Rau, Milo

Suche nach Begriffen im Lexikon (Reguläre Ausdrücke erlaubt)
Beginnt mit Enthält Genauer Treffer
Alle A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Begriff Definition
Rau, Milo

Milo Rau, geboren 1977 in Bern, ist Theatermacher, Wissenschaftler und Journalist.

Er studierte Germanistik, Romanistik und Soziologie in Zürich, Berlin und Paris und promovierte 2010 an der Universität Zürich mit einer Arbeit über die "Ästhetik des Reenactments". Seit 2000 arbeitet er als Journalist, Übersetzer, Schriftsteller, Theater- und Filmemacher. Seine Theaterarbeiten werden dem Dokumentartheater zugeordnet. Er bloggt unter althussers-haende.org.

Als Theaterautor und -regisseur ist Rau ebenso in der freien Szene wie an Stadttheatern tätig, u.a. am Staatsschauspiel Dresden, am Berliner Maxim Gorki Theater und am Theaterhaus Gessnerallee Zürich. Seit 2008 leitet er das International Institute of Political Murder (IIPM), das es sich zur Aufgabe gemacht hat, "den Austausch zwischen Film, Theater, bildender Kunst, Belletristik und Forschung auf dem Gebiet des Reenactments – der Re-Inszenierung geschichtlicher Ereignisse – zu intensivieren und theoretisch zu reflektieren" (so heißt es bei seinem Verlag schaefersphilippen).

2012 wurde Rau mit "Hate Radio", einem Reenactment einer Sendung des Völkermordradios RTLM in Ruanda, zu "Radikal jung" und zum Berliner Theatertreffen eingeladen. 2014 wurde er mit einem der neu ins Leben gerufenen Schweizer Theaterpreise sowie für "Civil Wars" mit dem Preis des Festivals Politik im Freien Theater ausgezeichnet. Rau war außerdem Mitglied der Jury für den Theatertreffen-Stückemarkt 2015. Im Mai 2015 inszenierte Milo Rau in Bukavu/Demokratische Republik Kongo "Das Kongo Tribunal", dessen Eröffnungsrede auf nachtkritik.de veröffentlicht ist und durch Esther Slevogt kritisiert wurde, auf deren Kritik wiederum der Schweizer Journalist Andreas Tobler mit einer Entgegnung auf nachtkritik.de reagierte.

Im November 2015 erhält Milo Rau den ersten Konstanzer Konzilspreis "für europäische Begegnungen und Dialog". 2017 übernimmt er die Saarbrücker Poetikdozentur. 

Nachtkritiken zu Arbeiten von Milo Rau:

Die letzten Tage der Ceaușescus am Hebbel-am-Ufer in Berlin (12/2009)

Hate Radio am Hebbel-am-Ufer in Berlin (12/2011)

Breiviks Erklärung am Nationaltheater Weimar (10/2012)

Die Moskauer Prozesse am Andrej-Sacharow-Zentrum Moskau (03/2013)

Die Zürcher Prozesse. Erster Sitzungstag am Zürcher Theater Neumarkt (5/2013)

Die Enthüllung des Realen in den Sophiensaelen Berlin (11/2013)

Moskauer Prozesse Filmkritik (3/2014)

The Civil Wars beim Zürcher Theaterspektakel (8/2014)

The Dark Ages am Münchner Residenztheater (4/2015)

Das Kongo Tribunal in den Sophiensaelen in Berlin (6/2015)

Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs an der Schaubühne Berlin (1/2016)

Five Easy Pieces beim Kunstenfestival Brüssel (5/2016)

Empire beim Zürcher Theaterspektakel (9/2016)

Die 120 Tage von Sodom am Schauspielhaus Zürich (2/2017)

 

Weitere Beiträge:

Dirk Pilz über die Werkschau von Milo Rau an den Berliner Sophiensälen (11/2013)

Eröffnungsrede zu "Das Kongo Tribunal" von Milo Rau (5/2015), auch auf Französisch

Kritik der Eröffnungsrede zu Milo Raus "Kongo Tribunal"Kritik der Eröffnungsrede zu Milo Raus "Kongo Tribunal" von Esther Slevogt (5/2015)

Sophie Diesselhorst setzt sich in einem Text über aktivistisches Theater auch mit Milo Raus Werk auseinander (12/2015)

Meldung: Milo Rau übernimmt Saarbrücker Poetikdozentur 2017 (11/2016)


Links:

international-institute.de

althussers-haende.org