter Rechtspopulismus breit macht. Dagegen wehren sich Theatermacher – mit Inszenierungen und Festivals. Zur Zusammenfassung.

Die Schweriner Volkszeitung mutmaßt über die Nachfolge von Generalintendant Joachim Kümmritz (der in Personalunion gerade auch Neubrandenburg / Neutrelitz leitet). Alle Namen stammen aus dem Haus selbst. Mehr in der Zusammenfassung.

Sommerlochzeit ist Lobbyzeit: In der Neuen Zürcher Zeitung erläutert Schauspieler, Regisseur, Autor und Vorstandsmitglied von art but fair Schweiz e.V.Daniel Ris die Arbeit und erste Erfolge seines Vereins.

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kritikenrundschau

Technisch spitzenmäßig gemacht, wirklich präzise, aber das sei auch ein Problem des Abends, denn das Theater muss schauen, wo es bleibt, so der Kritikertenor über Katie Mitchells The Forbidden Zone bei den Salzburger Festspielen. Wir waren milder und sahen einen Abend voller Kraft.

Die überregionalen Kritiker sind angereist, um die Uraufführung von HK Grubers Oper bei den Bregenzer Festspielen zu begutachten. Alle waren angetan bis begeistert mit nur kleinen Abstrichen. Auch wir hörten eine starke Vertonung.

Zwischen Langeweile, Wut und Milde bewegt sich die Kritik. Wir waren nicht milde.

Deutlich scheiden sich die Geister: Ist Marc-André Dalbavies Musik nun genial oder rückwärtsgewandter Kitsch? Stemmt sich Luc Bondy dagegen oder lässt er sich von der Musik (davon)tragen? Wir waren tendenziell für das Unternehmen.

Die überregionalen Kritiker sind skeptisch. Skeptischer als wir.

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gemein & nützlich – blog

tannhuser bayreutherfestspieleenriconawrathBiogasanlagendefekt in Bayreuth?
© E. Nawrath
26. Juli 2014

Zuerst hieß es, es sei nur eine Panne. Doch was dann herauskam, hat uns wirklich geschockt.

Was war los bei der Eröffnung der Bayreuther Festspiele? Ein Skandal, so viel ist klar. Horst Seehofer hat über die Geschehnisse anscheinend sogar eine SMS an die abwesende Angela Merkel geschrieben. Was wirklich passierte, steht im Blogeintrag von Matthias Weigel.

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magazinrundschau

collage mrundschau7 richtigDie Theatermagazine im Juli

24. Juli 2014

Wir müssen die Strukturen mit dem Ausland infizieren

In diesem Monat blicken Theater heute und Die deutsche Bühne – Theater der Zeit macht Sommerpause – in die Schweiz, in den Frankfurter Mousonturm, auf die Extrem-Performerin Angélica Liddell und auf ein theaterkritisches Twitter-Experiment. Genaueres in der Magazinrundschau Juli von Wolfgang Behrens.

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Texte der Saison

Whiteboard im Writers Room Dramatikers Zettelkasten 27. Juli 2014

Aufbruch zu neuer Relevanz

Spielzeitpause. Zeit, zurück auf die vergangene Saison zu schauen – auf Überblickstexte und Debattenbeiträge, die wir Ihnen als Sommerlektüre noch einmal ans Herz legen möchten. Heute:

Das Theater braucht Dramatiker, aber auch ein Vorwärts zu neuen Erzählformen, neuen gesellschaftlichen Themen, neuer Relevanz, das beschreibt Autor und Theaterautor Ulf Schmidt, der als Folge einen Writers Room an den Theatern fordert, in dem kollektiv organisiert an Texten gearbeitet wird. Und in seinem Text zum Agilen Theater denkt er darüber nach, wie das zukünftige Theater in der Netzgesellschaft aussehen könnte.

Wem gehört das Theater? Wie sieht das Theater der Zukunft aus? Diesen Fragen stellte sich der Dramaturg und Dramatiker Björn Bicker in einer Rede am Wiener Burgtheater im Oktober 2013. Er beschreibt das aktuelle Theater als eine "Parallelgesellschaft mit Ausschlusscharakter" und plädiert dafür, die Theater zu öffnen und zu einem Raum der konkreten politischen Praxis zu machen.

 

porträt & profil

zentrum fuer pol sch 2 280 ruben neugebauer u"Kindertransporthilfe" – nicht vom Familienministerium, sondern dem Zentrum für Politische Schönheit  © Ruben Neugebauer

15. Juli 2014

"Wir wollten Blut und bekamen Liebe"

Was ist eigentlich aus den 55.000 syrischen Flüchtlingskindern geworden? Die das Familienministerium seit Mai nach Deutschland holen will? Dass hinter der täuschend echt kommunizierten Aktion das Zentrum für Politische Schönheit steckt, ist seit den flächendeckenden Medienberichten bekannt. Aber welche größeren Ziele verfolgt die "Organisation"? Und wie viel Theater will man überhaupt machen? Sophie Diesselhorst porträtiert die Aktionskünstler.

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debatte

Juli 2014

Der Schritt ins Gewichtige

Das Spielzeitende ist da. Und weil man oft vom Ende her die Anfänge besser sieht, lohnt der Blick auf eine Meldung, die jüngst über den Ticker lief – diejenige zur Reform der Autorentheatertage in Berlin: Aus Werkstattinszenierungen sollen Uraufführungen werden, aus Nachwuchsdramatikern etablierte Autoren und aus einem Alleinjuror ein mehrköpfiges Gremium. Was ist das für ein Signal an die Theater und an die neue Dramatik? Simone Kaempf kommentiert.

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bücher

cover junge stuecke22. Juli 2014

Souveränität wegnehmen

Auf den Zeitungsseiten der Literaturkritik gab es jüngst mal wieder eine Welthaltigkeitsdebatte, in der den Werken der jungen Schriftsteller fehlende vorgeworfen wurde. Junge Stücke untersucht nun ein von den Theaterwissenschaftlern Andreas Englhart und Artur Pełka herausgegebener Sammelband nicht nur, aber auch in dieser Hinsicht und kommt zu weniger alarmierenden Schlüssen – und einem Schluss mit Nis-Momme Stockmann, der seine Autorengeneration gewohnt flammend verteidigt. Es las und schreibt Christian Baron.

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der monat

Was bespricht nachtkritik.de?

Alle Premieren, die nachtkritik.de im August 2014 bespricht.

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