logo_nachtkritik_klein.png
Drucken

Wichtige Vorreiterin

9. Januar 2019. Die Schriftstellerin, Kuratorin, Journalistin und Filmemacherin Alanna Lockward ist gestorben, das teilt das Maxim Gorki Theater mit. Lockward, die in Santo Domingo und Berlin arbeitete und in die künstlerischen Vorbereitungen zum 4. Berliner Herbstsalon im November 2019 am Maxim Gorki Theater involviert war, habe mitgeholfen, den postkolonialen Diskurs in den frühen Neunzigern in Berlin zu etablieren, heißt es in der Pressemitteilung. "Sie war eine Protagonistin in der internationalen Kunstszene, die eine dauerhafte Sichtbarkeit für Schwarze Perspektiven geschaffen hat. Für die Künste in Berlin bedeutet ihr früher Tod einen unermesslichen Verlust. Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie", so Gorki-Intendantin Shermin Langhoff.

alanna lockward miguel gomez 2016Alanna Lockward © Miguel Gomez Lockward wurde 1961 in Santo Domingo / Dominikanische Republik geboren. Sie war unter anderem Gründungsdirektorin von Art Labor Archives, einer Plattform, die sich auf Theorie, politischen Aktivismus und Kunst konzentriert, kuratierte das transdisziplinäre Treffen/Format BE.BOP. BLACK EUROPE BODY POLITICS (2012-2018). Ihre Dissertation entstand an der Humboldt Universität in Berlin zum Thema "Black Theology of Liberation of the African Methodist Episcopal Church (AME). Zuletzt arbeitete sie als Forschungsprofessorin an der Pontificia Universidad Católica Madre y Maestra (PUCMM) in der Dominikanischen Republik.

Ihre Arbeit beschäftigte sich mit karibischen marronage-diskursiven und mystischen Hinterlassenschaften in zeitbasierten Praktiken, Critical Race Theory, dekolonialer Ästhetik/Aisthesis, Black-Feminism, Reparations for Slavery und Frauenethik. Außerdem war sie Roman-Autorin und drehte 2016 den Dokumentarfilms "The Allen Report. Retracing Transnational African Methodism". Lockward starb an 7. Januar 2019 überraschend in Santo Domingo und wurde 57 Jahre alt.

(gorki.de / sik)