Donnerstag, 02. September 2010

letzte premieren

Freitag, 27. August 2010 20. Internationales Ibsen Festival Oslo 2010 Nora oder Ein Puppenheim (Et Dukkehjem) – Laurent Chétouane inszeniert Ibsens Emanzipationsstück

Sonntag, 22. August 2010 Edinburgh International Festival Caledonia – Alistair Beatons neues Stück uraufgeführt

Donnerstag, 19. August 2010 Zürcher Theater Spektakel 2010 Geld und Gott – Mass & Fieber bringen ihre neue Produktion zur Uraufführung

Freitag, 13. August 2010 Bühne Wittenberg Jagd auf Junker Jörg – Eine Freiluftkomödie um Martin Luther

Donnerstag, 12. August 2010 theaterlabor Bremen Mütter – Patrick Schimanski inszeniert Einar Schleefs Kriegsnachdichtung

test

Anzeige

    

forum

Leserkritiken

Wenn eine Inszenierung, die Sie begeistert hat, auf nachtkritik.de nicht vorkommt, schreiben Sie einfach selbst. Hier können Sie Ihre Kritik posten. (Zum Lesen & Schreiben "Leserkritiken" anklicken.)
Letzte Besprechungen:


Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk im Schloßpark-Theater Berlin, Hebbels Nibelungen Open Air in Jena, Theater der Welt, Sommergäste bei den Bad Hersfelder Festspielen, Evita in Magdeburg, Alvis Hermanis an der Berliner Schaubühne, Dennis Hopper gestorben, Theatertreffen der Jugend in Berlin, Neue Bühne Senftenberg, Deutsches Schauspielhaus Hamburg, Deutsches Theater Berlin, Centraltheater Leipzig, bat ....

Leserkritiken Musiktheater

Deutsche Oper Berlin


test

die nachtkritik

400asa_2_zts_christian-altorfer
400asa: La cérémonie
© Zürich Theater Spektakel/ Christian Altorfer
Zürich, 2. September 2010

Open-Air Gruselbahn am See

Asien-Schwerpunkt beim diesjährigen Zürcher Theater Spektakel. Der gegebene Ort für die freien Berner Theater-Entrepreneurs 400asa, um den dritten Teil ihres Austauschprojektes mit dem Peng Hao Theater aus Peking vorzustellen: La cérémonie nach einem Film von Claude Chabrol. Kaa Linder setzte sich den Walk-Man auf und ließ sich von ihrem kleinen Mann im Ohr  leiten.

Sie formieren sich wieder, die Chormassen des Ulrich Rasche. Bei der Frankfurter Spielzeiteröffnung mit Goethes Wilhelm Meister ließ er sie singend den Kaufmannsstand preisen oder für freie Gedanken skandieren. Esther Boldt schwankte bei flirrendem Licht zwischen elektrisierender Hypnose und Einschläferung.

Mehr Nachtkritiken hier

 
_
 

debatte

1. September 2010

Von Romanen und Robotern

"Episch verseucht", lautete im Juli der Befund Gerhard Stadelmaiers bei seiner jährlichen Spielplan-Routine-Untersuchung. Anlässlich der soeben erschienenen Werkstatistik des Deutschen Bühnenvereins fühlt Stefan Bläske den Stadelmaier'schen Argumenten noch einmal auf den Zahn und sagt, warum Romanbearbeitungen durchaus Anlass zur Vorfreude sein können.

Mehr Debatten hier

 

vorschau

September 2010

Wechsel- und Wendezeiten

Pünktlich zum Ende der Transferperiode in der Fußball-Bundesliga sind auch im Theater die Früchte aus Wechselzeiten zu begutachten. Wolfgang Engel kehrt an seine ehemalige Wirkungsstätte nach Dresden zurück – passender Weise mit Uwe Tellkamps Wenderoman Der Turm, der auch die Zeit abdeckt, als der Altmeister an der Elbe zu großer Form auflief. Der umtriebige Armin Petras, der die Dresdener Spielfassung mit eingerichtet hat, flankiert das neudeutsche Opus magnum gleich noch mit einem zweiten Zeitenwendeklassiker. Für die Ruhrtriennale hat er Günter Grass' Die Blechtrommel adaptiert, die Jan Bosse in der Jahrhunderthalle Bochum auf die Bühne bringen wird.

Ein paar Straßen weiter fiebert man dann dem Auftakt des Bochumer Neuintendanten Anselm Weber entgegen. Mit Candide von Paul Koek lässt er einen holländischen Stoßstürmer die Saison eröffnen, dann schickt Weber seinen Edeljoker David Bösch mit Der Sturm von Shakespeare ins Rennen, ehe der Hausherr selbst mit Christoph Nußbaumeders Uraufführung "Eisenstein" auftritt.

Die neue Intendanz in Braunschweig setzt derweil auf Anne Nathers "Aller Tage schwarzer Kater", uraufgeführt von Daniela Löffner – eine Kombination, die schon in der vergangenen Saison gut funktioniert hat. Weitere UAs von Ewald Palmetshofer, Oliver Bukowski, Felicia Zeller und Björn Bicker sorgen für die Frischzellendosis neuer Dramatik. Bemerkenswert: In Mainz debütiert Philipp Löhle mit einem Stück von Laura Fernández, die der Jungautor am Royal Court kennenlernte, als Regisseur. Und Kühnel/Kuttner wagen sich am Deutschen Theater in Berlin an Die Sorgen und die Macht, jenes Stück, über das Wolfgang Langhoff im Jahr 1963 stolperte.

Ansonsten wechselt Volker Lösch ins Kinderfach und bringt Hänsel und Gretel am Deutschen Schauspielhaus Hamburg heraus. Und von den hochaktiven Transferkünstlern Gintersdorfer/Klaßen bespricht nachtkritik.de das Festival Rue Princesse, das nach seiner Premiere in Abidjan jetzt in Berlin aufgelegt wird. Also: Die Wechsel sind geschehen, der Anpfiff erfolgt und nachtkritik.de bleibt wie gehabt am Ball. Zu den weiteren September-Terminen geht es hier.

Andere Monate...

 
 
Anzeige
    
 
Anzeige
    
 
 

presseschau

2. September 2010

Kultur-Aufruhr in Israel

Süddeutsche Zeitung und Frankfurter Allgemeine Zeitung berichten von den Reaktionen auf den israelischen Künstler-Boykott des Kulturzentrums in der Westbank-Siedlung Ariel. In der Süddeutschen schreibt Peter Münch: "Israels Kulturszene ist in Aufruhr" – eine Diskussion, "wie sie die desillusionierte und bisweilen zynische Politik in Israel lange nicht gesehen hat".

Während die NZZ vor Wochenfrist auf die Frage "Was wird aus den Projekten, die Christoph Schlingensief unvollendet hinterlassen hat?" eher vage Absichtserklärungen als Antwort erhielt, erklärt der schwedische Schriftsteller Henning Mankell in der heutigen taz, dass er den Operndorf-Bau in Burkina Faso weiter mit allen Kräften unterstütze. Der und Wallander-Erfinder habe im 3sat-Magazin Kulturzeit gesagt, schreibt die taz, er wisse sehr viel über Schlingensiefs Ideen für das Operndorf, weil Schlingensief sie ihm alle erzählt habe. Jedenfalls wolle er sich in diesem Monat mit Schlingensiefs Witwe Aino und weiteren Freunden darüber beraten. Vielleicht werde ein charismatisches Gesicht benötigt, um das Projekt zu repräsentieren.

Anlässlich eines zu diesem Anlass erschienenen Interview-Bandes schreibt Christine Dössel in der Süddeutschen Zeitung: Flimm scheide von Salzburg "als glückloser Intendant, als Frühabgänger nach nur vier Jahren".

Mehr Presseschauen hier

 

kritikenrundschau

"Wann hat man so etwas zuletzt auf der Bühne gesehen?", fragt eine von Lemi Ponifasios Sturm-Stück Tempest: Without A Body begeisterte Kritikerin. Eine andere sah nur Kleinkunst und Gefolgsleute von Schamanen in Mao-Anzügen. Wir hatten auch so unsere Vorbehalte.

Ulrich Rasches "Wilhelm Meister" polarisiert. Die einen haben faszinierend Sakrales erlebt, die anderen konstatieren aus dem Kontext gerissene Kalendersprüche und Leerlauf. Wir fühlten uns geradezu hypnotisiert.

"Oh weh", ruft eine kritische Stimme angesichts der Inszenierung von Anthony Neilson: ein schlimmer Fall von Schablonentheater. Noch schlimmer sei allerdings das Stück von Beaton. Heute ruft einer nochmals "Oh weh", lobt aber den Autor. Wir haben uns amüsiert.

Wenig begeistern können sich die Kritiken zur Berlin-Premiere von Peter Steins Sophokles-Exegese. Klare fronten gab es hingegen in der überregionalen Presse: Die konservativen Blätter jubelten, die liberalen gähnten. Immerhin kamen Brandauer und der Chor fast durchgehend gut weg. Auch bei uns.

Sunnyi Melles ist als Phädra eine besondere Besetzung, für einen Teil der Kritiker zum Bewundern, für den anderen Teil zum Davonlaufen. Matthias Hartmanns Regie kommt auch nur teils gut weg. Wir sahen unverstaubtes Gefühlstheater.

Die Gemüter der Kritiker_Innen sind gespalten: die einen sind bewegt, die anderen genervt. Wir waren ratlos.

In die bewegte Begeisterung einiger Kritikerinnen über Alain Platels Trans-Gender-Abend Gardenia mischen sich auch skeptische Stimmen. Wir sahen diese Tanztheater-Sternstunde bereits im Juli beim Festival d'Avignon.

Mehr Kritikenrundschauen hier

 
 

blog

schlingensief-thomas-aurin
Christoph Schlingensief, 1997 in der Volksbühne
© Thomas Aurin

Berlin, 21. August 2010

Der Gesamtkunstwerker

Christoph Schlingensief ist tot. Am 24. Oktober wäre er 50 Jahre alt geworden. Er wollte im Herbst die Saison an der Staatsoper Unter den Linden eröffnen. Für die Biennale von Venedig sollte er im Frühjahr den deutschen Pavillon gestalten. Seine letzte Arbeit war "Via Intolleranza II", herausgekommen in Brüssel, im Mai. Dirk Pilz erinnert sich an seine erste Begegnung mit der Schlingensief-Kunst

Mehr Blogbeiträge hier

 

theaterbriefe

São Paolo, 18. August 2010

Das Unnütze ausscheiden

Deutsche und Brasilianer begegnen einander ja mittlerweile recht oft im Theater. Inszwischen sogar im großen Stil und mitfinanziert von der Kulturstiftung des Bundes. Aber was finden sie eigentlich so interessant aneinander? Oder: Wer frisst wen? Zwischenbilanzen aus São Paulo von Michael Laages.

Tampere, 11. August 2010

Populärtheater aus Tampere

Im finnischen Tampere ist das Teatterikesä, das größte Theaterfestival Skandinaviens zu Ende gegangen. Die eingeladenen Inszenierungen zeigen, dass das Thema Gewalt den finnischen Theatermachern wichtig ist. Aber auch gute Bekannte des europäischen Theaterreisebetriebs waren zu sehen: Alvis Hermanis und NO99 etwa, sowie die von Andriy Zholdak inszenierte "Anna Karenina". Mehr über die Highlights aus dem hohen Norden von Stefan Bläske.

Mehr Theaterbriefe hier