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"Notwendiger denn je"

31. März 2020. Der Gerty-Spies-Literaturpreis geht an den Regisseur Milo Rau. Das gibt die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz bekannt, die den mit 5000 Euro dotierten Preis alle zwei Jahre vergibt.

Die Jury wählt Milo Rau aus, da er wie kein anderer Kunst, Literatur und Politik verbinde. "Gerade in der heutigen Zeit, in der Rassismus, Antisemitismus und Extremismus Menschen und Gesellschaft, auch über Terroranschläge, bedrohten, sei eine klare Positionierung der Gesellschaft und der Kunst für Menschlichkeit und politisches Engagement notwendiger denn je", heißt es in der Begründung.

Milo Rau, geboren 1977 in Bern, ist Theater- und Filmemacher und seit 2018 künstlerischer Leiter des Nationaltheater Gent. Rau studierte Germanistik, Romanistik und Soziologie in Zürich, Berlin und Paris. Als Theaterautor und -regisseur ist Rau ebenso in der freien Szene wie an Stadttheatern tätig gewesen. 2007 gründete er das International Institute of Political Murder (IIPM) als Produktionsfirma für seine "multimediale Bearbeitung historischer oder gesellschaftspolitischer Konflikte".

Der Preis ist nach der jüdischen Schriftstellerin Gerty Spies benannt, die im KZ Theresienstadt zu schreiben begann. Spies starb am 10. Oktober 1997 im Alter von 100 Jahren in München. Die letzten Preisträger waren Ralf Rothman, Ulrich Pelzer, Ursula Krechel und Navid Kermani.

(Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz / miwo)